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Schweiz «Es fand keine Kollision in der Luft statt»

Das VBS hat an einer Medienkonferenz zum Absturz einer F/A-18 der Schweizer Luftwaffe in Frankreich informiert. Demnach befand sich die Maschine bei einer Kampfübung, als sie plötzlich an Höhe verlor. Der Pilot befinde sich ausser Lebensgefahr.

Legende: Video Absturz einer Schweizer F/A-18 (Archiv) abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.10.2015.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Übung sollte einen Luftkampf simulieren.
  • Die Leitung unterlag französischen Jägerleitoffizieren.
  • Der Schweizer Militärjet verlor unvermittelt an Höhe. Es fand keine Luftkollision statt.
  • Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und ist ausser Lebensgefahr

Östlich der französischen Stadt Besançon ist eine zweisitzige F/A-18 der Schweizer Armee über unbewohntem Gebiet abgestürzt. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS hat an einer Medienkonferenz zum Zwischenfall Stellung genommen.

Der Kommandant der Luftwaffe, Aldo Schellenberg, erkärte, dass keine Kollision in der Luft stattgefunden habe. Die Maschine habe aber unvermittelt an Höhe verloren. Der Absturz sei um 11.30 Uhr geschehen. «Wir haben eine Häufung von zwei Unfällen, nachdem zuvor 15 Jahre kein Unfall stattgefunden hat», sagte Schellenberg. «Es ist Pech», ergänzte er.

Laut Schellenberg ist das Unglück bei einer Kampfübung in einem häufig benutzten Trainingsraum passiert. Die F/A-18 sollte gegen zwei Maschinen vom Typ Tiger kämpfen. Geleitet wurde laut Schellenberg die Übung von einem französischen Jägerleitoffizier.

«Ein sehr erfahrener Pilot»

Der Pilot befindet sich ausser Lebensgefahr, erklärte Schellenberg. Er habe sich mit dem Schleudersitz retten können. Es handle sich um einen erfahrenen Piloten mit über 3500 Flugstunden Erfahrung.

Zum Flugzeugtyp erklärte der Luftwaffenkommandant: «Wir überprüfen im Moment, ob eine Lebenswegverlängerung des F/A-18 angesagt ist.»

Der Pilot konnte sich mit seinem Schleudersitz retten. Bei seiner Rettung sei er verletzt, aber ansprechbar gewesen, teilte die Präfektur des Departements Doubs mit. Der 38-Jährige befindet sich zur Pflege in einem Spital in Besançon. Er ist nicht in Lebensgefahr.

Legende: Video Luftwaffenkommandant Schellenberg zum Absturz des Militärjets abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.10.2015.

Der Absturz ereignete sich um 11.30 Uhr in einem Waldstück 20 Kilometer östlich der Stadt Besançon, im Departement Doubs. «Am Boden kamen keine Personen zu Schaden», erklärte Armessprecher Daniel Reist bei Radio SRF.

Rund um den Unfallort haben die Behörden laut der Nachrichtenagentur AFP eine Sicherheitszone von 300 Metern errichtet. Die Feuerwehr konnte die Flammen des brennenden Flugzeugwracks unter Kontrolle bringen. Die Präfektur Doubs hat Überflüge über das betroffene Gebiet untersagt.

Trainings in Frankreich nichts Ungewöhnliches

Gestartet war die F/A-18 in Payerne (VD). Zur Absturzursache liegen noch keine Erkenntnisse vor; die Untersuchungen der französischen Behörden laufen.

Dass Schweizer Armeeflugzeuge in französischem Luftraum unterwegs sind, ist nichts Ungewöhnliches. «Es gibt Vereinbarungen über die gegenseitige Nutzung des Luftraumes. Es handelt sich hier um einen Standardübungsplatz», so Reist. Das Gebiet gehört zum gemeinsamen Luftwaffen-Trainingsraum der Schweiz und Frankreich.

Die Schweizer Luftwaffe hat seit 1941 rund 400 Flugunfälle mit über 350 Todesopfern registriert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ereigneten sich bis heute zehn schwere Unfälle. Eine Übersicht:

Schwere Flugunfälle der Luftwaffe seit 1996

23. Oktober 2013:
Im Raum Alpnachstad im Kanton Obwalden zerschellt eine zweisitzige F/A-18 am Lopper. Der Pilot und sein Passagier, ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts, werden getötet.

