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Chancengleichheit in Gefahr Digitale Revolution im Klassenzimmer

Die Digitalisierung wälzt die Arbeitswelt und die Schule um. Der Lehrplan 21 führt «Medien und Informatik» als neues Fach ein – mit ehrgeizigen Zielen. Doch bei der Umsetzung gibt es grosse Unterschiede zwischen den Schulen. Das gefährde die Chancengleichheit, warnt der Schulleiterverband.

Legende: Video Digitale Revolution im Klassenzimmer abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2017.

Statt einer Tafel hängt ein interaktives Smartboard an der Wand, die Finger der Schüler wischen über Tablet-Computer: Die Primarschule Pächterried in Regensdorf (ZH) ist digitale Avantgarde. Erstklässer erhalten Tablet-Computer zum Arbeiten, von der vierten Klasse weg hat jedes Kind einen persönlichen.

Sie lernen damit Vokabeln, gestalten Plakate oder ein elektronisches Buch. Die Tablets ermöglichten massgeschneidertes Üben, sagt die Klassenlehrerin Stephanie Arnold.

Ungleiche Chancen

Die digitale Revolution ist aber nicht in allen Klassenzimmern angekommen. «Es gibt grosse Unterschiede zwischen den Schulen», sagt Bernard Gertsch. Der Präsident des Schulleiterverbandes macht sich darum Sorgen um die Chancengleichheit. Denn die Schule müsse die Kinder vorbereiten auf die digitale Welt, die sie erwartet.

Dabei geht es um mehr als das Bedienen von Tablets und Smartphones – das können Kinder heute, die Generation der sogenannten «digital natives», meist gut. «Aber viele können im Internet nicht zwischen Nachrichten und Werbung unterscheiden», sagt Steve Bass, Medienpädagoge in Regensdorf. «Für eine funktionierende Demokratie ist das aber eine wichtige Kompetenz.» Darum müsse die Schule den Kindern einen kritischen Umgang mit den neuen Medien vermitteln.

Lehrplan 21 macht Druck

Der Lehrplan 21 – der erste Lehrplan für die ganze Deutschschweiz – gibt punkto Computerwissen denn auch ambitionierte Ziele vor. So sollen die Kinder bereits auf der Mittelstufe die Grundzüge des Programmierens lernen. Das stellt viele Schulen vor eine grosse Herausforderung. «Wir versuchen unser bestes, aber wir werden den Lehrplan 21 nicht eins zu eins umsetzen können», sagt Patrik Stalder, Schulleiter an der Primarschule Zäziwil (BE).

An seiner Schule ist die Computerinfrastruktur rudimentär, die Internetverbindung zu schwach. Die kleine Emmentaler Gemeinde hat nicht die finanziellen Mittel, die Schule digital hochzurüsten. Die Chancengleichheit seiner Schüler sieht Stalder deswegen aber nicht gefährdet. «Die Schule muss den Kindern die Basics vermitteln, den Rest werden sie in ihren Berufen lernen.»

Bernard Gertsch mahnt indes, die Unterschiede zwischen den Schulen dürften nicht noch grösser werden. Der Lehrplan 21 werde eine ausgleichende Wirkung haben: Er zwingt die Nachzügler aufzurüsten, um zur «digitalen Avantgarde» aufzuschliessen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Es ist zu verstehen das hier viele Probleme haben mit der heutigen Zeit der Digitalisierung, doch wir dürfen nicht aus den Augen verlieren dass das die Zukunft ist. Wer einmal in Asien ist weiss wie Rückständig wir in diesem Punkt sind, und wenn wir nicht aufpassen werden wir dahin zurückfallen woher wir gekommen sind, ins Armenhaus. Ich sehe diese Revolution fast so, wie damals als die Geräte zu beherrschen, werden Sie uns beherrschen.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Was lernen eigentlich die Schüler noch was sich so in der realen Umgebung so abspielt, z.B wie ein Bauernhof strukturiert ist, z.B ein Besuch in einem Kuhstall, damit man weiss, woher die Milch noch kommt, oder überlässt man dies dem Sachverstand der jeweiligen Eltern?
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Für Fielmann etc sicher ein prima Geschäft, wenn die Kinder schlechtere Augen bekommen. Was können Kinder am Compi lernen, was andere ohne nicht auch lernen können?
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