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Schweiz «Es herrscht die Gefahr von spontanen Lawinenabgängen»

Die starken Schneefälle haben dazu geführt, dass die Lawinengefahr in Teilen der Schweiz so gross ist wie noch nie in den vergangenen Tagen. Vor allem in der West- und Zentralschweiz ist Vorsicht geboten – und das noch mehrere Tage.

Helikopter der Rega im Prättigau
Legende: Lawinengefahr erheblich bis gross: Rettungskräfte am 31.01.15 im Prättigau, nachdem eine Lawine abging. Keystone

Fast die ganze Schweiz liegt derzeit unter einer Schneedecke, und noch immer schneit es in weiten Teilen des Landes. Wer sich heute auf Skier oder ein Snowboard stellt, muss aber eines beachten: Die Lawinengefahr ist praktisch in den ganzen Alpen erheblich bis gross.

Besonders heikel ist die Situation in der Westschweiz, im Berner Oberland und in der Zentralschweiz, wie Gian Darms, Lawinenprognostiker vom WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung, erklärt: «Westlich des Flusses Reuss herrscht verbreitet grosse Lawinengefahr, dies ist die Gefahrenstufe vier von fünf.» Konkret heisse das, dass Lawinen sehr leicht ausgelöst und ziemlich gross werden können. «Es herrscht zudem die Gefahr von spontanen Lawinenabgängen.»

Legende: Video Die Lawine im Nacken abspielen. Laufzeit 22:00 Minuten.
Aus Reporter vom 02.03.2014.

Wintersport nur in Hängen mit wenig Gefälle

Auch auf der übrigen Alpennordseite, zum Beispiel in den Glarner Alpen, sei die Lawinengefahr erheblich, sagt Darms. «Die Schneemassen können sich hier ebenfalls ohne das Zutun von Menschen lösen.» Die gleiche Gefahrenstufe herrsche auch in Graubünden und im Wallis.

Laut Darms müssen Tourenfahrer heute aber nicht auf Wintersport verzichten. «Wer nicht in Hängen mit einem Gefälle über 30 Grad unterwegs ist und auch nicht direkt über oder unter einem steilen Hang, kann problemlos im Tiefschnee Ski fahren.»

Entwarnung für die hohe Lawinengefahr gibt es auch in den kommenden Tagen nicht. Zwar würden in den nächsten zwei Tagen in der ganzen Schweiz keine neuen Schneefälle erwartet und es bleibe trocken. «Die Lawinengefahr geht infolge der kalten Temperaturen aber erst langsam zurück.»

Am vergangenen Wochenende waren in der Schweiz innerhalb von zwei Tagen insgesamt acht Menschen durch Lawinenabgänge getötet worden. Am schlimmsten traf es eine Tourengruppe am Piz Vilan im bündnerischen Prättigau: Fünf SAC-Angehörige kamen ums Leben. Drei weitere Tote gab es im Berner Oberland und im Toggenburg.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von F. Limacher, Zürisee
    ... ich werde (zum Glück) wohl nie begreiffen, warum Menschen Adrenalin-Kicks brauchen und suchen. Ich bin sehr froh, auch ohne diese "Kicks" glücklich leben zu können und gegenüber diesem unbändigen "Suchtverhalten" immun bin. Allerdings wundere ich mich nicht, dass unsere Gesellschaft auf solches Verhalten einsteigt. Das Leben ist ja sooooo langweilig ... und wir brauchen bei vielem immer mehr und mehr und noch mehr ... und noch geiler und noch spezieller... Doch jedem das seine !
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  • Kommentar von Aldo Brändli, altendorf
    ich kann es schon verstehen, dass einige Laien die Gefahrenstufe "erheblich" als mittlere Gefahrenstufe betrachten. Sie liegt zwischen gering, mässig und den oberen gross und sehr gross. Man müsste vermehrt kommunizieren, dass es die höchste Gefahrenstufe ist, bei welcher man Touren unternimmt.
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  • Kommentar von Frederic Weill, Avegno
    Man sollte sich ernsthaft überlegen die Gefahrenstufe 3 umzubenennen. Mit dem Wort "erheblich" ziehen die meisten Leute völlig falsche Rückschlüsse..... Vielleicht sollte man Stufe 3 "gross" nennen, Stufe 4 "sehr gross" und Stufe 5 "extrem" .
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