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Das Wallis gilt als seismologischer Hotspot in den Alpenas Wallis gilt als seimologischer Hoptspot in den Alpen
Aus Schweiz aktuell vom 08.11.2019.
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Erdbebenserie im Wallis Aussergewöhnliche Häufung von spürbaren Beben

Der Kanton Wallis kommt nicht zur Ruhe. Seit dem 5. November wurden insgesamt über 200 Beben registriert. Anlass zur Panik gibt es aber nicht.

Im Wallis hat am Donnerstag erneut die Erde gebebt. Der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich hat ein Beben der Stärke 3.4 auf der Richterskala gemessen.

Über 200 Beben insgesamt gab es im Wallis seit dem 5. November. Das allein sei aber noch nicht aussergewöhnlich, sagt Michèle Marti vom Schweizerischen Erdbebendienst: «Das ist ein sogenannter Erdbebenschwarm, das ist typisch in der Schweiz und auch fürs Wallis. Aber aussergewöhnlich ist, dass es bereits 14 Beben gab, die die Bevölkerung gespürt hat. Und das passiert nicht so häufig.»

Seismologischer Hotspot

Tatsächlich steige auch die Wahrscheinlichkeit kurzfristig an, dass – aufgrund dieser Häufung stärkerer Beben – ein noch grösseres Beben folgen könnte. Aber diese Wahrscheinlichkeit sei nach wie vor gering. Grundsätzlich geht man davon aus, dass sich alle 50 bis 150 Jahre in der Schweiz ein grösseres Beben ereignet, das hohe Schäden verursacht. Zuletzt gab es so ein Ereignis im Jahr 1946 – ebenfalls im Wallis. Damals erschütterte ein Beben mit der Stärke 5.8 die Region Siders. Vier Menschen starben, zahlreiche Häuser wurden beschädigt – es entstand ein Sachschaden in der Höhe von über 25 Millionen Franken.

Verhaltensregeln für Schulen

Die Erde bebt im Wallis besonders häufig, weil es als seismologischer Hotspot gilt. Die ganze Schweiz gilt als Erdbebenland, weil sich die adriatische und europäische Platte hier überlappen. Das Wallis ist zudem noch eine sehr bekannte Störzone. Im Alpenkanton ist man daher sensibilisiert.

Am Pädagogischen Zentrum für Erdbebenprävention werden Schulklassen darüber informiert, wie man sich richtig verhält, sollte es zu einem starken Erdbeben kommen. «Wir bereiten uns auf Stufe Kanton auf solche Ereignisse vor. Es gibt dafür ein spezielles Komitee, eine Interventionsgruppe. Wir sprechen die breite Bevölkerung und vor allem die Schule an», sagt Geophysikerin Anne Sauron, die das Zentrum mitgegründet hat. Und Michèle Marti vom Erdbebendienst sagt: «Es hilft grundsätzlich, wenn man weiss, was man machen würde, wenn es bebt. Wir empfehlen da, dass man Schutz sucht. Sei es unter einem stabilen Tisch oder unter dem Bett, das Schutz bietet.»

Bei den Erdbeben der letzten Tage im Kanton Wallis, hat man das Beben zwar gespürt, aber es war nicht so stark, dass man das Gleichgewicht verloren hätte oder Schäden entstanden wären. Ein Anzeichen für eine deutlich erhöhte Bebengefahr ist so ein Erdbebenschwarm nicht. Zu einem grossen Ereignis könnte es in der Schweiz aber sowieso jederzeit kommen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Heute werden die Schulkinder zum Glück informiert, wie sie sich verhalten sollen. Das war früher nicht der Fall. Ich erinnere mich noch an das Erdbeben von 1964 in Ob- und Nidwalden. Wir hatten in der Klosterschule Stans Exerzitien, als plötzlich eine Schülerin am Alter sich etwas bewegen sah und gegen die Türe rannte und wir alle hintennach. Das grosse Beben (ca. 5) erfolgte dann wenige Tage später.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Etwas erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass erst seit 2004 erdbebensicher gebaut und renoviert wird im Wallis. Die Schweiz hat neben dem Wallis noch weitere Gefährdungsgebiete wie das Engadin, den Rheingraben und das Gebiet um Basel. Ich frage mich ob besonders in Basel das speziell gefährdet ist, mit Blick auf die Chemie und AKW's, bauliche Massnahmen umgesetzt werden oder nicht?
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    1. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Wenn erlaubt sollte der folgende Link Herrn Schulenburgs Frage ausführlicher beantworten,
      https://www.swissinfo.ch/ger/sicherheit_nachholbedarf-beim-erdbebensicheren-bauen/32737988
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Dem Bericht im Link (danke Hr. Moreno) kann man u.a. entnehmen, dass die Kantone Basel Stadt und Wallis reagiert haben und vergleichsweise gut unterwegs sind. Die Normen für die KKW's sind aber etwas ganz anderes und gelten unabhängig davon was die örtlichen Bauvorschriften sagen. Die grossen und neueren Werke (Leibstadt, Gösgen) sind da sicher besser, weshalb am 20. Dezember fast 30% des nuklearen Erdbebenrisikos in der Schweiz eliminiert wird.
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    3. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Moreno: Besten Dank für den Link. Die Informationen sind interessant und leider mehr als ernüchternd.
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  • Kommentar von Tom Maier  (MaTo)
    die Alpen sind die Knautschzone der Wanderung Italiens gen Norden, insofern sollten wir dankbar sein haben wir in der CH nicht ähnliche Zustände wie in anderen tektonischen Bruch- und Kollisionszonen.
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