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Was das Volk zu Olympia meint Eher kritische Stimmen aus Davos und Landquart

Sind Olympische Spiele für Graubünden zu gross oder bringen sie Gäste? Bereiten sie Freude oder ist es Geldverschleiss?

Legende: Audio Olympische Winterspiele in Graubünden? abspielen.
4:43 min, aus Rendez-vous vom 19.01.2017.

Was hält die Bevölkerung von der Idee, im Kanton Graubünden Olympische Spiele auszurichten? SRF-Regionaljournal-Redaktor Marc Melcher hat sich auf der Strasse in Davos und Landquart umgehört.

Argument Grösse: Davos, und Graubünden an sich sei zu klein für Olympische Spiele, sagt der 16-jährige Florian Müller in Davos. Gleicher Meinung ist Beni Schibli, der mit seiner Familie Schlittschuh läuft: «Olympia muss kleiner werden, sanfter, sonst passt es nicht hierhin», sagt er.

Sollte das IOC aber bereit sein, kleinere Spiele durchzuführen, dann wäre Olympia genau das Richtige, um den darbenden Bündner Tourismus wieder anzukurbeln, meint der Davoser Schibli.

Der Davos Gemeindemitarbeiter Jan Künis hingegen findet, die Grösse der Spiele sei egal. «Ich hätte Freude daran. Ich glaube, dass wir das könnten», meint er.

Argument Tourismus: «Gäste würde es schon bringen. Aber es kann auch schlecht laufen», sagt Joana Kälin in Landquart. Sie habe sich noch nicht entschieden, was sie auf den Stimmzettel schreiben wolle.

Anders sieht dies der Dimitri Tschopp. Er wartet in einem Geschäft für Fahr- und Motorräder auf Kunden. «Leute aus der ganzen Welt kämen hierher. Es ist ein schönes Fest, und ich liebe Wintersport.»

Argument Finanzen: «Ich finde die Idee witzlos. Wenn man sieht, was so ein Anlass kostet und welchen er Nutzen er bringt – auch für die Umwelt–, dann finde ich, es ist schade ums Geld», sagt Takuma Wagner in Landquart. Er hält die erneute Abstimmung für Zwängerei.

Ums Geld geht es bereits in der Grundsatzabstimmung vom Februar. 25 Millionen Franken sollen die Bündnerinnen und Bündner sprechen, damit der Kanton eine Kandidatur ausarbeiten kann.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Die Olympischen Spiele entarten in der heutigen Form zu einem Gigantismus. Ueberhaupt nicht mehr nachhaltig. Heute kann ein Ort kaum mehr durch solche Spiele viel bekannter gemacht werden, als dieser schon ist. Olympische Spiele sollen in der Schweiz stattfinden können. Aber mit kleinerem Aufwand: Ich würde mich freuen über Spiele, bei denen traditionelle Weltcuppisten in der Schweiz und die bestehenden Gastronomiebetriebe zum Zuge kämen. Ein volkstümliches Fest, nicht ein Promi-Elitenanlass.
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Wie kann man nur diese "einmalige Chance" nicht nutzen?Hier geht es um die Nachhaltigkeit von Arbeitsplätze Tourismus usw. usw.<nach den Spielen<. 2 Olympische Spiele haben St. Moritz weltberühmt gemacht und St.Moritz profitiert heute noch davon. Wenn GR es nicht macht, wird Innsbruck oder Wallis das rennen machen den der GR Tourismus mit seinen massiven Umsatzeinbrüchen, befindet sich nicht in der luxuriösen Situation hier nein sagen zu können. Für das Gemeinwohl eine lohnende Ausgabe.
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    1. Antwort von Patrik Christmann (Politik für die Schweizer)
      Kann man einem Anwalt glauben?Man muss sich nur anschauen wie das in der näheren Vergangenheit bei den Austragungsorten von Olympia ausgegangen ist. Alle Gewinne dem IOC&den Sportlern sowie einigen privilegierten Leistungserbringern vor Ort. Die grosse Mehrheit der Anwohner/Steuerzahler trägt die Defizite und Altlasten. Von Nachhaltigkeit keine Spur. Dieses viele Geld kann besser genutzt werden, wenn wir es denn vorig haben. Wenn es so lukrativ ist,sollen doch Private die Spiele finanzieren.
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    2. Antwort von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
      Christmann genau für Politik für die Schweiz und nicht dagegen.. Sind Sie der Meinung dass St. Moritz heute das wäre ohne die Olympischen Spiele?? Das ist wahre Nachhaltigkeit für unsere Kinder und deren Zukunft.Sport verbindet Jugend , Behinderte, Nationalitäten und ein zusammenführen von Gemeinsamkeiten.Das Kapital hierfür ist besser angelegt als im Asylsystem was mehr kostet und ohne Nachhaltigkeit!!!
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    3. Antwort von U.E. Romer (romeru)
      Es kann schon sein, dass im Vorfeld einer solchen Veranstaltung auf Kosten der Steuerzahler kurzfristig Arbeitsplätze entstehen und teilweise blind investiert und abgezockt wird. Davos bleibt Davos mit oder ohne Olympia. Entweder schafft es eine Tourismusdestination Gäste langfristig zu sichern, wenn nicht, helfen auch solche Spiele nicht.
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