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Engpass in der Schweiz Heuschnupfen-Medikamente teils ausverkauft

Legende: Audio Heuschnupfen-Medikamente teils ausverkauft abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
04:08 min, aus Espresso vom 07.06.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz sind verschiedene Medikamente gegen Heuschnupfen nur schwer oder nicht lieferbar.
  • Die Nachfrage war 2018 mehr als doppelt so hoch wie sonst.
  • Der Grund liegt in der extrem hohen Pollenbelastung in diesem Frühling. 2018 ist auch ein Mastjahr der Birke.
  • Speziell betroffen sind «Telfastin Allergo» von Sanofi und Generika dieses Medikaments von Sanofi und von Sandoz. «Telfastin» ist inzwischen wieder erhältlich.

Die extrem warmen und trockenen Monate April und Mai haben Folgen für Allergiker. Zum einen war der Pollenflug extrem intensiv, verstärkt durch besonders viele Birkenpollen. Zum anderen sind wegen dieser Situation verschiedene Medikamente gegen Pollenallergie nicht oder kaum lieferbar.

Nachfrage ist mehr als doppelt so hoch

Betroffen ist insbesondere das Heuschnupfen-Medikament «Telfastin Allergo» des Pharmakonzerns Sanofi. Der Konzern bestätigt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1: «Es gab einen Engpass bei ‹Telfastin› bis Ende letzter Woche. Seit dieser Woche sind diese Engpässe behoben.» Beim Generikum «Fexofenadin Zentiva», welches eine Tochterfirma des Konzerns herstellt, sei der Engpass noch nicht behoben. «Die Nachfrage nach Heuschnupfen-Medikamenten ist in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch als sonst», sagt Patrick Leimgruber, Marketingverantwortlicher für Consumer Health Care von Sanofi.

Auch der Pharmakonzern Sandoz, der ebenfalls Generika von Telfastin herstellt, bestätigt Lieferschwierigkeiten: «Bei ‹Fexo Pollen Sandoz› und ‹Fexofenadin Sandoz› ist es aufgrund der international hohen Nachfrage zu einem Lieferengpass in der Schweiz gekommen.» Sandoz erwartet, den Schweizer Markt im Verlaufe des Monats Juni wieder beliefern zu können.

Verärgerte Kunden

Auch wenn sich die extreme Pollenbelastung früh im April abzeichnete, war es für die Pharmakonzerne bereits zu spät, um rasch reagieren zu können: «Leider beträgt die Vorlaufzeit einer solchen Produktion mindestens drei Monate», sagt Patrick Leimgruber von Sanofi. Und eine derart extreme Pollensituation wie im Frühling 2018 lässt sich nicht bereits Monate im Voraus prognostizieren.

Unangenehm ist die Situation einerseits für die Pollenallergiker, andererseits aber auch für die Apotheken. So sagt Rudolf Andres von der Stadelhofen-Apotheke in Zürich: «Für uns ist das die blödeste Situation, die eintreten kann.» Denn die Kundschaft erwarte, dass ihr bevorzugtes Medikament erhältlich sei. Entsprechend sei ein Teil der Kunden verärgert. Bei Heuschnupfen könne man aber wenigstens auf ein anderes Allergie-Medikament ausweichen. Bei einem Lieferengpass bei anderen Medikamenten, wie zum Beispiel Antibiotika, wäre dies nicht so einfach.

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