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Schweiz Dieudonné darf in der Schweiz auftreten – unter Polizeiaufsicht

Der umstrittene französische Komiker Dieudonné darf wie vorgesehen Ende Januar in Lausanne auftreten. Allerdings nur unter der Auflage, Schweizer Recht nicht zu verletzen. Das werden zwei Beamte der Kriminalpolizei überwachen.

Aufnahme des umstrittenen französischen Komikers Dieudonné während eines Auftritts.
Legende: Lausanne hatte Dieudonné die Bewilligung bereits im November erteilt und will nicht darauf zurückkommen. Keystone/Archiv

«Je me sens Charlie Coulibaly» soll der französische Komiker Dieudonné nach dem Anschlag gegen «Charlie Hebdo» auf Facebook geschrieben haben. Damit funktionierte er in nur einem Atemzug die Solidarität mit den Opfern von «Charlie Hebdo» zur Solidarität mit dem mutmasslichen Terroristen Coulibaly um. Seither ermittelt die französische Justiz wegen Unterstützung des Terrorismus gegen den 48-jährigen Komiker.

Die Stadt Lausanne hingegen hat entschieden, dass sie die Vorstellungen von Dieudonné zulässt. Der Mann sei schliesslich noch nicht verurteilt, sagte Stadtpräsident Daniel Brélaz. «Man kann das bedauern, aber eine Aussage wie die von Dieudonné wäre in der Schweiz kaum strafbar.»

Trotzdem werden in Lausanne zwei Kriminalpolizisten im Saal sitzen und das Programm aufnehmen. Sollten die Beamten einen Verstoss gegen Schweizer Gesetze feststellen, würden die folgenden Aufführungen verboten. Der Veranstalter habe diese Bedingung akzeptiert, sagt Brélaz. In Lausanne gilt für Dieudonné also eine Art Redefreiheit auf Bewährung.

(amka;brut)

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12 Kommentare

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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Zum tatsächlichen Terrorismus aufrufen können ja eigentlich nur diejenigen, die Söldner tatsächlich ZAHLEN, aber NICHT jene, die sich gegen Ungerechtigkeiten und Krieg und für GEWALTLOSEN WIDERSTAND gegen Kriegstreiber aussprechen ! Deshalb ist die professionelle AUFKLAERUNG der erfolgten Verbrechen mit tatsächlichen BEWEISEN so wichtig, wird aber leider sträflich vernachlässigt !
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Das ist ja in sich selbst schon eine Nummer. Der antisemitischer "Komiker" und zwei Polizisten in der vordersten Reihe.
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  • Kommentar von R. Graf, SO
    Habe mich gerade gefragt, warum unser Land Konzerte rechtsextremer Bands verbietet, andererseits einem Judenhasser eine Plattform ermöglicht. Brauchen wir den Auftritt von "Künstlern", welche den Holocaust verharmlosen und Holocaust-Leugner auf ihre Bühne bitten? Ich freue mich an Muslimen, Christen, Juden, Atheisten etc. die den Dialog und ein friedliches Miteinander suchen und keine Hetzer für ihre Frustventile benötigen.
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