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Schweiz Eine Geldspritze gegen den Ärztemangel

Die Schweizer Universitäten bilden zu wenige Mediziner aus. Es fehlen die Studienplätze. Mit einer Geldspritze von 100 Millionen Franken will der Bundesrat nun dafür sorgen, dass die Schweiz künftig weniger Ärzte aus dem Ausland holen muss.

Ein Dozent weist Studentinnen auf bestimmte Teile eines plastinierten Körpers hin.
Legende: Ein Medizin-Studienplatz kostet laut Schätzung des Bundesamts für Gesundheit rund 450'000 Franken. Informationsdienst Wissenschaf idw

Schweizer Universitäten sollen künftig jährlich 250 zusätzliche Ärztinnen und Ärzte ausbilden. Dafür will der Bundesrat 100 Millionen Franken ausgeben. Der Entscheid fiel bereits Ende Mai, ist jetzt aber erst publik geworden.

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann spricht von einem grossen Erfolg. Er hoffe, dass die Schweiz dank zusätzlichen Studienplätzen weniger ausländische Ärzte ins Land holen müsse, sagt er gegenüber Radio SRF. «Es muss uns gelingen, Mediziner für unsere Qualitätsansprüche, aus unseren Kulturkreisen und mit unseren Sprachkenntnissen bereitzustellen». Er sei froh, dass dieser Entscheid schon gefallen sei, so Schneider-Ammann.

Das Parlament hat das letzte Wort

Die Gelder sollen ab 2017 verteilt über vier Jahre fliessen. Mit den 250 zusätzlichen Studienplätzen könnten künftig 1300 Studentinnen und Studenten pro Jahrgang ein Medizinstudium antreten. Das ist ein Viertel mehr als bisher.

Die Bundeshilfe fürs Medizinstudium ist allerdings noch nicht im Trockenen: Das Parlament muss noch zustimmen. Möglich ist auch, dass der Bund nur dann zahlt, wenn ein Universitätskanton ebenfalls mehr Geld in die Medizin-Studienplätze investiert. Über solche Bedingungen entscheidet im Herbst der Schweizerische Hochschulrat.

Danach können sich die Kantone um Finanzhilfen für ihre Unis bewerben. Interessiert sind übrigens auch Kantone, die noch gar kein Medizinstudium anbieten: St. Gallen zum Beispiel überlegt sich, künftig Ärztinnen und Ärzte auszubilden.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Der Aezte waeren genug... aber wenn jedes Jahr so 40'000 Migranten aufgenommen werden... also Aerzte haben wir genug, nur Patienten sind zuviele!!!!
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      F. Nanni "40'000 Migranten" sind nur ein Teil unseres jährlichen Bevölkerungszuwachses. Familiennachzug und um die 20'000 Geburtenüberschuss dank Zuwanderung machen den Durchschnitt von über 90'000/Jahr seit 2007 (PFZ) komplett. Tendenz steigend, trotz MEI-Ja, und, wie richtigerweise sagen, steigt damit auch der Bedarf an medizinischem Personal.
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  • Kommentar von M. Hediger, Aarau
    Endlich, es wurde aber auch Zeit! Aber warum erst in 2 Jahren?
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  • Kommentar von J.Baltenspergerr, Zürich
    Besser spät als nie - ein Schritt in die richtige Richtung. Wetten die SVP ist dagegen? Könnte ja die Zuwanderung beschränken und das will man unbedingt verhindern - wer gibt schon gerne seinen Wahlmotor preis!
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    1. Antwort von P.Meier, Zürich
      @ J.Baltensperger. Warum schlägt Ihr Anti-SVP-Reflext aus bevor die SVP sich überhaupt zu dem Thema geäusert hat? Vieleicht ist die SVP auch für mehr Schweizer Ärzte, erst mal abwarten, wenn die SVP sich dazu geäussert hat, können Sie dann immer noch schimpfen...
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    2. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Jährlich muss die kleine übervölkerte Schweiz eine Netto-Einwanderung von 80-95'000 neuen Zuzüger(innen) rechnen. Wenn nun die von Ihnen dermassen gehasste SVP, Herr Baltensperger, nicht sofort in Freudensprüngen diesem Pseudoprojekt zustimmen wird, hat dies ein einfacher Grund: Mit diesen jährlich 250 eigenen, selber ausgebildeten Aerzten kann man der MEI in keiner Weise entgegenwirken! Der Bundesrat glaubt, damit die bei der EU aussichtslose MEI deutlich zu entschärfen! Eine fiese Hinterlist !
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