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Schweiz «Es gibt kein Asylchaos»

Zum ersten Mal äussert sich in der «Rundschau» Mario Gattiker, der Staatssekretär für Migration, zur aktuellen Migrationsdebatte. Wie vor kurzem bereits KKJPD-Präsident Hans-Jürg Käser verneint auch er ein vermeintliches «Asyl-Chaos». Für das kommende Jahr erwartet er knapp 30'000 Asylgesuche.

Legende: Video SEM-Direktor Mario Gattiker an der «Rundschau»-Theke abspielen. Laufzeit 5:31 Minuten.
Vom 26.08.2015.

Rund 29'000 Menschen werden heuer bis Ende Dezember in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt haben. An dieser Prognose von Anfangs Jahr hält das Staatssekretariat für Migration SEM weiterhin fest. Auch solle die Zahl der Anträge aus heutiger Sicht 2016 nur minim zunehmen. Von einem «Asyl-Chaos» könne keine Rede sein, sagt SEM-Direktor Mario Gattiker. Er stützt damit die jüngsten Aussagen des Präsidenten der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, Hans-Jürg Käser.

In der «Rundschau» äusserte sich Gattiker erstmals öffentlich zur aktuellen Migrations-Debatte. «Wir müssen sehen, dass in der Schweiz die Gesuchszahlen im europäischen Vergleich sehr moderat zunehmen. Das hat zum Teil mit den Migrationsrouten zu tun. Aber auch damit, dass die Massnahmen im Bereich unbegründeter Asylgesuche gegriffen haben.» Den Weg, unbegründete Asylgesuche wie jene von Immigranten aus dem Balkan schnell zu erledigen, müsse die Schweiz weitergehen, so Gattiker.

Die Kantone und Gemeinden haben noch genügend Unterkünfte.
Autor: Mario GattikerDirektor Staatssekretariat für Migration

Auch was die Unterbringung von Asylbewerbern betrifft, sei die Schweiz heute nicht in einer Notsituation, sagt der Staatssekretär für Migration: «Die Kantone und Gemeinden haben noch genügend Unterkünfte.»

Selbstverständlich stellten die Flüchtlingsströme eine Herausforderung dar, der sich auch Europa und die Schweiz stellen müsse, so Gattiker. Auch schliesst er nicht aus, die Prognose einer gleichbleibenden Zahl von Asylgesuchen im kommenden Jahr dereinst nach oben korrigieren zu müssen.

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178 Kommentare

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  • Kommentar von Doris Loegel (Doris Loegel)
    Herr Bundesrat Maurer hat in einem Interview mit der Zeitung "le Temps" seiner Partei bezüglich des angeblich derzeitigen Asylchaos widersprochen. "Wir haben kein Asylchaos" wird er zitiert, "aber wir haben eine spezielle Situation, haben jedoch die Lage im Griff". Diese Aussage von Ueli Maurer wird wohl seiner Partei nicht unbedingt Freude bereiten, gehe ich mal davon aus, ebensowenig wie einigen Kommentatoren hier und in anderen Foren...
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  • Kommentar von Fadri Pitsch (FP)
    Es tut einem sehr weh, wenn man die Situation in der Welt beobachtet. Schlimm ist, dass Herr Gattiker ohne Emotionen Sachen analysiert und auf die scharfen Fragen vom Rundschau Journi mit Floskeln und Worthülsen antwortet. Werde sofort mich melden und meine Bereitschaft anmelden einzelne Flüchtlinge bei mir wohnen zu lassen. Da ich bald mich pensionieren lasse, habe ich Zeit um diesen Menschen die Sprache und unsere Kultur zu vermitteln. Herr Gattiker hat wohl kein Gewissen.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Das «Asylchaos» wird von einer einzigen Partei zelebriert,ohne dass von ihr der Beweis erbracht wurde, dass wir wirklich ein Chaos haben.An anderer Stelle habe ich die Definition publiziert & ich frage sie alle hier:Können wir von Chaos sprechen?NEIN, sicher nicht! Herr Gattiker widerlegt diese polemische Worthülse dieser Rechtspartei, das ist gut so! Unser Leben ist weder gefährdet, noch ist es durch die Flüchtlinge eingeschränkt. Vielen ist die Gier & der Egoismus wichtiger als die Humanität!
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Ach Herr Bächler: Gattiker kann gar nichts widerlegen. Er reiht sich lediglich pflichtbewusst in die Reihe der Schönredner ein, mehr nicht. Er weiss wohl auch, dass es kracht im Gebälk in der Hoffnung, dass ihm die Ziegel nicht auf den Kopf fallen würden.
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    2. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      ja ja wir müssen das leider zugeben, dass es ein Asylchaos ist. Von der Anzahl der Flüchtlinge bis zu den Kosten. Selbst die unserer Grünen Partei lieber N. Bächler nahestehende Bundesrätin Sommaruga gibt das immer wieder indrekt zu. Jetzt muss man laut ihr schon Schengen/Dublin anpassen. Und wenn wir JEDEM ABGEWIESENEN noch Geld geben damit er geht, ist es klar das er und seine Freunde immer wieder kommen um Asyl oder Alternativ Geld zu bekommen. Dann dies noch mit Gratis-Anwalt einfordern
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      4. (!) Versuch, eine Antwort zur Ansicht Bächler's zu schreiben: Wer die Folgen und Reaktionen zur gegenwärtigen "Völkerwanderung" einfach einer Partei als "CHAOS-NENNER" zuschreiben will, verkennt die Stimmung in einem sehr grossen Bevölkerungskreis! Wenn diese Sorgen glücklicherweise wenigstens von EINER Partei aufgenommen werden, sind deren gefordeten Massnahmen nicht nur "polemische Worthülsen"! Leider verletzen solche Ausdrücke das Netiquette nicht. Will man reagieren, dann offenbar schon!
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    4. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sicher ist das Asylantenwesen gefordert, jedoch von einem Chaos zu sprechen ist an den Haaren herbei gezogen. Es würde der Schweiz und ihrer Reputation gut anstehen, ihre humanitäre Tradition weiterhin beizubehalten.
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