Granatenfund in Bern «Ein Glück, dass der Finder so gut reagiert hat»

Auf einem Estrich im Berner Tiefenau-Quartier sind alte Granaten entdeckt worden. Ein Hauswart reagierte goldrichtig.

Das Quartier in der Stadt Bern musste am Mittwochabend teilweise abgesperrt werden. Ein Hauswart hatte beim Räumen eines Estrichs zwei alte Granaten gefunden, eine 7,5-Zentimeter-Hohlpanzer-Granate und eine 5-Zentimenter-Wurfgranate deutscher Produktion aus dem Jahr 1938. Polizei und Armee waren im Einsatz.

Umgehend wurden die Granaten von Spezialisten der Armee geborgen und in einem gepanzerten Lastwagen nach Thun gefahren. Dort wurden die Granaten kontrolliert gesprengt. Es sei ein Glück, dass der Hauswart so souverän reagiert habe, sagt Armeesprecher Daniel Reist.

SRF News: Worauf kommt es in einer derartigen Situation an?

Daniel Reist: Wenn man irgendwo Blindgänger oder Geschosse findet, geht es vor allem darum, diese nicht zu berühren. Das hat der Hauswart genau richtig gemacht. Er hat die Granaten fotografiert und die Polizei alarmiert.

Das Gebiet musste danach abgesperrt werden. Von einer Bagatelle kann man also nicht reden, oder?

Sobald die Granaten bewegt und transportiert werden mussten, war die Absperrung nötig. In diesem Moment bestand eine erhöhte Gefahr.

Weiss man, wie die beiden Geschosse auf den Dachstock gekommen sind?

Das ist nicht bekannt. Der Abwart hat die Geschosse beim Räumen des Dachbodens vor einer Sanierung gefunden. Sie waren etwas versteckt hinter Beigen von Ziegeln. Es ist durchaus möglich, dass einst ein Mieter der Liegenschaft die Granaten auf diese Weise entsorgen wollte.

Bekannt ist, dass es sich um deutsche Geschosse aus dem Jahr 1938 handelt. Wie konnte man das so schnell feststellen?

Unsere Spezialisten haben einerseits die Granaten fotografiert und die Aufnahmen an weitere Fachleute geschickt. Andererseits haben sie die Geschosse geröntgt.

Wie muss man sich das vorstellen?

In einer solchen Situation setzen die Spezialisten sehr hochentwickelte, kleine Röntgengeräte ein, um die Geschosse möglichst röntgen zu können, ohne sie zu berühren. Ziel ist, festzustellen, was in den Granaten drin ist. Es soll geklärt werden, ob Sprengstoff und Zünder vorhanden sind und ob das Geschoss im Originalzustand ist oder schon abgefeuert wurde. Es ist wichtig festzustellen, wie man mit dem Geschoss umgehen muss.

Was war das Resultat dieser Untersuchung?

Mindestens eine der Granaten war noch funktionsfähig.

Das Gespräch führte Eliane Leiser.