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Schweiz Einkaufstouristen fahren eine Stunde für Schnäppchen

Eine Studie der Universität St. Gallen bestätigt: Seit der Aufhebung des Franken-Mindestkurses am 15. Januar hat der Einkaufstourismus zugenommen. Betroffen sind nicht nur die Grenzgebiete – im Schnitt sind die Konsumenten fast eine Stunde lang unterwegs.

Legende: Video Einkaufstourismus dehnt sich aus abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.06.2015.

Immer mehr Einkaufs-Touristen aus der Schweiz kaufen immer mehr Güter im Ausland ein. Was seit Aufhebung des Franken-Mindestkurses vermutet wurde, belegt nun eine Studie der Universität St. Gallen.

Für die Erhebung des Forschungszentrums für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen wurden 3000 Einkaufstouristen in der Deutschschweiz befragt. Eines der Ergebnisse: In den Branchen Lebensmittel, Drogerie, Bekleidung, Sport und Einrichtung verliert der Schweizer Detailhandel knapp 9 Milliarden Franken.

Am meisten betroffen ist die Lebensmittelbranche mit einem Umsatzabfluss von 2,8 Milliarden Franken, gefolgt von der Einrichtungsartikel- sowie der Bekleidungsbranche.

Seit der Aufhebung des Mindestkurses deckt sich etwa die Hälfte der Konsumenten vermehrt im grenznahen Ausland ein: Etwa ein Viertel davon kauft bis zu 20 Prozent mehr ein. 12 Prozent der Befragten haben ihre Einkäufe um 50 Prozent und mehr erhöht.

Auch Innerschweiz stark betroffen

Auch Konsumenten, die etwas weiter von der Grenze entfernt wohnten, seien offenbar inzwischen bereit, ins Ausland zum Einkaufen zu fahren, heisst es in der Studie. Trotz regionaler Unterschiede sei auch die Innerschweiz stark vom Einkaufstourismus betroffen.

Im Durchschnitt fahren Einkaufstouristen fast eine Stunde und nehmen einen Weg von zirka 50 Kilometern auf sich. Der Grossteil nutzt das Auto für Einkäufe im grenznahen Ausland. Lediglich 14 Prozent reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Gemäss der Untersuchung würde erst ein Wechselkurs von 1.40 Franken den Einkaufstourismus unattraktiv machen. Dies zeige, dass eine Abschwächung des Frankens kurz-und mittelfristig kaum zur Eindämmung des Einkaufstourismus' beitrage, heisst es im Communiqué des Forschungszentrums für Handelsmanagement.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Tatsache jedoch ist, dass Zwischenhändler hauptsächlich an Waren verdienen & der Bund auch noch seine Hand aufhält. Und vermutlich dürften viele dieser Einkaufs-Touristen zu denjenigen gehören, die sich über die Subventionen an unsere Bauern "künstlich" aufregen. Und es darf nicht wundern, wenn wir hier in der Schweiz durchs Billig- Einkaufen im nahen Ausland damit das "Lädeli-Sterben" beschleunigen & Menschen dadurch ihre Jobs verlieren.
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  • Kommentar von F. Rentsch, Konstanz
    Ja ja, die Doppelmoral lässt grüßen. Ausländer raus (9.2.2014) aber ausländische Waren rein... (und das nicht erst seit dem 15.01.2015) und sich dann auch noch unverschämt aufführen... so macht man sich als Gast im Ausland Freunde! Ganz bestimmt. Wer es nicht glaubt oder sich mal wieder fremd schämen möchte der möge bitte einen Samstag in Konstanz verbringen. Als Kontrastprogramm oder Zukunftsblick für den schweizer Detailhandel empfehle ich dann noch einen Samstag in Kreuzllingen ... .
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    1. Antwort von Thomas Leu, Adetswil
      @ F. Rentsch: 90% der Schweizer verhalten sich korrekt und kaufen wie Sie auch im eigenen Land ein. Wenn es Sie trotzdem stresst, würde ich an Ihrer Stelle einen Job in der Schweiz suchen, damit Sie mit dem tollen Lohn die Einkäufe im friedlichen Kreuzlingen tätigen können, wo die Verkäufer Ihnen die Wünsche von den Lippen ablesen werden. Die Schweizer Bürger die in Konstanz einkaufen und sich dämlich verhalten sind nicht repräsentativ, etwa vergleichbar mit grölenden Deutschen in Mallorca.
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  • Kommentar von Stefan Durrer, Stans
    Solch eine unnütze Aufregung wieder... Soll dichtester machen, wie er es für richtig hält. Komplett lächerlich finde ich ja den Ansatz die Zeit, den hier einige Kommentarschreiber anführen. Solche Touren macht man in seiner Freizeit. Außerdem ist für viele solche eine Einkaufstour ein schöner Samstagsausflug. Und um noch etwas zur Aufregung beizutragen - ich fahre regelmäßig von der Zentralschweiz nach D. Schließlich sind bei meinem Geschäftswagen sämtliche Kosten von meinem Arbeitgeber bezahlt.
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    1. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Ein schöner Samstagsausflug?? Mein Beileid.
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    2. Antwort von Thomas Leu, Adetswil
      @ Stefan Durrer: Wäre der Samstagsausflug in Deutschland auch so schön, wenn das Preisniveau doppelt so hoch wäre wie in der Schweiz? Geben Sie es zu: Sie wollen billig einkaufen, Zeit haben Sie offenbar genug, bzw. nix gescheiteres zu tun. Ist kein Problem für mich, stehen Sie einfach dazu!
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    3. Antwort von Stefan Durer, Stans
      Natürlich stehe ich dazu, billig einzukaufen. Schliesslich habe ich nichts zu verschenken. Mit schenkt auch niemand etwas. Der CH Detailhandel ist einfach maßlos überteuert. Ich habe Verständniss für die Lohn- bzw. Immobilienbedingten Mehrpreise ggü D. Nur rechtfertigen diese "Preistreiber" auf keinen Fall doppelt so hohe Preise für das selbe Produkt. Der CH Detailhandel nutzt einfach den übertriebenen Nationalstolz vieler Schweizer. Aber lasst euch nur weiter das Geld aus der Tasche ziehen.
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    4. Antwort von Thomas Leu, Adetswil
      @ Stefan Durer: Deshalb machen ja Coop und Migros auch solche Milliardengewinne, zahlen horrende Managersaläre und entlöhnen ihr Personal fürstlich. Merken Sie's? Das ganze liegt am überbewerteten Franken, bzw. schwachen Euro. Da kann keine Schweizer Firma etwas dafür. Das ist einfach der Preis den auch wir unfreiwillig mitbezahlen für die schwache Eurowährungsunion.
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