Ein Hightech-Waffenregister für die Schweiz?

Das Schweizer Parlament könnte schon bald über die Einführung eines hochtechnologischen landesweiten Waffenregisters entscheiden. Die Technologie dazu hat ein Westschweizer Waffenproduzent entwickelt. Aus dessen Produktion stammt auch die Tatwaffe des Amokläufers von Menznau (LU).

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Waffen-Code soll Sicherheit erhöhen

2:32 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.3.2013

Nach den jüngsten Amokläufen im luzernischen Menznau und im Unterwalliser Dorf Daillon mit insgesamt sieben Todesopfern, ist der Ruf nach vernetzten kantonalen Waffenregistern laut geworden.

Die Firma Sphinx hat nun eine Technologie entwickelt, welche diesem Wunsch gerecht werden könnte. Dies berichten die «Tagesschau» von SRF und «Le Journal» von RTS.

Winziger Nano-Code

Alle Schweizer Waffen sollen dabei mit einem Nano-Code versehen werden. Dieser wird irgendwo an oder in der Waffe angebracht. Er ist winzig klein, 1 Millimeter breit und 1 Millimeter lang, unsichtbar und vollgespickt mit Informationen über Hersteller,  Kaliber, Käufer und Verkäufer der Waffe. Diese Daten werden einmal eingescannt und wandern dann direkt an die Behörden.

Waffen in einem Regal.

Bildlegende: Die Nano-Technologie soll die Waffenregistrierung erleichtern. SRF

Eigene DNA für jede Waffe

Gemäss den Entwicklern erhält damit jede Waffe ihre eigene DNA. «Diesen Code kann niemand mehr entfernen. Er ist hitze- und säureresistent und fester Bestandteil der Waffe. Niemand kann ein Delikt mit Waffen gänzlich verhindern, das ist leider traurige Realität. Aber als Waffenproduzenten können wir mithelfen Waffen zurückzuverfolgen und zu kontrollieren», so Vincent Guignard von der Firma Sphinx gegenüber der «Tagesschau» von SRF.

Den Code kann man mit Hilfe von Sensoren auch orten. So können Polizei, Zoll oder andere Instanzen verlorene, gestohlene Waffen oder Deliktwaffen beispielsweise per Helikopterflug auf eine Distanz von bis zu einem Kilometer ausfindig machen.

SIK Mitglieder zeigen grosses Interesse

Die Westschweizer haben ihre Technologie diese Woche im Bundeshaus erstmals Mitgliedern der sicherheitspolitischen Kommissionen präsentiert. Diese zeigten sich angetan von der Präsentation.

«Wir haben immer gesagt, es wird zu teuer, es geht zu lange, wir können alte Waffen nicht erfassen und wir müssen Möglichkeiten finden um diese Probleme zu lösen. Ich glaube, dies ist nun eine gute Möglichkeit», so Thomas Hurter, Vizepräsident der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) des Nationalrats. Jean-René Fournier von der SIK des Ständerats geht noch weiter. «Wir werden dieses System sicher prüfen und bald diskutieren, ob wir es einführen wollen».

Schon bald Parlamentsentscheid?

Die Technologie hatte Sphinx ursprünglich für die Regierungen von Singapur und den Philippinen zur Markierung von Armeemunition entwickelt. Nun könnte sie schon bald in der Schweiz Anwendung finden. Das Parlament könnte erstmals in der Sommersession darüber entscheiden.