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Ein Jahr vor den Wahlen Der CVP Jura droht die Aufspaltung

Die stärkste Partei des Kantons hat sich intern zerstritten. Drei Parlamentarier haben sich bereits abgewendet.

Legende: Video Knatsch um CVP Jura abspielen. Laufzeit 4:35 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.06.2018.

Im vergangenen Dezember wurde nicht die offizielle Kandidatin Pauline Queloz zur Präsidentin des jurassischen Parlaments gewählt, sondern eine andere CVP-Frau. Das hat Pauline Queloz sowie zwei weitere Fraktionsmitglieder dazu bewogen, aus der Kantonalpartei sowie aus der CVP-Fraktion auszutreten. Sie fühlen sich von ihren Parteikollegen hintergangen.

«Bis zum offiziellen Wahltag liess mich die Fraktion im Glauben, dass ich die offizielle Kandidatin sei. Später erfuhr ich, dass einige Fraktionsmitglieder die anderen Parteien darum baten, ihre Stimme einer anderen Kandidatin zu geben», sagt dazu Pauline Queloz in der TV-Sendung «Schweiz aktuell».

Es bestand die Gefahr, dass die CVP den Präsidentensitz verliert.
Autor: Charles JuillardVizepräsident der CVP Schweiz

Etliche Parlamentarier verweigerten Queloz die Stimme, da sie bei den Zulassungsprüfungen für das Anwaltspatent an der Universität Neuenburg falsche Angaben gemacht haben soll. Pauline Queloz räumt zwar ein, dass sie nicht alle Anforderungen für die Zulassung erfüllte, es sei jedoch keine betrügerische Absicht im Spiel gewesen.

Was machen die Abtrünnigen?

Charles Julliard, jurassischer Finanzdirektor und Vizepräsident der CVP Schweiz, sagt, dass die Fraktion gute Gründe gehabt habe, Queloz nicht zu wählen. «Es bestand die Gefahr, dass die CVP den Präsidentensitz verliert. Die anderen Parteien signalisierten uns, dass unsere offizielle Kandidatin für sie nicht wählbar sei», erklärt er. Ob die drei abtrünnigen Parlamentarier eine eigene Fraktion oder gar eine neue Partei gründen, ist zurzeit offen.

Bei den letzten Gemeindewahlen im Herbst 2017 musste die CVP Jura empfindliche Verluste hinnehmen. Ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen kommen diese internen Dissonanzen für die immer noch wählerstärkste Partei im Kanton Jura sehr ungelegen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Feurer (Swiss Lover)
    «Bis zum offiziellen Wahltag liess mich die Fraktion im Glauben, dass ich die offizielle Kandidatin sei. Später erfuhr ich, dass einige Fraktionsmitglieder die anderen Parteien darum baten, ihre Stimme einer anderen Kandidatin zu geben» Wen wunderts ? So funktioniert die CVP. Nicht nur im Jura.
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    1. Antwort von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
      Nun scheint aber die Kandidatin selber gewisse Probleme mit sich herumzuschleppen. Natürlich kann man das Verhalten der Partei gegenüber hinterfragen, allerdings ist es in diesem Kontext auch nicht ganz einfach das wirklich Richtige zu tun. Vielleicht hätte die Kandidatin auch selber von der Kandidatur abstand nehmen sollen, bis sich die Dinge geklärt haben.
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