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Schweiz «Ein Racheakt, bei dem Kinder nur noch Instrument sind»

Bei Grabs im Kanton St. Gallen sind zwei Mädchen und ihr Vater ums Leben gekommen. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Eine Psychologin wertet den Fall als erweiterten Suizid.

Legende: Video Tragödie im St. Galler Rheintal abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.08.2013.

In einem ausgebrannten Auto im Gebiet Simmenbödeli sind am Sonntag die verkohlten Leichen von zwei Mädchen im Alter von zwei und fünf Jahren gefunden worden. In der Nähe lag ihr Vater mit schwersten Brandverletzungen, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilt. Der Mann wurde in eine Spezialklinik geflogen, verstarb dort aber am frühen Abend.

Wie die beiden Mädchen ums Leben kamen, ist bisher noch nicht bekannt. Die Polizei geht aber davon aus, dass der Vater für die Tat verantwortlich ist. Die genauen Umstände werden noch abgeklärt. «Wir gehen davon aus, dass der Mann das Auto angezündet hat», sagte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Ermittelt werde in zwei Richtungen. Zum einen soll das Familienumfeld durchleuchtet werden. Zum anderen «wird das Institut für Rechtsmedizin die Todesursache der beiden Kinder klären», so Krüsi.

«Dem Partner etwas antun»

Die St. Galler Psychologin Ilse Scarpatetti sieht im Familiendrama in Grabs ein bekanntes Muster – einen erweiterten Suizid. Man wolle dem Partner etwas antun, erklärt die Psychologin. «Wenn ich es nicht haben kann, dann soll es der andere auch nicht haben.»

Ein solche Tat sei ein Racheakt, bei dem Kinder sind nur noch Instrument sind. Der Tunnelblick des Täters sei so eng, dass gar nicht mehr mit Vernunft argumentiert werden könne.

Die Mutter der beiden Mädchen hatte am Sonntagnachmittag die Polizei alarmiert, weil der 44-jährige Mann, von dem sie getrennt lebte, die Töchter unerlaubterweise bei einem Verwandten abgeholt hatte. Der Mann sei dann mit den Kindern geflüchtet, teilt die Polizei mit. Daraufhin sei sofort eine Fahndung eingeleitet worden.

Fahrzeug in Waldlichtung ausgebrannt

Kurz nach der Alarmierung der Polizei durch die Mutter, ging bei der Notrufzentrale eine Meldung über ein brennendes Auto im Gebiet Simmenbödeli ein. Dabei handelte es sich um das Fahrzeug des gesuchten Mannes, welches in einer Waldlichtung brannte.

Gemäss Krüsi war der Mann der Polizei bekannt, «jedoch nicht wegen Gewalt im Familienumfeld». Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen habe jetzt, in Zusammenhang mit dem Familiendrama, ein Strafverfahren eröffnet. Die Mutter werde psychologisch betreut.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Nachdem nun wieder alle Männer als böse und schlecht dastehen, möchte ich nur darauf hinweisen, hinter die Kulissen zu blicken. Da sieht man dann überforderte Mütter die ihre Kinder nicht im Griff haben. Ganz abgesehen von der Ehe oder dem zusammenleben. Vielfach endet so eine Situation in der Scheidung, eingereicht natürlich von der Frau. Als Dank darf der Vater dann die Kinder nicht mehr besuchen, da er ja generell als böse gilt. Männer, wehrt euch gegen diesen Frauenterror!
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  • Kommentar von Marcel Vetsch, Abtwil
    Oh mein Gott. Da ich auch Kinder habe kann ich das nicht nachvollziehen. Wie grausam muss es sein, vom eigenen Vater getötet zu werden. Dem Mann, dem man doch am meisten vertraut. So etwas darf doch einfach nicht passieren. Ich fühle mich so ohnmächtig.
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  • Kommentar von Lena meier, Brugg
    Denkanstoss für alle, welche sich enervieren, dass Mütter die Kinder den Vätern vermeintlich vorenthalten: Kinder haben heute schon in jungen Jahren einen sehr fordernden Schulalltag zu bestreiten und brauchen einfach daneben möglichst wenig hin und her, sonst wird es sehr schnell zuviel! Mütter bremsen hier ganz einfach zum Schutz der Kinder, zumal Väter es mit der Bespassung oft massiv übertreiben und die Kinder bis Mitte Woche k.o. sind nach dem Vater WE. Väter, bitte Kindswohl vor Vaterwohl!
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