EDA verschärft Warnung – Reisebüros annullieren Flüge

Das Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät von Reisen nach Ägypten ab. Reisebüros annullieren Flüge bis im September.

Das EDA hat seine Reisehinweise für Ägypten wegen den jüngsten Ereignissen angepasst. Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen nach Ägypten rät das EDA ab.

Am Freitagnachmittag beschlossen die Reiseunternehmen Kuoni, Hotelplan und Tui Schweiz, ihre Flüge bis im September zu annullieren. Kunden erhalten für Reisen bis vorerst zum 20. September ihr Geld zurück. Oder sie können spesenfrei umbuchen.

Eine Evakuierung seiner 450 Feriengäste am Roten Meer ist bei Kuoni zurzeit kein Thema. Man wolle die Leute aber «nicht aus den Liegestühlen reissen». Sollte sich die Lage deutlich verschlechtern, könnten die Massnahmen angepasst werden.

Kostenloses Umbuchen oder stornieren bieten auch Hotelplan oder Tui Schweiz. Laut Hotelplan Suisse klären die lokalen Reiseleiter die eventuelle Rückreisen von 333 Kunden ab. «Sollte sich die Situation zuspitzen, werden Extra-Flüge organisiert», wie Hotelplan bekanntgab.

In Sharm-el-Sheikh müssen Gäste, die nachts ankommen, die Nacht am Flughafen verbringen. Dies wegen der allgemeinen Ausgangssperre.

Einmaliges Umbuchen bei Swiss möglich

Die Swiss fliegt trotz der EDA-Warnung weiterhin nach Kairo. Die aktuelle Hinweis als «sanfte Warnung» Sicherheitslage am dortigen Flughafen erlaube dies momentan, so eine Mediensprecherin der Fluggesellschaft.

Passagiere, die einen Flug nach oder von Ägypten mit Abflug bis einschliesslich dem 30. September 2013 gebucht haben, könnten das Flugticket einmalig kostenlos umbuchen. Gemäss einer Mitteilung der Swiss kann allerdings nur das Reisedatum angepasst werden, nicht aber die Destination.

Andere Staaten reagierten früher

Das Auswärtige Amt in Deutschland hatte zuvor eine Reisewarnung für ganz Ägypten ausgeben. Bisher waren die Urlaubsregionen am Roten Meer von der Warnung des Ministeriums ausgenommen. Man rate «dringend» von Reisen ab, so Berlin.

Touristen, welche sich bereits im Land befinden, werden aber vorerst nicht zur Abreise bewegt. Tui sagte alle Reisen nach Ägypten bis einschliesslich 15. September ab. Auch das Reiseunternehmen Thomas Cook sagte alle Reisen ab.

Russland hat den Verkauf von Ägyptenreisen gestoppt. «Wer bereits alle nötigen Papiere hat, kann zwar fliegen – aber wir raten dringend davon ab». Derzeit hielten sich 55'000 russische Touristen in Ägypten auf. Moskau denke darüber nach, den Urlaubern die Rückkehr zu empfehlen und Heimflüge zu organisieren, hiess es.

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Ägyptens Tourismus durch Krise angeschlagen

3:26 min, aus 10vor10 vom 16.8.2013

Bereits am Donnerstagabend hatten skandinavische Reiseveranstalter gehandelt und begonnen, ihre Kunden aus Ägypten zurückzuholen. Es sollen mehrere hundert Dänen, Norweger und Schweden betroffen sein. Künftige Reisen werden demnach bis Anfang Oktober eingestellt.

Hinweis als «sanfte Warnung»

Reisewarnungen werden nur selten ausgesprochen. Warnungen werden nur formuliert, wenn «eine akute Gefahr für Leib und Leben» besteht. Häufiger sind allgemeine Reisehinweise. Diese beinhalten zum Beispiel, auf «nicht unbedingt erforderliche» Reisen zu verzichten. Deutschland hat für 10 Länder und Regionen Warnungen ausgegeben, die USA für 35.