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Zahlen zur Zuwanderung Drei Jahre MEI: So hat sich die Zuwanderung entwickelt

2014 stimmte das Volk der Masseneinwanderungsinitiative zu. Seither kommen weniger und andere Menschen ins Land. Ein Überblick.

Mit 50,3 Prozent nahm das Schweizer Stimmvolk vor genau drei Jahren die Masseneinwanderungsinitiative an. Die SVP, die die Initiative lanciert hatte, führte vor allem die steigenden Zuwanderungszahlen als Begründung an. Diese hatten 2008 ihren Höchststand erreicht. So haben sie sich seither entwickelt:

Die Zuwanderung geht wieder zurück

Treiber der hohen Zuwanderung waren im Jahr 2008 vor allem Menschen aus Deutschland. Seither ist die Nettozuwanderung (Zuwanderer abzüglich Auswanderer) wieder rückläufig, bleibt aber insgesamt auf hohem Niveau. Durch die Zuwanderung wuchs die Schweiz im letzten Jahr etwa um mehr als die Einwohnerzahl der Stadt Biel.

Legende:
Nettozuwanderung seit 2008 Quelle: Staatssekretariat für Migration Staatssekretariat für Migration

Mehr Südeuropäer, weniger Nordeuropäer

Die Zuwanderung aus dem EU-Raum verändert ihr Gesicht: In den Nullerjahren wanderten hauptsächlich Menschen aus Nord- und Westeuropa ein. Allmählich aber nahmen Zuwanderer aus Südeuropa und Osteuropa Überhand. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn man die Wanderungssaldi von Deutschen und Italienern vergleicht.

Legende:
Vergleich Deutschland und Italien Quelle: Staatssekretariat für Migration Staatssekretariat für Migration

Die Top 10 der europäischen Zuwanderung 2016

Der Wandel bei der Zuwanderung zeigt sich auch in der aktuellen Top 10 der europäischen Zuwanderungsnationen: Menschen aus Süd- und Osteuropa stehen an der Spitze der Rangliste.

Legende:
Ursprungsländer der Zugewanderten Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft Staatssekretariat für Wirtschaft

Erhöhte Arbeitslosigkeit bei Zuwanderern

Zuwanderer aus dem EU-Raum beziehen insgesamt mehr Leistungen der Arbeitslosenversicherung als dass sie Beiträge einzahlen. Besonders ungünstig fällt diese Bilanz bei Menschen aus Portugal und den osteuropäischen EU-Staaten aus. Grund dafür ist die Tatsache, dass viele der Zuwanderer aus diesen Staaten in Branchen mit hohem Risiko für Arbeitslosigkeit arbeiten.

Arbeitslosigkeit bei Zuwanderern 2014

Schweiz1,28
Deutschland1,11
Frankreich1,01
Italien0,8

EU/EFTA (Durchschnitt)
0,79
Osteuropäische EU-Staaten
0,68
Spanien
0,61

Portugal0,45

Im Jahr 2014 haben die Schweizer insgesamt 28 Prozent mehr Geld in die Arbeitslosenkasse einbezahlt als sie umgekehrt in Form von Arbeitslosen-Entschädigungen bezogen haben. Portugiesen im Gegensatz haben lediglich 45 Prozent der insgesamt von ihnen bezogenen Arbeitslosen-Entschädigungen «selbst» – also in Form von Beiträgen an die Arbeitslosen-Versicherung – finanziert.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    @SRF: etwas am Thema vorbei, aber doch nicht. Wie steht es jetzt um den Inländervorrang light in der Praxis? Wenn schon beschlossen, müssen die Arbeitslosen ab sofort wissen, ob sie in den betroffenen Branchen bzw. Regionen leben, wo sie die gemeldeten Stellen finden (ich nehme an, es gibt ein Plattform für das). Vor allem, wenn ein Arbeitsloser im Aargau wohnt und dem dortigen RAV unterstellt ist, wie erfährt z.B. RAV-Zürich, dass im Aargau einen geeigneten Kandidaten gibt? Bitte informieren!
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  • Kommentar von John Johnson (Kelten)
    Die Grafik bestätigt lediglich die bekannte Praxis: Die eingestellten ausländischen HR Manager bei div. Grossfirmen publizieren viele Stellenausschreibungen seit Jahren nur noch im Ausland (nicht mehr in der Schweiz), vorwiegend Deutschland. Basierend auf der rechtlichen Grundlage wird sich an dieser ökonomisch motivierten Personal-Strategie auch zukünftig nichts ändern; solange die CH-Gehälter mehr als das Doppelte höher sind, als in den EU-Staaten: Reine Frage der Personalbeschaffungskosten…
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wegen der konkreten Zahl von 8/10T im Büchlein: Tatsächlich steht im Büchlein auf der admin.ch keine konkrete Zahl. Doch dieses PDF wurde zuletzt am 11.04.2013 geändert! Es ist also NICHT die Originalversion online. Im Nov.2013 verweisen Zeitungen auf die Höchstzahl von 10T, was der BR gem. Studie v.Thomas Straubhaar als Prognose nannte. BRSS behauptet ab Nov.2013 keine Höchstzahlen genannt zu haben. Google: "brutal geirrt bewusst gelogen"Tagi, "Bundesrat verschätzte sich"AZ online v. 11.12.2013
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