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Schweiz Ein kleiner Pilz gefährdet Schutzwälder in den Bergen

Je mehr und dichter die Bäume in den Bergen stehen, desto mehr Schutz für die darunter lebenden Menschen: Deshalb ist eine Aufforstung des Schutzwaldes wichtig – auch an der Waldgrenze. Doch ein Schneepilz rafft Jungbäume dahin.

Waldgrenze in einem alpinen Gebiet
Legende: Ein kleiner Pilz greift junge Bäume an der Waldgrenze an und schwächt so den Schutzwald. Keystone

Ein Bergwald schützt Dörfer, Strassen und Schienen vor Lawinenniedergängen. Wie also lassen sich Arven, Lärchen und Bergföhren an der Waldgrenze aufforsten? Die Antwort auf diese Frage zu kennen, ist wichtig. Denn im Gebirge müssen immer wieder Bäume gepflanzt werden, um den Schutzwald zu verstärken.

Seit den 70-er Jahren wird auf grossen Versuchsflächen bei Davos an diesem Problem geforscht. Das Klima hat sich seither erwärmt. Trotzdem hat sich die Waldgrenze nicht entscheidend nach oben verschoben. Schuld daran ist der Schneepilz, der Jungbäume wegrafft. Zwar kenne man den Schneepilz. «Überrascht hat uns aber, dass der Pilz in einem so grossen Ausmass dafür verantwortlich ist, dass kleine Bäume an der Waldgrenze sterben», sagt Peter Bebi vom Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) in Davos. Er ist zuständig für Gebirgsökosysteme.

Mehr Jungbäume als erwartet sterben

Der Schneepilz breitet sich unter der Schneedecke aus und befällt deshalb junge, eingeschneite Arven und Föhren. Die Nadeln verfärben sich braun und der Baum stirbt innerhalb von zwei Jahren ab. Wo der Schneepilz vorkommt, überlebten laut den Untersuchungen nur gerade fünf Prozent der Jungbäume. Das ist viel weniger, als man lange Zeit annahm.

Der Schneepilz trägt aber auch zur Regulierung des Waldbestandes bei. «Die Waldgrenze steigt nicht so rasch an, wie man das aufgrund der steigenden Temperaturen erwarten würde», sagt Bebi. Ausserdem werde der Wald an der Waldgrenze nicht so dicht.

Bisherige Bekämpfungsversuche erfolglos

Man habe versucht, die Bäume zu retten, indem man einzelne Äste abschnitt. Auch Chemie kam zum Einsatz. Bisher blieben jedoch alle Versuche erfolglos. Es bleibe nichts anderes übrig, als dem Schneepilz auszuweichen. Wenn möglich, werde der Schutzwald dort aufgeforstet, wo der Schnee nicht lange liegen bleibt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Leippert, Kappel SO
    Hat man Hans Rudolf Herren, den Gewinner des Alternativen Nobelpreises und sein Team von "Biovision.ch", schon konsultiert? Diese Wissenschaftler und im Speziellen H.R.Herren haben im Engadin schon viel über dortige Lärchenschädlinge in Erfahrung gebracht und wären wohl die kompetenteste Anlaufstelle für obige Problematik.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Vielleicht könnte gerade die Klimaerwärmung ein Nutzen sein, wenn wir in Zukunft Winter wie der aktuelle haben werden und der Schneepilz mangels Schnee ausstirbt. Also nicht jammern, liebe Natur- und Umweltschützer, sondern das Positive in der Klimaerwärmung sehen! Wenn die Chemie schon erfolglos ist, soll's die Natur eben richten.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eine Schweiz ohne Wälder, kahle Berghänge, waldlose Flächen, kein Vogelgesang mehr…Wie jämmerlich, was unsere Nachkommen einst erwartet!
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