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Domo Reisen nicht mehr alleine Auch Eurobus plant nationale Fernbuslinien

Eurobus will in der Schweiz sieben Fernbuslinien betreiben. Erste geplante Strecken sind bekannt.

Ein Eurobus-Car.
Legende: Eurobus will bis Mitte 2018 Fernbuslinien in der Schweiz in Betrieb nehmen. Keystone

Das Schweizer Unternehmen Eurobus hat beim Bundesamt für Verkehr ein Konzessionsgesuch für mehrere nationale Fernbuslinien eingereicht. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigte eine Meldung des SonntagsBlicks.

Laut Eurobus-Projektleiter Roger Müri handelt es sich um sieben Linien:

  • Unter anderem sind täglich zwei bis vier Verbindungen von Zürich nach Grindelwald (BE) und Davos (GR) geplant.
  • Täglich bis zu sechs Mal will Eurobus von Bern nach Montreux (VD) fahren.
  • Ebenfalls vorgesehen sind Verbindungen nach Basel, Genf und ins Tessin.

Lücken im Netz schliessen

Falls die Konzessionsbewilligung bis dann vorliegt, will Eurobus die Linien Mitte 2018 in Betrieb nehmen. Müri sieht das Angebot nicht als Konkurrenz zur SBB, sondern als Ergänzung.

Damit folgt er der Linie des Bundesrats: Dieser publizierte im Oktober einen Bericht, den er im Auftrag des Nationalrats erstellt hatte. Darin schliesst er eine gewisse Konkurrenz nicht von vornherein aus.

In erster Linie sollen die Fernbusse aber das bestehende Angebot «bei entsprechendem Bedarf in sinnvoller Weise ergänzen», heisst es. Der Bundesrat denkt etwa an Tangentialverbindungen, die von Bahnen nicht abgedeckt werden. Die Zielgruppe wären dann Autofahrer, die auf Fernbusse umsteigen und so das Strassennetz entlasten.

Domo soll ab März fahren

Nach Domo Reisen ist Eurobus das zweite Unternehmen, das beim Bund ein Konzessionsgesuch für nationale Fernbuslinien eingereicht hat. Domo plant Busse auf den Linien St. Gallen - Zürich - Genf Flughafen, Zürich Flughafen - Basel - Lugano sowie Chur - Zürich - Sitten.

Das BAV hat den Entscheid über das Gesuch von Domo vertagt und prüft nun weitere Unterlagen. Bis im März 2018 soll eine Entscheidung vorliegen, wie das BAV Ende November bekannt gab.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Klingler (klisim84)
    NEIN! NEIN! NEIN! Mit der Harmonisierung der ÖV-Finanzierung 1996 wurde das Prinzip der Umverteilung, welches sich bereits vorher über Jahrzehnte bewährt hatte, endgültig gesetzlich verankert. Die profitablen Strecken des ÖVs in der Schweiz querfinanzieren die unprofitablen. Dieses System hat zu einem weltweit einzigartigen ÖV-Netz geführt, welches auch abgelegenere Orte bediet und somit ein wichtiges Bollwerk gegen die Urbanisierung und Landflucht ist.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Merkwürdige Politik, eigentlich solltemehr Verkehr von der Strasse auf die Schiene und nicht umgekehrt. Dieser Bundesrat widerspricht sich selber, wer soll noch irgendetwas glauben, was aus Bern kommt.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Der Bundesrat hat die Anträge der Fernbus-Unternehmen noch nicht bewilligt, Herr Rub! Ich hoffe, dass er diese "Verlagerung von der Schiene auf die verstopften Strassen" klar und unmissverständlich ablehnen wird! Wer nur noch das Leben der Bequemlichkeit (von Haus zum Hotel ohne umzusteigen) geniessen will, muss halt ein eigenes Auto anschaffen oder verzichten! Wir haben eines der besten öV-Systeme in Europa! Es braucht keine neuen private Strassenbelastungen durch's ganze Land!
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      2. (!) Versuch eine eigene (ergänzende) Meinung zu äussern: Frau Rub, der Bundesrat hat noch keinem Fernbus-Unternehmen das OK für solche Fernbuslinien gegeben! Auch ich hoffe, dass dieser "Verlagerung von der Schiene auf die verstopften Autobahnen und Strassen" vom Bundesrat unmissverständlich eine Absage erteilt wird! Kein anderes Land in Europa hat ein solch ausgeklügeltes und vielseitiges öV-Angebot, wie die Schweiz! Und das darf und soll so bleiben!
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  • Kommentar von Pascal Meier (PC)
    Rechnen wir mal in ungefähren Zahlen. In einem InterCity Zürich - Bern haben an die 1000 Personen platz. Ab Fahrplan 18/19 verkehren diese IC's im Viertelstundentakt. Ein Doppelstock-Fernbus hat ca. 80 Plätze. Da will mir doch keiner sagen, dass die Fernbusse eine ernsthafte Konkurrenz zur Eisenbahn werden...
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Doch, sind sind Konkurrenz, die Fernbusunternehmen haben keine äufgeblähten Zentralverwaltungen und fahren nach wahren Kundenbedürfnissen, nicht nach planwirtschaftlich Ausgedachten und von grün-gefallenden "Verkehrsexperten" Befeuerten in Zentralverwaltungen. Erstaunlich wie effizent man mit Kundennähe sein kann, erschreckend wie ineffizient man trotz massiven Subventionen ist (oer gerade deswegen).
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Tim Buesser: Wo wollen Sie denn alle diese Massen von der Bahn auch noch auf die bereits verstopften Strassen bringen? Wollen Sie die ganze Schweiz mit Autobahnen zubetonieren? Da ist doch der reine Wahnsinn.
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