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Steuer für Hausbesitzer Eigenmietwert vor dem Aus – 4 Fragen und Antworten

Die Abschaffung der unbeliebten Steuer steht auf der politischen Agenda. Eine Übersicht über eine langlebige Debatte.

Legende: Video Der Eigenmietwert soll abgeschafft werden abspielen. Laufzeit 3:45 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.08.2017.

Was ist der Eigenmietwert? Wer ein Eigenheim besitzt, muss den sogenannten Eigenmietwert versteuern. Es handelt sich dabei um ein fiktives Einkommen: Die Höhe des Eigenmietwerts entspricht den Einnahmen, die der Wohneigentümer erzielen könnte, wenn er die Liegenschaft vermieten würde.

Im Gegenzug können Hausbesitzer Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten vom Einkommen abziehen. So sollen Eigentümer und Mieter steuerlich gleichgestellt werden.

Wieso stören sich Wohneigentümer am Eigenmietwert? Hausbesitzer bezahlen Steuern auf ein Einkommen, das real nicht existiert – dafür herrscht beim Hauseigentümerverband HEV wenig Verständnis. Gegner des Eigenmietwerts möchten Wohneigentümer entlasten und das Steuersystem vereinfachen. Zudem stünden im jetzigen System jene Eigentümer schlechter da, die ihre Hypotheken frühzeitig abbezahlen möchten. Dies setze falsche Anreize zur Verschuldung.

Was sagen die Befürworter des Eigenmietwerts? Der Eigenmietwert soll der steuerlichen Gleichstellung von Mietern und Eigentümern dienen. Der Mieterinnen- und Mieterverband unterstützt daher den Eigenmietwert. Der Verband ist allerdings für dessen Abschaffung, wenn gleichzeitig die Steuerabzüge für Hauseigentümer gestrichen werden. Dadurch sänken auch die Anreize zur Aufnahme von Hypotheken und die Verschuldung von Haushalten.

Wird sich nun etwas verändern? War die Politik in der Frage jahrelang stark gespalten, zeichnet sich nun ein Kompromiss ab. Eine parlamentarische Initiative der Wirtschaftskommission (WAK) des Ständerats fordert einen kompletten Systemwechsel: die gleichzeitige Abschaffung des Eigenmietwerts und der Steuerabzüge für Hausbesitzer.

Der HEV, der sich lange gegen eine Streichung der Abzüge wehrte, unterstützt die Initiative. Auch der Mieterverband spricht sich für den Systemwechsel aus. Diese Woche tagte die WAK des Nationalrats zu diesem Thema.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Welch ein Eifer, welch ein Gefecht. Wie heisst es doch so schön: ein Esel sagt zum anderen Langohr!
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Ich werde somit dazu angeregt, mein Haus schneller abzubezahlen. Es gehört dann schneller ganz mir, und nicht mehr zum grössten Teil der Bank. Es ist dann mein Eigentum, mein Kapital. Und darauf darf Papa Staat dann irgendwann zurückgreifen, wenn meine Eltern ins Pflegeheim müssen. Oder eine Invalidität eintrifft. Vereinfacht gesagt: der ehrliche Sparer kann dann noch einfacher gemolken werden. Könnte es sein, dass der Wind aus dieser Richtung pfeift?
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Bingo! Zudem stroemen die Milliarden nun aus dem PK-Kapitalabschmelz-Schwindel in die Kassen der Baenkster und anderen Finanzmisswirtschaftsgaengster. Ohne dass man sich noch der Muehe der Hypozinsverwaltung immer insolventer werdender Arbeiter unterziehen muss....
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Obwohl die Lobbyisten im Hinblick auf das Manipulieren der Stimmbürger von fiktivem Einkommen „Eigenmietwert“ reden, ist dieser sehr real und kann nicht abgeschafft werden, höchstens der Steuerrabatt von heute schon ungerechtfertigten 30 – 40% auf 100% erhöht werden, um damit die Wohneigentümer gegenüber den Mietern steuerlich noch mehr zu privilegieren. Noch schlimmer, es würden neu auch die „armen“ Wohneigentümer mit Hypothek gegenüber den „reichen“ ohne Hypothek massiv benachteiligt werden.
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