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Schweiz Eröffnung des Gotthard-Basistunnels: Der Countdown läuft

In genau einem Jahr wird der längste Eisenbahntunnel der Welt eingeweiht – der Gotthard-Basistunnel. Bundesrätin Doris Leuthard hat in Luzern den Beginn der letzten Bauphase eingeläutet und bereits jetzt für das geplante Eröffnungsfest geworben. In Uri blickt man mit gemischten Gefühlen auf den Tag.

Vor 22 Jahren haben die Bauarbeiten zum 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel begonnen. In einem Jahr soll das 12-Milliarden-Projekt endlich offiziell eröffnet werden. Dies gab Bundesrätin Doris Leuthard in Luzern bekannt.

Der längste Bahntunnel der Welt stehe für die Innovationskraft, die Präzision und die Zuverlässigkeit der Schweiz, sagte Verkehrsministerin Leuthard. Mit der Eröffnung des Basistunnels werde nicht nur der Zusammenhalt in der Schweiz gefestigt. Der Tunnel sei auch sehr wichtig für Europa. «Die Schweiz darf stolz sein auf das Jahrhundertprojekt», sagte Leuthard.

Kartenausschnitt zeigt den Abschnitt zwischen Erstfeld und Biasca
Legende: Der Gotthard-Basistunnel entsteht zwischen Erstfeld (UR) und Biasca (TI). Er besteht aus zwei Einspur-Röhren. SRF

Ein Fest für die Bevölkerung

Der offizielle Staatsakt findet am 1. Juni 2016 statt. Dann wird die AlpTransit AG den Basistunnel der SBB als Betreiberin übergeben. Dabei können die Gäste an beiden Tunnelportalen in Erstfeld (UR) und Biasca (TI) miterleben, wie zwei Züge für die Jungfernfahrt durch den Tunnel starten.

Drei Tage später, am 4. und 5. Juni 2016, findet ein Publikumsanlass an beiden Tunnelportalen statt. Dabei stehe ganz klar die Bevölkerung im Mittelpunkt, betonte die Bundesrätin. An diesen Tagen wird es für das Publikum auch erstmals möglich sein, durch den neuen Basistunnel zu fahren.

Eröffnungsanlass ist Bundesrat 12 Millionen wert

Wer einen der 1000 Plätze der ersten Publikumsfahrten erhalten soll, entscheidet das Los. Anfang 2016 wird ein Wettbewerb lanciert. Am Wochenende nach den Feierlichkeiten finden nochmals Fahrten für die Bevölkerung statt.

Für die Eröffnungsfeierlichkeiten stellte der Bundesrat insgesamt 12 Millionen Franken zur Verfügung. «Eine rechte Summe», sagte die Verkehrsministerin. Doch solch ein Projekt zu eröffnen erlebe man nicht alle Tage. «Es ist es uns wert.»

Freude und Wehmut in Uri

In Uri erwartet man die Eröffnung des Tunnels mit gemischten Gefühlen. Mit der Inbetriebnahme der Neat werden die Schnellzüge den Kanton zu einem grossen Teil unterfahren, die historische Gotthard-Bergstrecke verliert ihre Bedeutung. Umso mehr hoffen die Urnerinnen und Urner aber auf die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Strasse auf die Schiene.

Zwei Lokomotiven getauft

Bis es aber so weit ist, werden während 365 Tagen zwei weisse Lokomotiven mit dem Festakt-Logo «Gottardo 2016» als Vorboten durch die Schweiz rollen. Sie tragen die Namen Erstfeld und Biasca. Getauft wurden die Lokomotiven ebenfalls am Montag in Luzern – und zwar von der Urner Frau Landammann Heidi Z'Graggen und dem Tessiner Regierungsrat Claudio Zali.

Abgesehen von einigen Hindernissen sei das 12-Milliarden-Projekt von Anfang an gut in Fahrt gekommen, und es sei auf Kurs, versicherte AlpTransit-Chef Renzo Simoni. Ab September werde das System auf Herz und Nieren geprüft, bis Ende Mai 2016 sollten alle Tests abgeschlossen sein.

Bis dahin sei aber noch viel zu tun, betonte SBB-Chef Andreas Meyer. Viele Millionen Einzelheiten müssten stimmen. Die Komplexität des Gotthard-Basistunnels stelle auch eine grosse Herausforderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB. Gegen 4000 Personen seien in das Projekt involviert und müssten entsprechend geschult werden, sagte Meyer.

Ceneri wird Ende 2019 eröffnet

Der Gotthard-Basistunnel, der praktisch keine Steigung aufweist, ist das Herzstück der neuen Nord-Süd-Achse. Nach seiner Eröffnung im Juni 2016 wird der neue Bahntunnel am 11. Dezember mit dem Fahrplanwechsel in Betrieb gehen.

Noch nicht abgeschlossen sind die Arbeiten am 15 Kilometer langen Ceneri-Basistunnel. Seine Inbetriebnahme ist Ende 2019 vorgesehen. Dann wird die durchgehende Flachbahn realisiert.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Die beiden im Bild sollten die Signalkelle, die Frau BR Leuthard schwenkt, von ihrer eigenen Seite her gut anschauen. Diese rote Karte würde dem CEO Meyer für seine "Meisterleistungen" schon längst gehören, und der BR Leuthard könnte sie nach den Wahlen im Herbst auch blühen ;-).
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  • Kommentar von Josef Beeler, Wattwil
    Liest man die bisherigen Kommentare, kann man nur noch den Kopf schütteln. Der Basistunnel (GBT) bringt der Schweizer Bevölkerung sehr viel, indem er den Weg zwischen der Südschweiz und der Nord-Ostschweiz massiv verkürzt. Dass der Tunnel auch der EU dient, ist ja gewollt. Diese zahlt für die Benützung mit Güterzügen Trassee-Gebühren. Freilich nützt der GBT den verbissenen "Nurautofahrern" nichts. Eine zweite Strassenröhre hingegen braucht es bestimmt nicht mehr.
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  • Kommentar von f.gerber, thun
    Die Schweiz sei stolz auf das Jahrhundertprojekt.... Einfach nur lächerlich, die Schweiz zahlt, zahlt und zahlt wie immer und wir haben nichts davon. Gebrauchen können es vor allem die EU und wohl erst noch für kein Geld. D. Leuthard brüstet sich mit ihrem Lächeln, das eigene Volk hat nichts davon!
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