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Schweiz Ernährung wird zum Thema für den Stimmbürger

Der Schweizerische Bauernverband will die einheimische Lebensmittelproduktion weiter stärken. Seine «Initiative für Ernährungssicherheit» hat aber starke Konkurrenz – vom Bundesrat und von den Grünen.

Kisten voller Äpfel bei der Ernte in Goldach
Legende: Die Landwirtschaftspolitik dürfte künftig zum sprichwörtlichen Zankapfel in der Schweizer Politik werden. Keystone

Die Initiative zur Ernährungssicherheit des Schweizerischen Bauernverbandes und die Initiative der Jungsozialisten gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln sind bereits zustande gekommen. Noch diesen Monat wird der Bundesrat seinen Gegenvorschlag zur Ernährungssicherheitsinitiative vorstellen. Und gegenwärtig sammeln auch die Grünen und die alternative Bauernvereinigung Uniterre Unterschriften für zwei weitere Volksbegehren. Gleich fünf Vorstösse zur Landwirtschaftspolitik also, über die dereinst das Volk entscheiden könnte.

Für Adrian Krebs, Mediensprecher des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau FIBL, kein Zufall: «Die Menschen wissen nicht mehr recht, woher die Produkte kommen. Industrialisierung, Massentierhaltung, Nahrungsmittelskandale sind Themen, die die Leute beschäftigen.»

Das Thema wird «politisch ausgeschlachtet»

In dieser Situation besinne man sich wieder vermehrt auf einheimische, oder wenigstens im Ausland fair produzierte Lebensmittel: «Sozial und tiergerecht produzierte Nahrungsmittel sind im Trend, zumindest für das Festessen. Dieser Umstand wird natürlich politisch auch ausgeschlachtet.»

Sozial und tiergerecht produzierte Nahrungsmittel sind im Trend [...] Dieser Umstand wird natürlich politisch auch ausgeschlachtet.
Autor: Adrian KrebsMediensprecher FIBL

Die Bauernvertreter im Parlament haben dies in der letzten Budgetdebatte bereits zu ihren Gunsten nutzen können. JUSO und Grüne erhoffen sich mit ihren Initiativen Rückenwind für den Wahlkampf in diesem Jahr. Und der Bauernverband will die einheimische Nahrungsmittelproduktion ankurbeln.

Bauern wollen einheimische Produktion stärken

Die Bauern seien zwar wichtige Landschaftspfleger, betont Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter, aber vor allem eben Unternehmer: «Für uns sind die Produktion und der Verkauf der Produkte ungefähr drei Mal höher als die Direktzahlungen. Daher hat für uns der Markt eine sehr entscheidende Bedeutung.»

Dieser soll mit der Initiative zur Ernährungssicherheit noch einmal gestärkt werden. Der Wortlaut ist zwar recht vage und geht kaum über den jetzigen Verfassungstext hinaus, aber die in nur drei Monaten gesammelten 150'000 Unterschriften sind ein starkes Zeichen zu Gunsten der einheimischen Agrarproduktion: «Dass wir in der Schweiz die Lebensmittelproduktion auf allen Stufen stärken, ist der zentrale Punkt der Initiative», sagt Ritter.

Grüne kontern mit Fairfood-Initiative

Die Grünen dagegen sammeln für eine Initiative Unterschriften, bei der das Produkt und weniger die Produktion im Zentrum steht, betont die Grünen-Nationalrätin Maja Graf. «Die Fairfood-Initiative möchte gesunde Lebensmittel aus natur- und tierfreundlicher Landwirtschaft mit fairen Arbeitsbedingungen fördern. Da wir 50 Prozent der Lebensmittel importiert werden, sollen auch diese betroffen sein.»

Das Bewusstsein, dass Lebensmittel Mittel zum Leben sind und viel anderes damit beeinflusst wird, dringt zu immer mehr Menschen durch.
Autor: Maja GrafNationalrätin Grüne Partei

Der Wettbewerb auf dem Lebensmittelmarkt müsse mehr über die Qualität statt über den Preis ausgetragen werden, fordert Graf. Denn: «Das Bewusstsein, dass Lebensmittel Mittel zum Leben sind und viel anderes damit beeinflusst wird, dringt zu immer mehr Menschen durch.»

Genau dieses wachsende Bewusstsein könnte den Initianten der diversen Landwirtschaftsinitiativen gute Abstimmungsresultate bescheren. Wie populär Agrarthemen sind, zeigt nicht zuletzt das rekordverdächtige Sammelergebnis für die Ernährungsinitiative des Bauernverbandes.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Werner von Braun, Aarau
    ich kaufe so oder so kein obst mehr, das schmeckt noch weniger als das gemüse. ihr müsst mal kartoffeln vom demeterhof essen
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  • Kommentar von R.Baumberger, Wahlen b.Laufen
    Die Ausgangssituation sind 80% der Lebensformen insgesamt auf diesem Planeten,die Mikroben,Kleinstlebewesen.Und so gesehen gibt es da Spielraum in der art der Beziehung zu diesen. Doch der wird bei genauer und Naturgegebener Wahrnehmung im Begrenztem nachvollziehbarem Rahmen sein.Hier aber geht es um ein wie und nicht um das was,möglicherweise wühlen wir dessentwegen mit Schlips und Krawatte aber Maschinenpark von Superlativen in der Erde umher. Geben es noch schulmeisterischer weiter...sache/n
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Ich stehe auf chinesische Äpfel mit gefälschtem Bio-Label, die idealerweise per Luftfracht zu uns kommen. Und Milch aus Indien ist auch 10 mal billiger, da die Kühe dort auf der Strasse leben und die Milch so gratis für alle verfügbar ist.
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    1. Antwort von Luca Cambiaso, Basel
      ... und ich stehe auf das billige wert- und geschmacklose Chemie-Obst, wie oben im Bild und man Tag für Tag im Laden findet.
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