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«Dass die Kombination online-stationär an Bedeutung gewonnen hat, ist schon überraschend», sagt Professor Thomas Rudolph
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 10.06.2021.
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Einkaufen während Corona Neue Studie: Kombination aus Laden und Onlineshop ist am besten

Die geschickte Verknüpfung aller Einkaufskanäle ist gefragt. Das sagt eine Studie der Universität St. Gallen zum Einkaufen in Coronazeiten.

Der Onlinehandel profitiert von Corona besonders. Zu diesem nicht sehr überraschenden Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität HSG St. Gallen. «Aber: Onlinehandel alleine genügt nicht», sagt der Studienleiter Thomas Rudolph. Das Einkaufsverhalten habe sich fundamental verändert.

Das Einkaufsverhalten hat sich fundamental verändert.
Autor: Thomas RudolphProfessor für Handelsmanagement und Marketing, Universität St. Gallen

Laut der neuen HSG-Studie sind jene Geschäfte am besten aufgestellt, die ein Onlineangebot haben und ihre Produkte auch in einem stationären Laden verkaufen. «Das haben andere Studien bis jetzt nicht so prognostiziert», sagt Professor Thomas Rudolph. Dort heisse es immer online-first, online-first.

Omni-Channel-Marketing ist das neue Zauberwort

Auf dem Vormarsch ist laut Studienleiter Rudolph die Kombination von Onlineshop und stationärem Laden, das sogenannte Omni-Channel-Marketing.

Die Kundschaft will weiterhin das Einkaufserlebnis im Einkaufszentrum.
Autor: Thomas RudolphProfessor für Handelsmanagement und Marketing, Universität St. Gallen

Online auswählen sei das eine, den Fernseher oder das Sofa im Laden anzuschauen und zu testen das andere. «Die Kundschaft will beides», das ist für den Professor für Handelsmanagement und Marketing eine neue Erkenntnis der Studie. Einkaufen im Einkaufszentrum sei für Kundschaft ein Erlebnis, auf das sie nicht verzichten wollen. Und auch die kompetente Beratung durch eine Fachperson sei weiterhin gefragt.

Herausforderung fürs Gewerbe

Rund 40 Prozent der befragten Personen meiden seit dem Ausbruch der Pandemie Läden und bestellen ihre Produkte im Internet, so die Studie. Die Gefahr sich beim Einkauf mit Corona anzustecken, habe zu diesem Verhaltenswechsel geführt.

Es ist für stationäre Händler eine Herkulesaufgabe auch online präsent zu sein.
Autor: Thomas RudolphProfessor für Handelsmanagement und Marketing, Universität St. Gallen

«Es werden jene überleben, die schnell auf die neuen Bedürfnisse eingehen, omnichannelfähig sind und die das Thema Online geschickt spielen», sagt der Leiter der HSG-Studie.

Die Studie der HSG zum Einkaufsverhalten

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Über 3000 Personen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich wurden zum Einkaufverhalten während der Pandemie befragt.

Die Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster wurde ein halbes Jahr nach dem ersten Shutdown im November 2020 gemacht.

  • 40 Prozent der Befragten haben in der Pandemie Läden gemieden und online eingekauft.
  • In der Pandemie hat der Online-Shop das stationäre Geschäft als präferierten Einkaufskanal abgelöst. Der Ersteinkauf im stationären Handel fiel von 56 Prozent auf 43 Prozent.
  • Die Kundschaft will nebst Onlineangeboten auch das Einkaufserlebnis und die Beratung im Laden. 39 von 100 Probandinnen und Probanden nutzen mindestens je einen Kontaktpunkt, obwohl die Läden zum Teil geschlossen waren. 2014 waren es 30 von 100 Personen.
  • Gefragt sind Händler, die ihre Produkte auf allen Kanälen anbieten.
  • Detailhändler die ihre Online-Aktivität ausbauen, dürfen das Einkaufserlebnis im Laden nicht vernachlässigen.

Die Studie wurde vom Forschungszentrum für Handelsmanagement (IRM-HSG) durchgeführt.

Regionaljournal Ostschweiz, 10.06.2021, 17:30 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Morello  (Andreas Morello)
    Für Elektronikartikel geht das meiner Meinung gut auf. Beispiel Digitech: Es gibt Ladenlokale in Ballungszentren, in denen ich mich beraten lassen und eine Bestellung aufgeben kann.

    Wenn ich genau weiss was ich möchte, kann ich den Online-Shop nutzen.

    Funktioniert auch bei anderen Anbietern, die teilweise verschiedene Schwerpunkte setzen: M-Electronics (breite, weniger tiefe Auswahl, dafür an mehr Standorten), STEG Electronics (viel Computerzubehör vor Ort) um nur einige zu nennen.
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Natürlich will der Kunde ein Geschäft Vorort. Aber was der Kunde nicht mehr braucht sind grosse Ketten und Kaufhäuser. Geschäfte die Mediamarkt zB. haben heute keine Daseinsberechtigung mehr, bieten diese dem Kunden eben kein Mehrwert. Kleine Fachgeschäfte, und Showrooms von Onlinehändler hingegen haben eine Zukunft. Und das auch in einer Innenstadt ohne Parkplätze ;-)
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andy Gasser: Ich glaube da müssen Sie sich keine grossen Sorgen machen. Wenn Mediamarkt keine Daseinsberechtigung mehr hat, dann geht niemand mehr hin und Mediamarkt schliesst den Laden oder passt ihn veränderten Kundenbedürfnissen an. Genau dafür haben wir einen Markt. Es ist aber so, dass grosse Konzerne wie Mediamarkt oder Aldi eine enorme Einkaufsmacht haben und so dank tieferen Einstandspreisen ihre geliebten kleinen Fachgeschäfte an die Wand drücken. Deshalb verschwinden ja genau diese.
    2. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      @Leu: Da sind Sie 20-25 Jahre zu spät. Jetzt ist es der Onlinehandel, der die Grossen Kaufhäuser und Elektronikketten bedroht. Nur für diese ist es eben nicht mehr schade und somit die Entwicklung grundsätzlich positiv.
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andy Gasser: Und jetzt überlegen Sie mal wer im Online-Handel dominiert. Nicht die kleinen, lieben Fachgeschäfte, sondern globale Riesen wie Amazon, Zalando, Alibaba, Aliexpress etc. Die sparen sich teure Standorte, sondern bauen neben der Autobahneinfahrt in Rothrist oder Ostberlin eine riesige Lagerhalle, stellen billiges Personal ein und fertig mit Logistik. Galaxus gehört da noch zu den kleineren Fischen.
    4. Antwort von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
      na und herr leu, wo ist da der unterschied zu aldi und lidel in der schweiz? jeder hat die frei wahl, wem er sein geld in den rachen stopfen will. obs nun den platzhirschen von migros und coop ist, oder sonst irgendeinem globalen player, macht wohl für die bezahlung des produzenten nur bedingt einen unterschied!
    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Bobby Senn: Genau. Das ist die Zusammenfassung von dem was ich versucht habe Herrn Gasser zu erklären. Vielen Dank.
    6. Antwort von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
      herr leu, selten das ich mit ihnen einer meinung bin! kenn es leider nicht immer komminizieren, da die prüfung von srf selten der gleichen meinung ist wie ich!