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Schweiz Entführungsopfer von Payerne ist tot

Seit Montag hat die Waadtländer Polizei nach einer entführten 19jährigen gesucht. Nun hat die Polizei nahe Payerne eine Leiche gefunden, bei der es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Frau handelt. Der mutmassliche Täter ist nach einer Verfolgungsjagd in Haft.

Die Polizei ist in der Nacht auf Mittwoch vom Entführer zur Leiche der 19jährigen Frau geführt worden. Die Umstände ihres Todes sind noch unklar, wie ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei in Lausanne sagte.

Das Opfer ist zwar noch nicht offiziell identifiziert, nach Polizeiangaben handelt es sich aber praktisch sicher um die gesuchte Frau. Die Polizei fand die Leiche gegen 3 Uhr in der Nähe von Châtonnaye (FR).

Noch sei unklar, wie und an welchem Ort die Frau getötet wurde, hiess es bei der Waadtländer Polizei. Die Familie des Opfers sei am Mittwochmorgen informiert worden. Die Identifikation der Leiche ist nach wie vor im Gang.

Verfolgungsjagd mit Armee-Hilfe

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Autopsie an. Gemäss dem Polizeisprecher wurde der Entführer am Dienstagnachmittag von einem Helikopter der Armee ausfindig gemacht. Danach nahmen mehrere Patrouillen der Kantonspolizei Freiburg die Verfolgung auf.

Der Flüchtende habe danach ein von der Polizei aufgestelltes Nagelbrett durchfahren, worauf sein Auto auf dem Dach landete. Der Entführer konnte nach dem Unfall von der Polizei vernommen werden und gab dabei zu, die 19jährige am Montag in Payerne (VD) gewaltsam entführt zu haben.

Kein unbeschriebenes Blatt

Der vorbestrafte Entführer befreite sich von der elektronischen Fessel, die er im Hausarrest tragen musste. Er hatte 1998 seine damalige Ex-Freundin entführt, vergewaltigt und getötet. Ein Gericht verurteilte ihn zu 20 Jahren Haft. Einer längeren Strafe entging er nur, weil er noch jung war.

Ein Wald-Abschnitt.
Legende: Der Fundort der Leiche der 19jährigen Frau. srf / rolf dietrich

Die Fessel zeigt lediglich, ob er sich innerhalb eines bestimmten Gebiets aufhält, sagte der Waadtländer Kantonspolizeikommandant in Lausanne. Die Fessel gibt ein Signal, sobald das festgelegte Gebiet verlassen wird.

Als der Mann Marie entführte, wurde der Alarm noch nicht ausgelöst. Der Grund: Man nahm an, dass er sich auf dem Rückweg von der Arbeit befand, wie die Polizei weiter mitteilte. Der 36jährige Schweizer habe sich kurz nach der Entführung von der elektronischen Fessel getrennt.

Verfahren gegen Täter bereits hängig

Das System habe kein Modul für die Satellitennavigation. Damit hätte der Entführer jederzeit geortet werden können. Diese Entwicklung müsse mittelfristig vorgenommen werden, sagte Antenen.

Im Juli 2011 lehnten die Waadtländer Behörden eine bedingte Entlassung des Mannes ab. Wenig später entschieden sie aber, dass er den Rest seiner Strafe im Hausarrest absitzen kann. Zwar gab es dagegen Einspruch. Weil der Mann rekurrierte, wurde ein Entscheid aufgeschoben. Dieser steht bis heute aus.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Gafner, 3283 Kallnach
    Natürlich ist es eine verdammte Schweinerei, dass ein solcher Frauenmörder aus dem Gefängnis nach Hause kommt und nur Fussfesseln tragen muss, sollte. Er hat diese gelöst und sogleich den zweiten Mord begangen, den man gut hätte verhindern können. Hoffentlich werden die Verantwortlichen der ganzen Affäre hart bestraft und abgesetzt. Übrigens, warum müssen im SRF die Bilder verdeckt werden? In den deutschen ARD-Nachrichten wurden sowohl der Mörder wie auch das Opfer mit Foto gezeigt. Bravo!!
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  • Kommentar von Karl Miller, Baar
    Jetzt hört man die Politiker wieder sagen: " So etwas darf nie wieder passieren. Der Fall muss untersucht werden, wo die Fehler passierten und wer verantwortlich ist" Und was kommt raus? Nichts. Jeder wälzt die Verantwortung auf den Andern ab. Beim nächsten Fall, dasselbe Gerede.. Mir tun die Opfer und ihre Angehörigen leid....
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Wurde da nicht einmal vom Volk die Verwahrungsinitiative der SVP angenommen?? Und warum wurde diese nicht umgesetzt, da Entführung, Vergewaltigung und Mord ( wie 1998 bei der 1. Tat, die auf ein gemeingefährliches Täterprofil hinweist ) das Kriterium für eine lebenslange Verwahrung erfühlen würden?? Wie lange noch sträuben sich linke Kreise gegen die Umsetzung der Verwahrungsinitiative??
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