12. November 2002:
Ein PC-7 kollidiert bei Bonaduz (GR) mit dem Seil der  Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis. Zwei Milizoffiziere kommen ums Leben.

12. Oktober 2001:
Beim Absturz eines Alouette-III-Helikopters oberhalb von Montana (VS) nach der Kollision mit einem Kabel kommen alle vier
Insassen ums Leben.

25. Mai 2001:
Bei einem  Grenzüberwachungsflug touchiert ein Alouette-III-Helikopter bei Delsberg (JU) ein Kabel und stürzt ab. Der Pilot und drei Grenzwächter werden tödlich verletzt.

14. Oktober 1998:
Zwei Trainingsflugzeuge des Typs PC-9 stossen in der Luft zusammen. Während die eine Maschine landen kann, zerschellt die andere bei Oberuzwil (SG). Der Pilot stirbt.

7. April 1998: Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets bei Crans (VS) werden beide Insassen getötet. Als Ursache wurde eine räumliche Desorientierung des Piloten angenommen.

12. November 1997:
Ein Pilatus-Porter PC6 stürzt bei schlechtem Wetter in der Nähe von Boltigen (BE) ab. Der Pilot und vier Soldaten sterben.

20. März 1997:
Eine Mirage III RS stürzt bei einem Aufklärungsflug im Raum Ste-Croix (VD) ab. Der Pilot kommt ums Leben.

4. Juli 1996:
Ein Kampfjet Tiger F-5E bohrt sich in Schänis (SG) nach einem unbeabsichtigten Schleudersitzabschuss in den Boden. Der Pilot überlebt.

F/A-18-Jets der Luftwaffe

Eine F/A-18 startet in Payerne (VD), Symbolbild
Legende: Eine F/A-18 startet in Payerne (VD) keystone

Das Kampfflugzeug des Typs F/A-18 Hornet steht in der Schweiz seit 1997 im Einsatz. Die Schweiz bestellte beim Hersteller McDonnell Douglas 34 F/A-18, 26 Einsitzer und 8 Zweisitzer. Seit dem heutigen Unfall umfasst die F/A-Flotte noch 31 Maschinen. 26 davon sind Einsitzer, noch fünf Jets verfügen über zwei Sitze.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Da die Netiquette hier eh schon lange eine Farce ist: Nein, die SRG ist keine Diktatur. Im Falle eines Krieges wäre sie schlicht zu vielschichtig, dass man sie dafür überhaupt noch gebrauchen könnte. Da zu kompliziert.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Sie schreiben viel, doch der gute Inhalt oder gar brauchbare Vorschläge fehlen. So können Sie kaum die Welt verbessern. So bleiben ihre Kommentar meistens in den unteren 10 Prozent der Zustimmungen.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Hugo Loetscher sagte in einem der letzten Interviews, dass er es nicht wagen würde, gegenüber Ausländern die Aussage eines Verteidigungsministers von der besten Armee der Welt zu wiederholen. Auf die Frage: Warum? Fand er, er würde es nicht wagen, z.B. gegenüber Amerikanern, die die ganze Brutalität des Krieges kennen würden. Damit hat er keinen "Ami"-Krieg legitimiert. Er hat eigentlich nur eine innenpolitische "Botschaft" (wenn überhaupt) zum Besten gegeben: "Passt auf mit Euren Worten!"
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  • Kommentar von Ruedi Brunner (Brunnru)
    Diese saublöden Kommentare sind wirklich überflüssig! Keine Gedanken werden dem Piloten und seinen Angehörigen gewidmet, schämt euch! Grosse Sprüche aber wenns knallt seid ihr die ersten die um Hilfe bittet. Bitte ein bisschen mehr Respekt!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Nun, Herr Brunner, ich darf sie beruhigen. Ich hätte 30 lange Jahre den Kopf für dieses Land hingehalten! 30 Jahre stand ich dieser Armee zur Verfügung! Und gerade deshalb erlaube ich mir, hier auch kritische Voten zu diesen 30 Jahren abzugeben. Glauben sie mir, wir denke auch an den Piloten, doch in der Diskussion geht es nicht um ihn, sondern um die Armee! Also bitte etwas mehr Respekt für andere Meinungen!
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