Einige Güterloks schauen am Gotthard vorerst in die Röhre

Diverse Güterlokomotiven dürfen den neu gebauten Gotthardbasistunnel vorerst nicht durchqueren. Die betroffenen Typen verursachen Störungen beim Zugsicherungssystem.

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BLS-Loks mit Problemen im Gotthard-Basistunnel

2:27 min, aus Tagesschau vom 8.9.2016

Um die Zahl der Verkehrsstörungen auf der Gotthardachse und im Basistunnel möglichst tief zu halten, verhängt das Bundesamt für Verkehr (BAV) Fahrverbote für bestimmte Güterlokomotiven. Grund ist das am Gotthard eingesetzte Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2. Bei diesem erhält der Lokführer alle Signalisationsangaben elektronisch mittels Funksensoren und ein modernes Computersystem übermittelt.

Die betroffenen Lokomotiven verursachen beim Zugsicherungssystem Störungen, wie das BAV schrieb. Es will die bis November 2016 befristete Betriebsbewilligung für diese Lokomotiven deshalb nicht mehr verlängern. Betroffen sind Bombardier-Loks der Typen Re 486, BR 186, Re 487 und BR 187.

Zehn Prozent des Gotthard-Güterverkehrs betroffen

Es gehe um insgesamt 27 Lokomotiven, die grösstenteils von den Bahnunternehmen Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) und Crossrail eingesetzt würden, sagte BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Von der Massnahme betroffen seien damit etwa zehn Prozent des Gotthard-Güterverkehrs.

Alleine die BLS ist mit 22 Lokomotiven betroffen. Beim Unternehmen hofft man, das Problem bis Ende November zu lösen. Laut Hersteller Bombardier könne man das erforderliche Software-Update jedoch erst bis Ende Juni 2017 durchführen.

Die Lokomotiven, welche die Gotthardachse nicht mehr passieren dürfen, können aber auf anderen Schweizer Strecken fahren. So können sie beispielsweise weiterhin auf der Lötschberg-Strecke vorgespannt werden. Auch gibt es laut Windlinger die Möglichkeit, eine «verbotene» Lok zusammen mit einer ETCS-Level-2-kompatiblen Lok am Gotthard einzusetzen.

Häufung von Störungen festgestellt

2015 wurden gewisse Abschnitte der Gotthard-Strecke mit dem Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet. Seither kam es zu einer Häufung von Störungen wegen der vier nun nicht mehr bewilligten Lokomotiv-Typen, wie das BAV festhält.

Etwa sei es verschiedentlich zu unvorhergesehenen Zwangsbremsungen gekommen. Diese verursachten Betriebsstörungen und Verspätungen. Im neuen Basistunnel, der am 11. Dezember vollständig in Betrieb genommen wird, werden alle Züge mit ETCS Level 2 überwacht.