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1. Betriebstag am Gotthard Erst die Feier, dann das Malheur

Am Vormittag noch feierte SBB-Chef Meyer die erfolgreiche Inbetriebnahme. Doch wenig später blieb der erste Zug stecken.

Legende: Video Gotthard: Jetzt rollt der Bahn-Verkehr abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.12.2016.
  • Der erste reguläre Passagierzug durch den Gotthard-Basistunnel ist heute um 8.17 Uhr in Lugano angekommen.
  • An Bord waren unter anderem Regierungsmitglieder aller Kantone, Mitarbeitende des Bundes, Parlamentarier sowie Vertreter der Bahnbranche, darunter SBB-Chef Andreas Meyer.
  • Kurz nach der Eröffnung blieb ein Güterzug im Tunnel stecken. Er wurde inzwischen abgeschleppt.
  • Mittlerweile verkehren nahezu alle Züge wieder regulär und nur noch geringen Verspätungen.

Kaum war er aus dem ersten regulären Zug gestiegen, der den Gotthard-Basistunnel durchquerte, eröffnete SBB-Chef Andreas Meyer die Feierlichkeiten zur Inbetriebnahme des Jahrhundertbauwerks: Es habe Generationen und das ganze Schweizer Volk gebraucht, um die neue Gotthard-Linie heute so in Betrieb zu nehmen, sagte Meyer.

Wir haben aus dem Gotthard ein Symbol an Präzision und Zuverlässigkeit für die Schweiz gemacht.
Autor: Andreas MeyerSBB-Chef

Für ihn sei es ein tolles Gefühl, sagen zu können: «Wir haben aus dem Gotthard ein Symbol an Präzision und Zuverlässigkeit für die Schweiz gemacht.» Und an Italien gerichtet fügte er an: An der Pünktlichkeit auf der Linie in Richtung Mailand müsse noch gearbeitet werden.

Meyer unterläuft Faux-Pas

Auf der Nord-Süd-Achse sei die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels erst ein wichtiger Zwischenschritt. Nicht nur der Ceneri-Basistunnel warte noch auf seine Fertigstellung. Es gebe einen «Riesen-Umbau» beim Güterverkehr. Schon am Dienstag werde es mit dem neuen Fahrplan einen ersten «Stress-Test» für den Cargo-Transport geben.

In der Feierlaune unterlief Meyer ein kleiner Faux-Pas, der im Tessin für Lacher sorgte: Er bezeichnete den Stadtpräsidenten Luganos Marco Borradori (Lega) versehentlich als «Sindaco» von Bellinzona. Dort ist aber der SP-Mann Mario Branda am Ruder.

Verspätungen schon kurz nach Start

Auch auf der Strecke selbst lief am ersten Tag nicht alles rund. So blieb ein Güterzug am Nachmittag im Tunnel stecken. Dies sorgte für kleinere Verspätungen. Der Güterzug wurde abgeschleppt. Nach rund zwei Stunden normalisierte sich der Verkehr wieder. Grund für die Panne war eine Störung an der Lok des Güterzugs.

Ein Personenzug Richtung Norden, der unmittelbar auf den steckengeblieben Güterzug folgte, konnte diesen zwar überholen, verspätete sich aber um zwölf Minuten. Ein anderer Personenzug musste auf die Bergstrecke ausweichen und erhielt eine Verspätung von 40 Minuten.

Nachbarländer in der Pflicht

25 Jahre nach der ersten Abstimmung sei der Gotthard-Basistunnel nun endlich in Betrieb genommen, freute sich auch der Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), Peter Füglistaler. Der Basistunnel sei ein technisches Wunder – das Bauwerk stehe stellvertretend für die erfolgreiche Verkehrspolitik der Schweiz, bei der die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene jährlich an Bedeutung gewinne.

Der Basis-Tunnel ist ein technisches Wunder.
Autor: Peter FüglistalerDirektor Bundesamt für Verkehr

Gerade bei den Zufahrtsstrecken zur Neat gebe es nun aber noch viel zu tun. «Wir erinnern uns an die Worte von Angela Merkel anlässlich der Eröffnungsfeier im Juni», sagte Füglistaler in Hinblick auf den deutschen Nachholbedarf. Auch in Italien müsse noch gearbeitet werden.

Lugano hat neuen Bahnhof

In Lugano ist am Sonntag im Zuge der Gotthard-Feierlichkeiten auch der renovierte Bahnhof eingeweiht worden. Der 18,6 Millionen Franken teure Gesamtkomplex verfügt über einen Direktanschluss zur Standseilbahn, die ebenfalls grundlegend modernisiert wurde.

22 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Warum wundert mich das nicht? Bei dem Chef ist nicht viel anderes zu erwarten! Duo Messer & Gabel; Hoptsach de Hond isch gsond, ond gäss isch fäss.... Treffender geht's nicht
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  • Kommentar von tom rosen (tom rosen)
    Grossmaulmeyer. Geld verlocht, Volk belogen, Leute entlassen, Leistung im Keller und überall unbeliebt. Da muss man schon zu SBB oder zur Post um mit einem derartigen Profil CEO bleiben zu können. Obwohl, bei einer Grossbank hätte man auch noch Chancen (...aber nur, wenn man entsprechenden Gewinn herauspresst).
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    "Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön", ein altes Kinderlied ist. Was an dieser Zugfahrt, wo Mensch eine halbe Stunde rascher an sein Ziel kommt noch schön & lustig sein soll, erinnert an eine Werbung:" Die meiste Zeit verbringen wir damit, keine Zeit zu haben. Eigentlich schade." Der neue Röhre ist ein weiterer Zeitzeuge dafür, als der Mensch keine Zeit mehr für die westentlichen Dinge des Lebens hatte. Z. B. im Sommer in einem Cabrio über die alte Tremola zu fahren!
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