Die Berufslehre als Erfolgsfaktor?

Holz als Werkstoff boomt. Damit verändert sich auch das Berufsbild der Zimmerleute – neue Fähigkeiten müssen erlernt werden. Die Spezialsendung «Echo aus dem Hörsaal» nahm die Ausbildung unter die Lupe und diskutierte sowohl mit langjährigen Branchenvertretern als auch mit Neueinsteigern.

Wer das Schweizer Bildungssystem anschaut, kommt nicht um die Berufslehre herum. Die Mehrheit der Jugendlichen macht nach ihrer obligatorischen Schulzeit eine Berufslehre. In der dritten Sendung des Bildungs-Spezials «Echo aus dem Hörsaal» berichten wir aus der Berufsfachschule Emmental in Langnau. «Echo aus dem Hörsaal» zeigt am Beispiel der Zimmer-Lehre auf, wie flexibel die Berufsbildung in der Schweiz ist.

Der Holzbau boomt – Holz als Baustoff wird neu entdeckt. Fern von Chalet- und Täfer-Romantik entstehen immer grössere und komplexere Holzbauten. Auch als ökologische Alternative zu Beton und Stahl wird Holz immer wichtiger. Schweizer Betriebe haben Baumethoden entwickelt, so dass sie heute Gebäude mit bis zu sechs Stockwerken bauen können. Bis vor Kurzem war dies aus Feuerschutzgründen nicht möglich.

Beliebte Arbeit mit wandelndem Berufsbild

Das Berufsbild wandelt sich und die Ansprüche steigen. Was heisst das für die Ausbildung von zukünftigen Zimmerleuten? Neben der Holzbearbeitung müssen Zimmerleute heute spezielle Computersoftware (CAD) anwenden können, um komplexe Bauwerke zu planen.

Baustatik gehört inzwischen auch in die Grundbildung. Mit der Energiewende erhalten Zimmerleute immer öfters Aufträge, Solaranlagen in Holzbauten zu integrieren. Auch bei Gebäudeaufstockungen, dem verdichteten Bauen, kommt immer häufiger Holz zum Einsatz.

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Berufsbild: Zimmermann

15 min, aus SRF mySchool vom 4.9.2012

Darum hat die Branche entschieden, die Berufslehre von drei auf vier Jahre zu verlängern. Noch finden die Betriebe genügend Lehrlinge. Jährlich beginnen über 1000 Jugendliche eine Lehre als Zimmerin oder als Zimmermann. Der Beruf gehört zu den 20 meist gewählten.

Doch das könnte sich bald ändern. Darum muss das Berufsbild auch attraktiver werden. Wie wird das traditionelle Handwerk des Zimmermanns, der Zimmerin fit für die Zukunft gemacht? Dieser und weiteren Fragen ging die Sondersendung «Echo aus dem Hörsaal» nach.

Programm

15.00 Uhr: Am gleichen Tag wurde auch der «SRF 4 News Talk» zum Thema «typische Frauen- und Männerberufen» live aus der Berufsfachschule Emmental gesendet.

Gäste der Sendung:

  • Selina Berger, Automobilfachfrau in Ausbildung
  • Hans Schmied, Ausbildner von Selina Berger
  • Cyril Bergman, angehender Florist
  • Edith Hofmann, Ausbildnerin von Cyril Bergmann
  • Andreja Torriani, Berufsschullehrer Kanton Zug

18.00 Uhr: Live-Sendung «Echo aus dem Hörsaal»

Sarah Schweizer steht am Anfang ihrer Berufskarriere. Die 17-jährige Emmentalerin und Hobbyschwingerin macht eine Ausbildung als Zimmerin. Zimmermann Alfred Röthlisberger arbeitet schon fast 50 Jahre auf dem Beruf. Bald zieht sich der Bowiler Lehrmeister aus dem Berufsleben zurück und übergibt seinen Betrieb an eine jüngere Generation.

In der dritten Bildungs-Spezialsendung des «Echo der Zeit» zogen Alfred Röthlisberger mit Sarah Schweizer Bilanz, wie sich der Beruf in den letzten Jahren gewandelt hat.

Weitere Gäste in der Sendung:

  • Hans Kühni, Vertreter Holzbau Schweiz, Sektion Bern, Besitzer der Zimmerei Kühne AG, Ramsei
  • Christian Burkhalter, Leiter der Fachlehrer Zimmerleute an der Berufsfachschule Emmental, Langnau
  • Jürg Hirschi, Inhaber Zimmerei Hirschi AG und «Truber Holz», Trub
  • Ursula Renold, ehemalige Direktorin Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, heute Dozentin an der Konjunkturforschungsstelle der ETH (Bildungssystem-Forschung)