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Schweiz Drohungen gegen Beamte nehmen zu

Über 1000 Fälle von Drohungen gegen Bundesräte, Parlamentarier oder Richter ereigneten sich im letzten Jahr. Dies zeigt der neueste Jahresbericht des Bundesamtes für Polizei.

Legende: Video Zunahme von Drohungen gegen Politiker abspielen. Laufzeit 3:39 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.05.2016.

Gebrauchtes WC-Papier, Beleidigungen, Hitler-Vergleiche: Der Walliser Staatsrat Oskar Freysinger erhält per Post gruselige Drohbriefe. «Solche Dinge kriege ich immer wieder, sicher alle zwei bis drei Wochen. Vor sensiblen Abstimmungen, wenn die Wogen hoch gehen, auch mal mehr.»

Drohungen nehmen zu

Die Zahl der Drohungen hat in der Schweiz in den letzten Jahren ständig zugenommen. Insgesamt verzeichnete das Bundesamt für Polizei 1063 Meldungen von Drohungen im Jahr 2015, betroffen waren 89 Personen.

«Die Hemmschwelle für Drohungen ist in den letzten Jahren gesunken», so Michael Kläy, Chef des Bundessicherheitsdienstes. Dies habe auch mit den sozialen Medien zu tun.

«Grund für die Zunahme ist aber auch, dass die Sensibilität bei den geschützten Personen gestiegen ist.» Drohungen werden heute also häufiger der Polizei gemeldet. 55 Prozent der Drohungen gingen an Bundesräte, 20 Prozent an Richter, 15 Prozent an Departemente und Ämter und 10 Prozent an Parlamentarier.

Nur jede zehnte Drohung wurde vom Bundesamt für Polizei als explizite Bedrohung eingestuft, gegen die Massnahmen ergriffen werden mussten. Für Drohungen können Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren ausgesprochen werden.

Legende:
Zahl der Drohungen gegen Magistraten, Bundesangestellte und Diplomaten Erfasst sind Drohungen in Briefen, E-Mails und Telefonaten. Bundesamt für Polizei

Viele Drohungen, wenige Täter

Anscheinend sind viele der wütenden Urheber Serientäter: Die 1063 Drohungen stammen von insgesamt nur 123 Personen. Und eine einzige bedrohte Person soll rund 500 der gemeldeten Drohungen erhalten haben.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Für mögliche Fehlverhalten der Politiker oder Beamten haben wir die Justiz. Solche Drohungen haben kein Entschuldigungen verdient! Wir sind eine Demokratie und können wenn wir es möchten dies durch Referenden & Wahlzettel beeinflussen. Tatsache ist das Politik mehr auf der persönlichen eben Ausgetragen wir als in Sachpolitik! Ich muss gestehen das mir das leider auch schon passiert ist, doch ich versuche immer gleich wieder auf die Sache mich zu Konzentrieren.
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      Ich bin sehr erstaunt wie hier bekannte Forumschreiber die sich selbst oft der untersten Schublade bedienen um Politiker und Andersdenkende zu diffamieren und zu beleidigen, sich nun als Pharisäer entsetzen über die Drohungen gegen die Beamten und Politiker.Auch verbale Angriffe sind bösartig und verletzen.....bitte denken Sie das nächste Mal daran (---)
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      @Mathis,sie werfen mir vor,einen Balken vor meinem Auge zu haben.Ich sage ihnen um die Welt etwas besser verstehen zu können braucht es mehr als nur Parolen von Parteien hinterher zu jagen.Durch meine langjährige beruflich & private Auslandstätigkeit im Zusammenspiel mit politischen Organen darf ich sagen,dass die Welt etwas komplizierter ist,als sie vielleicht annehmen.Gelernt habe ich,dass völkisches Gedankengut einer Gesellschaft schadet.Denn dies führt u.a. zu Frustration gegen Exekutiven.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    N.Dudle, 9:50 "Haben Sie tatsächlich nichts anderes auf Lager als die Suche nach Schuldigen u.Links-Rechts-Bashing? Das bringt die Diskussion ebenso wenig weiter wie die intolerablen persönlichen Angriffe. Es verschwendet Zeit+Energie am falschen Ort und vergiftet zunehmend die Atmosphäre. Hören Sie also bitte endlich auf damit" Im Gegensatz zu Ihnen, habe ich weder Sie noch jemand anders persönlich angegriffen, und ich denke nicht im Traum daran, Ihnen zu verbieten, was mich an Ihnen nervt!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ich denke, mit ihrem doch sehr rechten Gedankengut giessen sie ebenso Öl ins Feuer wie die Linksextremen. Das Erfolgsgeheimnis der Schweiz war einmal der Konsens zwischen arm und reich, links und rechts. Der wurde zerstört, und zwar vor allem durch die Exponenten aus der rechten Ecke.
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      A.Planta,leider sehen Sie nur was Sie sehen wollen,wenn ich mir die Angriffe von links (z.b. Hr.Levrat ) ansehe ,finde ich keinen grossen Unterschied.Es mangelt beiden Seiten an Konsens, weil Jeder immer recht haben will und keiner nachgibt.Erst wenn sich hier einmal die Vernunft und das Pflichtbewusstsein dem Mitmenschen gegenüber einschalten kann es Lösungen geben.
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    3. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      A. Planta, ich darf und will hier meine Meinung vertreten, und Sie äussern die Ihre! Ich habe niemanden persönlich angegriffen, aber wenn Sie meinen, ich giesse Öl ins Feuer, bitte, meinen Sie das. Ich denke dasselbe von einigen hier im Forum, welche von früh bis spät nichts anderes tun als das.
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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Logisch, die 68-er die an der Macht sind haben den heutigen Jungen ja beigebracht, dass es keine Achtung der Autorität etc braucht! Jetzt haben wir den Salat!
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