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Legende: Audio Kein E-Voting mehr bei der Post abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
01:00 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.03.2019.
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E-Voting-System der Post Der Unterbruch ist folgerichtig

Der öffentliche Test des E-Voting-Systems hat zu viele Lücken aufgedeckt. Sie zu beheben, braucht Zeit.

Während eines Monats haben interessierte Sicherheitsspezialisten in einem sogenannten «Public Intrusion Test» versucht, das E-Voting-System der Post zu knacken. Vor knapp einer Woche ging der Test zu Ende. Jetzt reagiert die Schweizerische Post auf die Resultate, mit dem Unterbruch des Systems.

Auch wenn es laut Post, Link öffnet in einem neuen Fenster niemandem gelang, tatsächlich das Ergebnis einer Abstimmung zu manipulieren: Von den Hackern wurden 173 Probleme im Programmcode gemeldet. 16 davon haben Bundeskanzlei, Post und Kantone bestätigt und als unkritisch eingestuft. Für die anderen Fehler fehlt noch eine Einschätzung, wie schwerwiegend sie sind.

Code wurde «wild» veröffentlicht

Der Test wurde von Misstönen begleitet. Nicht alle Spezialisten waren mit den Bedinungen der Post einverstanden, insbesondere was die Veröffentlichung allfällig gefundener Fehler betraf. Weil der Programmcode aber trotzdem «wild» veröffentlicht wurde, konnten auch Spezialisten den Code analysieren, die sich nicht offiziell am Test beteiligten.

Ein solches Team aus Australien fand dabei zwei kritische Fehler, die beide den Teil des Systems betreffen, der die Verifzierbarkeit des Urnengangs sicherstellen soll – und so verhindern, dass unbemerkt Stimmen verändert werden können.

Entscheid der Post ist folgerichtig

All diese Befunde zu überprüfen und dann zu korrigieren, braucht Zeit. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass die Post dem System nun vorerst den Stecker zieht.

Man wolle die Probleme beheben und noch einmal von unabhängigen Experten überprüfen lassen. Es sei ausserdem weiterhin möglich, den Programmcode zu untersuchen und gefundene Fehler zu melden.

Die jetzt festgestellten Fehler wurden bei früheren Überprüfungen nicht gefunden. Auch wenn jetzt verbessert und nachgeprüft wird, lässt sich deshalb nicht ausschliessen, dass erneut Fehler übersehen werden. Die Post hat sich bisher nicht geäussert, ob man beispielsweise öffentliche Test regelmässig wiederholen oder Prämien für gemeldete Fehler ausschreiben will.

Guido Berger

Guido Berger

Leiter Digitalredaktion, SRF

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Guido Berger (@guidoberger) leitet SRF Digital und erklärt seit 2006 Technologie und Games.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Olivier Widmer (widmero)
    Ich frage mich einfach, was der große Nutzen eines eVoting System für die Bürger sein soll. Bis ich mich elektronisch auf einem Gerät verifiziert habe, kann ich genauso gut auch schnell den Zettel ausfüllen und auf dem Weg zur Arbeit in den Briefkasten werfen. Also was ist genau der Vorteil von eVoting? Und als Demokratie muss man ja zwingend die friedliche Stimmabgabe auch immer noch anbieten für alle Leute die nicht elektronisch abstimmen können.
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  • Kommentar von Klaus Albrecht (notabene)
    Mein Computer muss alle fünf Minuten ein Update installieren um Sicherheitslöcher zu stopfen und er hört seltsamerweise gar nicht damit auf. Kaum sind welche gestopft, tun sich schon wieder neue auf. Irgendwie ein lustiges Spielchen, dass gar nicht Enden will. Aber unsere Post will hier etwas fertig bringen, dass alle anderen wohl gar nicht zu schaffen scheinen Sogar die Amerikaner nicht
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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Abstimmungsresultate in Demokratien ertragen keine Zweifel! Solche rühren am innersten Kern einer Demokratie. Es verwundert ein wenig, dass Technologiegläubige ernsthaft planen, die gute alte Papiermethode den Bach runter zu schicken! Bis anhin ist ein funktionierendes System nicht absehbar! Stattdessen wird weiterhin gebastelt und gefummelt - auf Kosten des Steuerzahlers, der das in seiner Mehrheit wahrscheinlich gar nicht will! Ein Übungsabbruch wäre ins Auge zu fassen!
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