Zum Inhalt springen

Schweiz Einfamilienhäuschen bedrohen Kulturland

Die Schweiz verliert immer mehr landwirtschaftliches Kulturland. Jedes Jahr verschwinden so 3400 Hektaren, was der Fläche des Zugersees entspricht. Nun schlägt auch die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats Alarm. Es brauche dringend einen besseren Schutz des Kulturlandes.

Ein Schild mit der Aufschrift «Hier bauen Sie demnächst» an einem sonnigen Hang.
Legende: In den letzten 25 Jahren sind in der Schweiz rund 85'000 Hektaren Kulturland verschwunden. Keystone

Für SVP-Nationalrat Max Binder ist es die letzte Arbeitswoche als Parlamentarier, nach 24 Jahren in Bundesbern. In dieser letzten Arbeitswoche kann der Landwirt aus dem Kanton Zürich aber als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission noch einen Bericht zu einem Thema präsentieren, das ihn sehr beschäftigt. Nämlich, dass immer mehr Kulturland verbaut wird und in der Folge für die Landwirtschaft verloren geht. «Angesichts der Bevölkerungszunahme besteht dringend Handlungsbedarf», bringt Max Binder die Sache auf den Punkt.

«In Zukunft in die Höhe bauen»

Der neue Bericht kann mit eindrücklichen Zahlen aufwarten. So sind in den letzten 25 Jahren rund 85'000 Hektaren Kulturland verschwunden, also Äcker, Wiesen und Weideflächen. Hauptverantwortlich für die Entwicklung sei der Bau von neuen Gebäuden. Vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser sind demnach ein grosses Problem.

Ein Eigenheim zu besitzen, ist immer noch der Traum von vielen Schweizern. Aber Binder, ein tiefbürgerlicher Politiker, hält diesen Traum in Zukunft für unrealistisch: «Wenn die Schweiz, wie vom Bundesamt für Statistik prognostiziert, im Jahr 2040 zehn Millionen Einwohner haben wird, dann muss es mehr Mehrfamilienhäuser geben und man wird in die Höhe bauen müssen.»

Bund soll Kantonen auf die Finger schauen

Die Geschäftsprüfungskommission nimmt auch den Bund in die Pflicht. Der Bund müsse den Kantonen viel genauer auf die Finger schauen, wenn es um Raumplanung gehe.

«Hier haben wir ein übergeordnetes Ziel. Wir wollen nicht in die Hoheit der Kantone eingreifen. Aber der Bund muss das eidgenössische Raumplanungsgesetz in den Kantonen zum Vollzug bringen», sagt Binder. Denn der Bericht kommt zum Schluss, dass es beim Schutz des Kulturlandes heute sehr grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gibt. Der Bundesrat muss bis April 2016 zum heute publizierten Kulturland-Bericht Stellung nehmen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Die Zuwanderung stoppen,dann brauchts weniger infrastruktur und Wohnungen!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Dem Begehren wäre eigentlich nichts entgegen zu setzen. Doch bei näherem Hinschauen trügt die nette Forderung! Der SVP-Politiker klagt nur wieder an, doch gerade seine Bauern haben in den 70-er und 80-er Jahren ihr Kulturland verhökert & Millionen damit gemacht. Wer war es, der Landwirtschaftsland zu teurem Bauland umzonen liess? Wieder prangert ein vermeintlich «Guter» etwas an, was genau seine Gefolgschaft «verbockt» hat & dabei sehr reich geworden sind! Absurdes negieren der Ursachen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Samuel Nogler (semi-arid)
      Wenn jemand ein Stuck Land verkauft, das in der Bauzone ist, hat das nichts mit "Verhökerung von Kulturland" zu tun, sondern ist nichts anderes, als der Politik (meist Gemeindepolitik) folge zu leisten. Die Bauern können nichts dafür, wenn ihre Gemeinde ihr Land einzont, viele kämpfen sogar dagegen. Wenn sie dann widerwillig ihr Land verkaufen, um den Frieden im Dorf zu bewahren, haben sie auch Anspruch dafür einen fairen Preis zu erhalten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Die Bauern verkaufen ihr Land widerwillig? Fakt ist, dass der Bauer für sein Kulturland zwischen CHF 3.00 - 8.00 / m2 erhält, wenn er darauf produziert. Lässt er sein Land dann einzonen,was sehr viele getan haben,erhalten sie ein Mehrfaches davon & werden über Nacht zu steinreichen Millionären. Orientieren sie sich über die historischen Fakten & sie werden sehen, dass es genau so gelaufen ist! Tausende Bauern haben sich so auf unsere Kosten, wenn sie so wollen, gesund gestossen & jammern jetzt!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Damals wusste man ja noch nicht, dass die Bevölkerung dereinst so stark wachsen würde, Herr Bächler. Einige Bauern wurden reich, ja, gesund gestossen haben sich aber auch die Gemeinden mit den horrenden Grundstückgewinnsteuern, und danach mit den Steuereinnahmen von den begüterten Leuten, die seither das umgezonte Land bewohnt haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Ach was, S.Nogler, die meisten Bauern kämpfen nicht dagegen, die schlecken sich den Geifer vom Mund! Ich wohne seit vielen Jz inmitten Bauern, wer ringsum in Dorfnähe verkaufen kann, der tut das, obwohl er sich der Folgen klar ist. Und das sind nicht nur die wachsenden Sauereien im Feld, über die er dann jammern kann und seine Tiere deswegen eingehen, nein, Bauern werden dann von Zugezogenen zunehmend eingekapselt, werden wegen Gestank, Kuhglockengeläute usf eingeklagt. So ists, selber schuld!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Michel (Mosses01)
    Im Kt. Freiburg haben die Gemeindebürger immer noch kein Mitspracherecht in Sachen Raumplanung/Einzonungen in ihren Wohgemeinden - noch Fragen (Baulöwen, Advokaten, Immobilienhändler lassen sich halt nicht gern dreinreden - die Drähte werden im Hintergrund gezogen)?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen