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Schweiz Economiesuisse fordert mehr Freiraum für Unternehmen

Der Bundesrat will nach der Abkehr vom Euro-Mindestkurs kein Konjunkturprogramm aufgleisen. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hält das für richtig. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund sieht die Nationalbank in der Pflicht.

Zwei Quittungen eines Bankomaten, darauf der Umrechnungskurs für 100 Euro in Franken.
Legende: Die SNB stützt den Euro-Franken-Kurs nicht mehr. Die Folgen für die Wirtschaft sind teils gravierend. Keystone

Für den Gewerkschaftsbund (SGB) ist klar: «Nach dem Entscheid der Nationalbank hat die Schweiz ein Wechselkursproblem, das die exportorientierte Wirtschaft schwer belastet», wie dessen Sprecher Thomas Zimmermann sagte. Solche gravierenden Wechselkursprobleme könne nur die Nationalbank (SNB) lösen.

Der Wachstumsbericht, der vor dem SNB-Entscheid vorbereitet wurde und den der Bundesrat heute präsentierte, könne die aktuelle Wettbewerbsverzerrung nicht wettmachen. Der SGB werde gegen Lohndruck vorgehen, sagte Zimmermann. «Lohnsenkungen werden wir bekämpfen.» Löhne in Euro dürfe es nicht geben.

«Politik hat Zeit nicht genutzt»

Aus Sicht des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse braucht die Wirtschaft nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Franken kein Konjunkturprogramm, sondern möglichst viel Freiraum. «Es handelt sich um einen Kostenschock, nicht um einen Nachfrageschock», sagte Rudolf Minsch, Chefökonom bei Economiesuisse.

Anders als 2009, als wegen der Finanzkrise die Nachfrage vorübergehend ausblieb, stelle die Aufhebung des Mindestkurses die Wirtschaft vor ein Kostenproblem. Daher müssten die Regulierungskosten gesenkt werden. Economiesuisse habe dies bereits vor der Einführung des Mindestkurses gefordert, doch geschehen sei nichts, sagte Minsch. «Es wurde gesagt, die Wirtschaft habe genug Zeit gehabt, um sich anzupassen. Das hat sie getan, aber die Politik hat die Zeit nicht genutzt.»

«Marktzutritt besonders wichtig»

Laut Economiesuisse muss zudem die Planungsunsicherheit der Unternehmen reduziert werden. Um dies zu erreichen, müsse insbesondere die Unternehmenssteuerreform III «möglichst schnell und ohne Gegenfinanzierung umgesetzt werden», so Minsch.

Ferner müsse der Zugang zu den ausländischen Märkten sichergestellt bleiben und weiter verbessert werden. Dieser sei in der momentanen Situation besonders wichtig, findet der Chefökonom von Economiesuisse. Um zu beurteilen, ob es zusätzliche Massnahmen brauche, sei es aber noch zu früh.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Wirtschaft will weiterhin frisch ausgebildete junge Arbeitskräfte, am liebsten aus der ganzen Welt rekrutieren können, unbürokratisch, versteht sich. So würden die Lohnkosten minimiert. Dafür wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht, denn laut Verfassung gibt es einen Inländervorrang. Die Kosten aus Arbeitslosigkeit und/ oder Sozialhilfe soll dann gefälligst der Staat übernehmen. Eine zweite wichtige Forderung der Wirtschaft: Steuerlast senken.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Die lieben Gewerkschaften die immer für den weiteren irren Wachstum sind und für die Einwanderung, Subventionierung durch die SNB und dazu noch stramm hinter der Wirtschaft stehen , befürchten nun niederere Löhne - befürchten ist gut - auslöffeln müssen es nun wieder die Büezer . Die Gewerkschaften sind einfach nur der Beschwichtigungsverein für das arbeitende Volk, löst diese bitte auf , denn sie sind völlig unnütz und kosten nur gutes Geld . Bestimmen tun einzig die Lohnzahler .
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    So, so, die Wirtschaft braucht möglichst viel Freiraum. Den hat sie ja und dazu hat sie ihn noch weidlich ausgenutzt. Was wollen die denn noch? Etwa eine Nullsteuer für Unternehmen und eine Gewinngarantie vom Bund?
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