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Schweiz Ein einheitlicher Lehrplan für die Deutschschweiz

Ein gemeinsamer Lehrplan für alle deutschsprachigen Kantone: Dieses Ziel verfolgt der Lehrplan 21, der in Bern vorgestellt worden ist. Die Lehrerschaft reagiert positiv, warnt aber auch.

Legende: Video Lehrplan 21: Revolution oder realitätsfremd? abspielen. Laufzeit 04:50 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.06.2013.

Für die Volksschulen der 21 deutschsprachigen Kantone soll künftig ein gemeinsamer Lehrplan gelten. Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) hat den Lehrplan 21 vorgestellt. Er geht nun bis Ende Jahr in die Vernehmlassung.

Wie die D-EDK schreibt, wird der Lehrplan 21 nach der Konsultation nochmals überarbeitet und voraussichtlich im Herbst 2014 freigegeben. Über die Modalitäten der Einführung entscheidet jeder Kanton in eigener Kompetenz. So können die Kantone etwa weiterhin die Stundentafel selbst festlegen.

Keine Änderung bei den Fremdsprachen

Der Lehrplan 21 geht auf eine Abstimmung aus dem Jahr 2006 zurück, als die Stimmberechtigten sich für eine Harmonisierung der Schulen ausgesprochen hatten. Er sei in erster Linie ein Harmonisierungsprojekt und keine Schulreform, schreibt die D-EDK. Er schliesse an bestehende Lehrpläne an und führe notwendige Aktualisierungen ein. Beim Fremdsprachenunterricht bringe der Lehrplan 21 keine Änderungen.

Die Lehrerschaft begrüsst in ersten Stellungnahmen den Lehrplan 21. Sie fordert die Kantone aber auch auf, die sich nun bietende Chance für die Schulen zu nutzen.

Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) teilte mit, der Lehrplan 21 dürfe nicht nur als politischer Akt erlassen werden, sondern müsse sorgfältig eingeführt werden. Zugleich warnt er davor, dass Sparübungen den Erfolg des Lehrplanes stark gefährden würden.

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH) fordert die Kantone dazu auf, die Harmonisierungsziele bei der Umsetzung nicht zu verwässern.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Es kann zwar nachvollzogen werden, dass ein so kleines Land am Bestand seiner 26 traditionellen Liliputanerstaaten festhalten will - vor kurzem wurde ja über eine mögliche "Zusammenlegung" verschiedener Kantone diskutiert -, aber es ist absurd, auf einem so kleinen Raum so viele krass verschiedene Lehrpläne aufrecht halten zu wollen. Soweit ich informiert bin, haben DE und AT, die heute ja ähnliche föderale Systeme haben, mehr oder weniger eine Vereinheitlichung herbeigeführt.
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  • Kommentar von Welti Peaselsack, Schweiz
    Ich finde es eine Frechheit, das wir sowas hinnehmen müssen. Wir geben viel zu viel Geld für nichts aus. Man schaue sich nur die Gesellschaft an, das müsste laut Schule ganz anders sein, ist sie aber nicht. Private Schulen sollen vom Staat gefördert werden.Die sind billiger, und auch noch besser. Denn die sind keine Staatsangestellten auf Lebenszeit. Freier Markt für Privatschulen, das ist die Zukunft für erschwingliche Schulen des 21 Jahrhunderts. Kompetenz wird dann wohl von Lehrern verlangt.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Kinder aus ländlichen Gebieten haben andere Ansprüche als die Stadtkinder. Und nun soll alles zu einem EU-konformen Einheitsbrei vermischt werden? wetten, dass die Bedürfnisse der Stadtkinder mehr gewichtet werden und die Landkinder sich anpassen müssen.
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    1. Antwort von Samuel Bendicht, Bern
      Wenn man die Kinder gegeneinander ausspielen will, braucht es aber auch noch spezielle Lehrpläne für Bergkinder, Kleinstadtkinder, Zirkuskinder, Schaustellerkinder, Künstlerkinder, Kinder von Reichen, Kinder von Armen, Kinder von Intelligenten, Kinder von SVPlern, usw. Am Ende bräuchte jedes Kind einen ganz speziellen Lehrplan, was aber viel kostet und dann wäre die Blocherpartei sicher sofort wieder dagegen, aber dass kennen wir ja bereits zur Genüge, bis es einem schon zum Halse heraushängt.
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    2. Antwort von Daniel G, Winterthur
      @Marlene Zelger Dann erklären Sie doch bitte mal die unterschielidchen Ansprüche zwischen Land- und Stadtkinder. Ihre Forderung macht dann Sinn, wenn Landkinder NIE NIE NIE in ihrem Leben (auch als Erwachsene nicht) bis nach Luzern - oder noch urbaner, bis nach Zürich kommen. Nur dann wären ihre Bedürfnisse wirklich verschieden und eine Unterscheidung sinnvoll. Gibt es solche Kinder wirklich? :-)
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    3. Antwort von Walter Kathriner, Sarnen
      @ Marlene: .. das würde ein Obwaldner nie sagen: die Nidwaldner sind gleich wie die Obwaldner. und das wäre ein Einheitsbrei, ne ne. Auch nicht, dass die Nidwaldner zwei Kartoffelsäcke im Keller haben.
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @W. Kathriner: Soso, dann gibt es also die Rivalität zwischen den "Schifelern" (OW) und den "Riisbäselern" (NW) immer noch? Da ich früher viel mit Leuten aus OW und NW zu tun hatte, kenne ich diese Begriffe. - Zum Thema dieses Blogs: Als einer, der von den stark unterschiedlichen Lehrplänen direkt betroffen war - ich habe schon darüber geschrieben -, bin ich für eine Vereinheitlichung, auch auf das Risiko hin, als ein typischer "Stadt-Zürich-Imperialist" bezeichnet zu werden.
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