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Engpässe im Winter Wird der Strom wieder knapp?

Die Schweiz ist im Winter auf Strom aus dem Ausland angewiesen. Doch dort gibt's nicht immer genug Strom zum Exportieren.

Legende: Audio «Die Schweiz ist vom Ausland abhängig» abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
01:39 min, aus HeuteMorgen vom 15.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz ist in den Wintermonaten auf Strom aus dem Ausland angewiesen, denn die eigene Stromproduktion reicht für die Versorgung nicht aus.
  • Doch nicht immer haben die Nachbarländer genügend Strom zum Exportieren, wie die letzten beiden Winter gezeigt haben. Ein Stromengpass wurde knapp umschifft.
  • Ob es auch diesen Winter wieder kritisch wird, hängt von Frankreich ab. Denn die Schweiz bezieht fast die Hälfte des importierten Stroms von dort.
  • Letztes Jahr waren im Nachbarland aber ausgerechnet in den Wintermonaten 20 der 50 Kernkraftwerke nicht am Netz, und es gab zu wenig Strom zum Exportieren.

Derzeit sei die Schweiz für die kalten Tage gerüstet, sagt Renato Tami, Geschäftsführer der staatlichen Regulierungsbehörde Elcom, die die Stromversorgung in der Schweiz überwacht. Beim Stromnetz sehe er derzeit keine Probleme. Anders beurteilt er die Situation bei der Verfügbarkeit von Energie.

Ausfall zweier grosser Produzenten

Das Kernkraftwerk Leibstadt ist bis Ende 2017 ausser Betrieb und auch das Atomkraftwerk Beznau 1 ist nicht am Netz. Damit fehlen derzeit zwei grosse Stromlieferanten im Inland. Diesen Ausfall kann die Schweiz grundsätzlich gut verkraften. Sie bezieht mehr Strom aus dem Ausland – vor allem aus Frankreich und Deutschland.

«Wir sind vom Ausland abhängig», stellt Tami fest. Studien der Elcom hätten gezeigt, dass das Schweizer Netz zwar eine sehr grosse Importkapazität habe, doch die Nachbarländer müssten auch bereit sein, Strom zu exportieren.

Unzuverlässiger Stromlieferant Frankreich

Gerade der vergangene Winter hat gezeigt, dass diese Bereitschaft nicht immer gegeben ist. In Frankreich waren von den rund 50 Kernkraftwerken teilweise bis zu 20 Anlagen nicht am Netz, und das ausgerechnet während der Kälteperiode im Januar und Februar.

Deshalb richtet Renato Tami seinen Blick in den kommenden Wochen vor allem nach Frankreich. «Was die Verfügbarkeit dieses französischen Kernkraftwerkparks anbelangt, muss man die Situation von Woche zu Woche neu beurteilen.»

Auch Technik setzt Grenzen

Für die Schweiz ist also entscheidend, was in Frankreich passiert, denn sie bezieht sie fast die Hälfte des importierten Stroms aus dem Nachbarland. Selbst wenn die französischen Kernkraftwerke genügend Strom liefern, die Schweiz kann trotz allem nicht beliebig viel importieren, denn die Technik setzt Grenzen.

Auch das wurde der Schweiz in den vergangenen Jahren vor Augen geführt. Deshalb musste sie einen riesigen Transformator neu in Betrieb nehmen, um die kritischen Wintermonate überbrücken zu können.

Grafik Stromversorgung

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86 Kommentare

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  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Alleine im Jahr 2016 hat Deutschland 5443 MW Windkraftleistung installiert (in 1 Jahr!). Alleine damit wird über 5 mal mehr Strom produziert, als mit dem AKW Mühleberg. Das heisst im Winter wird damit über 7 mal mehr Strom produziert, da Windkraftwerke im Winter immer mehr Strom produzieren. Wenn die Schweizer Stromkonzerne anstatt in marode AKW und unrentable Kohlekraftwerke fernab der Schweizer Grenze stattdessen in Windkraftanlagen investieren würden, hätten wir keine Versorgungsengpässe.
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  • Kommentar von B Näf (uluru)
    jedes jahr die selbe leier um die wähler für die atomlobby zu gewinnen. im frühjahr folgt dann entwarnung: war alles nicht so schlimm. hört mal auf mit der verhinderungspolitik und die versorgung ist gesichert.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Strom sparen: Ich habe mal was gehört von: Das Internet in der Schweiz verbraucht allein schon soviel Energie wie ein Kraftwerk produzieren kann. Darum schalte ich jetzt ab!
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