Note 4 für Energiestrategie 2050

Sind Gegner und Befürworter unzufrieden, dann ist das das Zeichen für einen gutschweizerischen Kompromiss. So etwa die Zusammenfassung der Reaktionen auf die Energiestrategie des Bundesrats.
.

Kraftwerksturbine in einem Maschinenhaus.

Bildlegende: Die Energiezukunft der Schweiz sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Keystone

Der grosse Wurf wurde erwartet, was Energieministerin Doris Leuthard aber präsentierte, überzeugt weder AKW-Gegner noch die Stromlobby so richtig.

Zwar begrüssen die AKW-Kritiker die Energiestrategie 2050 weitgehend, allerdings vermissen sie eine klare Laufzeitbeschränkung der Kernkraftwerke. Deshalb wollen die Grünen an ihre Atomausstiegs-Initiative festhalten.

Für die Atomkritiker ist klar, dass das Parlament die bundesrätliche Vorlage korrigieren muss. Sie verweisen auf die jüngsten, «beunruhigenden Meldungen aus Fukushima», wie etwa die Allianz Atomausstieg schrieb.

Swisscleantech bezeichnet die Vorlage als «Minimallösung». Neben der fehlenden Laufzeitenregelung bemängelt der Wirtschaftsverband der grünen Wirtschaft die unzureichenden Massnahmen für mehr Energieeffizienz und die tiefen Ausbauziele für erneuerbare Energien. Trotzdem fordert Swisscleantech alle Akteure auf, diese Minimalvariante mitzutragen.

Klare Rahmenbedingungen fehlen

Keine gute Note bekommt die 197 Seiten umfassende Botschaft auch vom Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE). Er vermisst klare Bedingungen für Investitionen in die Stromspeicherung und den Ausbau der Stromnetze. Zudem fordert der VSE eine Reform der kostendeckenden
Einspeisevergütung (KEV). Die Agentur für Erneuerbare Energien (A EE) wünscht sich klare Rahmenbedingungen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Reform der Öko-Steuer

    Aus 10vor10 vom 4.9.2013

    Die Energiestrategie 2050 des Bundesrats sieht neben Energie-Subventionen auch Energie-Abgaben vor. Ab dem Jahr 2021 soll, wer mehr verbraucht, mehr bezahlen. Die Erträge aus dieser sogenannten Öko-Steuer sollen der Allgemeinheit zu Gute kommen. Wie die Steuer genau ausgestaltet sein soll, ist noch umstritten.

  • Verteilkampf um Fördergelder

    Aus 10vor10 vom 4.9.2013

    Bundesrätin Doris Leuthard hat heute die Energiestrategie 2050 vorgestellt. Erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Wasserkraft sollen weiter subventioniert werden. Mit den vorgeschlagenen Fördermodellen werden die Gelder jedoch neu verteilt. «10vor10» zeigt, wer profitiert und wer verliert.

  • Energiewende: Der Bundesrat wird konkret

    Aus Tagesschau vom 4.9.2013

    Nach dem 2011 beschlossenen Atomausstieg hat der Bundesrat heute die Details und ein erstes Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau von erneuerbaren Energien und ein effizienterer Umgang mit Strom. Neue Atomkraftwerke wird es nicht mehr geben; wann die bestehenden abgeschaltet werden, das lässt der Bundesrat offen. Aus Bern gibt’s eine Einschätzung von SRF-Bundeshauskorrespondent Fritz Reimann.