Ermittlung gegen Credit Suisse und UBS wegen «Dark Pools»

Den Banken werden Marktmanipulation und Verstösse gegen Börsengesetze im Zusammenhang mit dem Hochfrequenzhandel vorgeworfen. Die Geldhäuser kooperieren mit den Behörden. In New York soll gegen rund 30 Banken ermittelt werden.

Mann steht in Eingang der Credit Suisse

Bildlegende: «Dark Pools» mit fehlender Transparenz: Blick vom Gebäude der Credit Suisse auf den Zürcher Paradeplatz. Keystone

Die US-Behörden ermitteln gegen die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) wegen sogenannter «Dark Pools» und möglicher Marktmanipulationen. Auch die UBS ist Teil der Ermittlungen gegen insgesamt rund 30 Banken. Den Geldhäusern wird vorgeworfen, das Wertpapierrecht im Zusammenhang mit dem Hochfrequenzhandel verletzt zu haben.

Die CS kooperiere nun mit verschiedenen Behörden und beantworte entsprechende Anfragen von Regierungs- und Aufsichtsbehörden. Dies geht aus dem Quartalsbericht der Bank hervor. Welche Behörden dies genau sind, wird nicht mitgeteilt.

Im Quartalsbericht der UBS hingegen werden als ermittelnde Behörden unter anderem die US-Börsenaufsicht SEC, der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats New York und die US-Regulierungsbehörde Finra genannt. Diese ermittelten angeblich in der gesamten Branche.

CS und UBS grösste Betreiber in den USA

Der CEO der CS, Brady Dougan, sieht der Ermittlung unbesorgt entgegen. Er sehe im Zusammenhang mit den sogenannten alternativen Handelsplattformen bis heute keine materiellen Bussen auf seine Bank zukommen.

Laut Dougan machen die Erlöse aus dem Betrieb der elektronischen Handelsplattform nur rund 30 Millionen US-Dollar aus. Das ist weniger als ein Prozent der gesamten Handelserträge der CS, sagte der CEO.

Nach Handelsvolumen sind die CS und die UBS die grössten «Dark-Pools»-Betreiber in den USA. Das zeigt die jüngste Statistik der Finra. Die anonymen Handelsplätze sollen in New York ein Volumen von rund 15 Prozent am gesamten Aktienhandel haben.

«Dark Pools» sind anonyme Handelsräume. Dort können Grossinvestoren abseits der Börsenplätze Hunderte von Millionen Aktien kaufen und verkaufen. Im Unterschied zu normalen Börsen werden die Aufträge nicht öffentlich gemacht. Die anderen Marktteilnehmer sehen nur die Abschlüsse. Oft wird die fehlende Transparenz dieser Plattformen kritisiert.