Zum Inhalt springen
Inhalt

Designerdrogen Dutzende neue Substanzen verboten

Das Wichtigste in Kürze

  • 35 weitere Designerdrogen sind in der Schweiz ab sofort verboten.
  • Doch die Hersteller im Ausland werden wohl schon bald neue Mittelchen entwickeln.
  • Die Behörden warnen vor der Gefährlichkeit solcher angeblich legalen Drogen.

Die Substanzen werden auch als «Legal Highs» oder «Research Chemicals» bezeichnet: Sogenannte Designerdrogen. Die Stoffe werden meist als legale Rauschmittel angepriesen, da sie zunächst noch nicht in die Betäubungsmittel-Verzeichnisse aufgenommen sind.

Die Behörden erweitern ihr Verzeichnis der illegalen Drogen deshalb periodisch, um so die ständig neu auftauchenden Stoffe möglichst rasch unter ein Verbot zu stellen. In der Schweiz sind es 35 solche Substanzen, die jetzt offiziell neu verboten sind.

Gewinne wie bei «normalen» Drogen

«Bei den neuen Substanzen werden meist kleine chemische Änderungen vorgenommen», sagt Monika Joos, Leiterin der Betäubungsmittel-Abteilung bei der Arzneimittelbehörde Swissmedic. Dies geschehe meist im Ausland. Die neuen Substanzen würden sodann im Internet als legal zum Kauf angeboten und per Post in die Schweiz geliefert.

Symbolbild: Ein Finger wühlt in einem Haufen Pillen.
Legende: Ständig kommen neue Designerdrogen auf den Markt. Keystone

So lange die Substanzen nicht auf der Betäubungsmittelliste stehen, sind sie nicht verboten. Also gehen die Hersteller und Vertreiber der Mittelchen auch kaum Risiken ein – und das bei Gewinnen ähnlich denen des «normalen» Drogenhandels.

Kommt die Substanz dann auf die Verbotsliste, wird schon die nächste Designer-Droge auf den Markt geworfen. So hinken die Behörden den Herstellern zwar immer ein wenig hinterher. Allerdings gebe es in der Schweiz die Möglichkeit für die Behörden, sehr rasch auf neue Substanzen zu reagieren, betont Joos.

Periodische Anpassung der Drogenliste

Seit Dezember 2011 wurden insgesamt 172 Einzelsubstanzen und 9 Gruppen ins Betäubungsmittel-Verzeichnis aufgenommen und damit verboten. Die Behörden können so die Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen auf dem Schwarzmarkt wirkungsvoll bekämpfen, so Swissmedic. Die Aktualisierung der Verordnung zum Betäubungsmittelgesetz erfolgt international abgestimmt. So werde verhindert, dass die Schweiz zu einem Umschlagplatz für den Handel mit Designer-Drogen werde.

Gefährlich für die Gesundheit

Gleichzeitig warnt Swissmedic vor den Gefahren der Designerdrogen: Sie seien oftmals viel stärker als die bekannten Ausgangssubstanzen. Entsprechend könne der Konsument kaum einschätzen, wie sie wirken. Ausserdem wisse man zunächst nicht, ob die Pillen allenfalls eine Gefahr für die Gesundheit darstellten, insbesondere wenn sie wiederholt eingenommen werden – oder ob sie abhängig machten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Und warum reisst sich unsere ach so kluge und gebildete Jugend um all die Pillen? Anscheinend geht es Allen viel zu gut, dass sie den ganzen Mist kaufen und verschlucken können. Etwas mehr Vernunft und Eigenverantwortung wäre gefragt, wenn man das ganze Leben noch vor sich hat. Wie kann eine Zukunft aussehen, mit lauter süchtigen Gestalten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Hämmerli (Hans Hämmerli)
    Verbote bewirken meist nur das Gegenteil: Sie wirken anziehender. Und wenn man Substanzen verbietet obwohl man weiss, dass die Hersteller eh bald eine leicht abgeänderte Version davon rausbringen isct das ein Kampf gegen Windmühlen. Deshalb fordere ich die legalisierung aller Drogen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Solange Swissmedic nicht den Kamillentee verbietet, weil ein Pharma-Riese auf einen Wirkstoff das Patent hat, können durchaus vertretbare Gründe hinter einem Verbot stehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen