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Ausbau des Stromnetzes Drei Fragen zur Stromnetz-Debatte

Der Bundesrat hat dem Parlament unterbreitet, wie er das Stromnetz ausbauen will. Drei Fragen und Antworten zur Debatte im Nationalrat.

Legende: Video Energiedebatte zum Übertragungsnetz abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.05.2017.

Wie schnell muss das Stromnetz ausgebaut werden, damit die Schweiz nicht in Versorgungsengpässe gerät? «So schnell wie nötig, aber auch nicht schneller», sagt Andreas Ulbig, ETH-Dozent und Geschäftsführer von «Adaptricity», einem Jungunternehmen, das Software für das Stromnetz der Zukunft herstellt. «Die Schweiz hat ein sehr gut ausgebautes Stromnetz.» Sowohl das Übertragungsnetz als auch die Verteilnetze seien im europäischen Vergleich sehr gut ausgebaut. Nötig seien deshalb vor allem kontinuierliche Anpassungen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Neben dem Anschluss von Grosskraftwerken müssten in den kommenden Jahren auch immer mehr kleine Fotovoltaik-Anlagen oder Wärmepumpen ans Verteilnetz angeschlossen werden.

Ist der Anschluss all dieser Kleinproduzenten ans Stromnetz überhaupt zu bewältigen? Zwar braucht es für jeden Kleinproduzenten ein Stromnetz, das in beide Richtungen funktioniert. Das sei aber heute schon der Fall, sagt Andreas Ulbig. «Wenn Sie heute in einer Wohnsiedlung eine Fotovoltaik-Anlage installieren, muss in der Regel nichts unternommen werden». Wenn aber irgendwann jedes zweite Haus eine solche Anlage habe, müsse ein Netzausbau in Betracht gezogen werden.

Wie sieht die Strategie des Bundesrats aus? Er schlägt etappenweise zuerst Netzoptimierung, dann die Verstärkung und schliesslich den Ausbau des Stromnetzes vor. Aus Sicht von Andreas Ulbig das richtige Vorgehen. Die Kosten für sogenannten Netzstudien seien heute viel tiefer als früher. Dadurch sei es möglich das Stromnetz genau zu untersuchen und zu planen. So müssten weniger Leitungen gebaut werden, was sich finanziell auszahle.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von F. Rudin (F. Rudin)
    Im Artikel steht: Die Schweiz hat ein sehr gut ausgebautes Stromnetz. Aber die EnergieGesetz-Befürworter schreiben ständig von „maroden, 40-jährigen Netz“. Wie viele Ausfälle erlebten Sie in der Vergangenheit? Unterhaltsarbeiten, wie der Einbau von Wärmesensoren, sind für die Netzbetreiber gewinnbringend und verursachen keine Kosten. Deshalb ist es nur gerecht, wenn die PV-Besitzer (Nutzniesser der Einspeisemöglichkeit) eine Einspeise-Grundgebühr bezahlen müssten, und nicht die Allgemeinheit.
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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Politiker wollen jetzt ganz schnell abstimmen, ob sie mehr Geld für ein sichereres Netz brauchen. Natürlich will keiner ein schlechtes Netz, also sofort zustimmen. Was der ETH Netz-Forscher Ulbig dazu im Radiointerview unten sagt, wird kaum einer wahrnehmen: Wir haben kaum angefangen zu verstehen, was wir im bestehenden Netz schon haben: Allein der Einbau von Wärmesensoren bei Hochspannungsleitungen wird die erlaubte Kapazität im Schnitt drastisch erhöhen. Höchstlastabschaltungen desgleichen.
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  • Kommentar von Werner Bechtel (Werner Bechtel)
    Es hat noch niemand bewiesen, dass Smart Grid etwas bringt. Ich vertraue der Botschaft, Netz für EE 18 Mrd. https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2016/3865.pdf Ich glaube Herrn Ulbig nicht, Herr Ulbig und fasst alle verschweigen auch, dass für EE 2 - 3 TWh Pumpspeicher notwendig sind. PSI. Das kostet nochmals 150 - 250 Mrd.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es kommt doch darauf an welche Voraussetzungen man stellt als Grundlage so einer Studie. Angenommen man rechnet einfach damit dass die bekannten Speicherkraftwerke ihre Seen im Spätsommer und Herbst leeren und den so produzierten Strom irgendwo in Europa dem meistbietenden verkaufen, dann hat die PSI Studie wohl recht. Man sollte aber immer offen bleiben für bessere Lösungen.
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