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Nach Burkhalters Rücktritt Ein Lateiner mit grossem Leistungsausweis soll es sein

  • Die FDP-Spitze stellt den Fahrplan und auch die Wünsche für die Nachfolge des Bundesrates vor.
  • Bis zum 11. August dürfen die Kantonalparteien Vorschläge zuhanden der Fraktion liefern.
  • Das oder die Tickets werden an der Fraktionssitzung vor der Herbstsession bestimmt.
  • Fest steht für die Parteiführung: Der Kandidat soll aus der lateinischen Schweiz kommen.

Die FDP will für die Nachfolge des zurücktretenden Bundesrats Didier Burkhalter eine Vertretung aus der lateinischen Schweiz. Sie müsse parteiintern und parteiextern Identifikations- und Mobilisierungspotenzial haben, gab die Partei bekannt.

FDP-Vizepräsident Christian Lüscher lobte vor den Medien in Bern die Leistungen des abtretenden Bundesrats auf aussenpolitischem Parkett: «Didier Burkhalter hat die Schweiz hervorragend repräsentiert.» Dann ging es ans Eingemachte.

FDP rechnet nicht mit Sprengkandidatur

«Wir sind Vertreter der Zauberformel», betonte FDP-Präsidentin Petra Gössi eingangs der Medienkonferenz. Seit dem Abgang von Eveline Widmer-Schlumpf sei diese Formel wieder hergestellt. Der Ausgang der letzten Wahlen zeige auch den klaren Anspruch der FDP. «Die FDP hat 2015 zugelegt, während die viertstärkste Partei, die CVP, verloren hat», stellte Gössi fest.

Der Kandidat muss einen freisinnigen Leistungsausweis und mediale Wirkung haben.
Autor: Petra GössiZum Profil des Bundesratskandidaten

«Und falls es zu einer Sprengkandidatur kommen sollte: Wir haben jeweils auch die Tickets der anderen Parteien respektiert», so Gössi weiter. Das gleiche fordere die FDP auch jetzt von den anderen Parteien.

Ein Kandidat mit «freisinnigem Leistungsausweis»

Weiter müsse der Kandidat auch das genügende Durchsetzungsvermögen haben: «Weitere Auswahlkriterien sind ein freisinniger Leistungsausweis und mediale Wirkung.» Ob Frau oder Mann, spiele keine Rolle.

Gössi erklärte auch den Zeitplan: Bis am 11. August müssen die Kantonalparteien, die FDP Frauen und die Jungfreisinnigen ihre Kandidaturen anmelden. Die Kantonalparteien schlagen vor und die Fraktionen werden die Tickets bestimmen, wie Gössi erklärte.

Die Fraktion entscheidet an der vorsessionalen Sitzung am 1. September über die Tickets und auch über die Anzahl der Kandidaturen. Die Kandidaten dürfen sich dann in den ersten beiden Sessionswochen den anderen Fraktionen vorstellen.

Deutschweizer Minderheit im Bundesrat kein Problem

Zur Frage der Übervertretung der lateinischen Schweiz erklärte die FDP-Chefin, dass die Zusammensetzung des Bundesrates sich wohl bald wieder verändern werde: «Aus diesem Grund sieht die Partei keinen Anlass, auf eine Kandidatur aus der Romandie zu verzichten.»

Die FDP selbst habe das Ziel, einen Sitz aus der lateinischen Schweiz und einen aus der Deutschschweiz zu besetzen. Selbstverständlich könne die FDP-Spitze dem Fraktionsentscheid nicht vorgreifen, aber als Guideline werde eine Kandidatur aus der lateinischen Schweiz vorgezogen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Clemens Müller (Clemens Müller)
    Warum keine BR-Suche, damit eine optimale Besetzung resultiert? Dafür müssten zuerst die verbleibenden BR einen allfälligen Wechsel der Departemente ausmachen. So ist bekannt, welches Amt das neue Mitglied im BR erhält. Es wird eine Person mit entsprechendem Interesse und Fähigkeiten gesucht. Es kann nicht sein, dass ein EU-Fan genau das Gegenteil vertreten muss. Die Qualität des Bundesrates würde auf alle Fälle deutlich ansteigen. Vielleicht findet man sogar mal wieder den Respekt des Volkes.
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  • Kommentar von Alex Kramer (Kaspar)
    Schon eigenartig mit dem Selbst-Verständnis einiger Parteien. In einer Demokratie ist im Amt, wer gewählt ist. Anteilsmässig hätte die FDP sich schon vor 20 Jahren von ihrer Doppelbesetzung verabschieden können - aber die Altherrenpartei kann offensichtlich gewisse Mödeli durchdrücken, wie man dies mit dem Redeverbot für Neulinge im Ständerat unter Präsident Lombardi aufrecht erhalten wollte. Ich hätte gerne eine Volkswahl, denn da käme richtig Stimmung auf.
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  • Kommentar von E. Schönbächler (E. Schönbächler, Einsiedeln)
    Ich glaube nicht dass BR Schneider auf Ende Jahr zurücktritt. Zwei Rücktritte innerhalb so kurzer Zeit wären absurd. Das Gejammer der Tessiner und Ostschweizer sie seien im BR untervertreten kann ich nicht mehr hören. Die Innerschweiz wäre längst wieder an der Reihe. Wie wäre es wenn Parteipräsidentin Petra Gössi dem Kanton Schwyz zum ersten Bundesratssitz verhilft? Ohne die Zahlungen aus Schwyz wäre der NFA längst aus dem Ruder gelaufen!
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