Zum Inhalt springen

Schweiz Erdbebenversicherung hat schlechte Chancen

Die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung wird ein schwieriges Unterfangen: In mehreren Kantonen gibt es Widerstand dagegen. Auch beim Volk dürfte es eine entsprechende Vorlage schwer haben.

Im Vordergrund ein Schutthaufen, dahinter ein Tessiner Dorf.
Legende: Armeeübung: Das Haus wurde gesprengt, um den Erdbebenfall zu proben. Keystone

Ursprünglich hatte das Parlament eine obligatorische Erdbebenversicherung gefordert, woraufhin das Finanzdepartement zwei Vorschläge ausarbeitete. Nach der nun endenden Anhörung zeigt sich: Das föderale Modell ist wohl bereits vom Tisch.

Bevorzugt würde ein solches Modell von den kantonalen Gebäude- und die Privatversicherern. Es stützt sich auf die heutige Praxis der Gebäudeversicherungen.

Organisation, Verwaltung und die Erledigung von Schäden seien bereits vorhanden und könnten auf die Erdbebenversicherung übertragen werden, heisst es dazu beim Sachversicherungs-Verband (SVV). Doch für dieses föderale Modell braucht es ein Konkordat – und dem müssen alle Kantone zustimmen.

Auch Hauseigentümer gegen Obligatorium

Dazu wird es kaum kommen: Verschiedene Kantone lehnen die obligatorische Erdbebenversicherung ab, so etwa der Thurgau. Regierungsrat Jakob Stark begründet dies mit der «ausserordentlich geringen Wahrscheinlichkeit» eines Erdbebens. Ausserdem gebe es bereits heute die Möglichkeit, eine Privatversicherung abzuschliessen. Auch der Kanton Graubünden will keine obligatorische Erdbebenversicherung.

Also bleibt von den beiden Vorschlägen des Bundesrates nur die Bundeslösung übrig. Doch die verlangt eine Verfassungsänderung und somit eine Volksabstimmung, die kaum zu gewinnen sein wird: Erst vor drei Jahren scheiterte die Einführung einer Erdbebenversicherung am Widerstand des Hauseigentümerverbandes.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von F.Benz, Christchurch New Zealand
    Habe mein Restaurant in 2011 am Christchurch Erdbeben verlohren, das Haus sieht auch nicht gut aus. Hier in Neuseeland haben wir die staatliche Erdbebenversicherung (EQC) welche part der ganzen Hausversicherung ist. Mein haus ist immernoch nicht geflicket, es sinkt auf einer seite weiter und weiter und das Fundament wurde bis heute nicht inspected. Wenn man EQC telfoniert um mehr herauszufinden bekommt man keine Antworten. So, def Privatversicherung!! So versichert Eure Haeuser!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alexander Moser, Interlaken
    Macht ein Obligatorium wirklich Sinn? Wäre nicht eine "freiwillige Versicherung" sinnvoller? Dann hätten die Banken, die eine Hypothek gewähren und schlussendlich das Risiko tragen, ganz einfach die Möglichkeit, als Bedingung für eine Hypothek eine Erdbebenversicherung zu verlangen - wie dies heute schon oft für Lebensversicherungen der Fall ist!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Wer keine Erdbebenversicherung hat, dem soll auch nicht geholfen werden wenn es soweit ist. Die Leute die keine haben, sollten sich mal Gedanken machen wie der Tag eins nach einem Beben für Sie aussieht. Kein Dach über dem Kopf, ein Grossteil der persönlichen Sachen zerstört und die Forderung der Bank die Hypothek unverzüglich zu tilgen. Das wäre der soziale Crash für die meisten Immobilienbesitzer. Achtung! AKW Gaus sind nicht versicherbar, was wie vieles politisch nicht korrekt ist!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen