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A-Post-Briefe werden teurer «Es ist Zeit, ‹Stopp› zu sagen»

Die Post hat gerade erst die Schliessung hunderter Poststellen bekannt gegeben. Gleichzeit heckt die Post-Chefetage Pläne aus, um A-Post-Briefe zu verteuern. Weniger Service und gleichzeitig höhere Preise? Es hagelt Kritik.

Legende: Video Widerstand gegen Preiserhöhung abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 01.07.2017.

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller kündigt in einem Interview mit dem «Blick» an: A-Post-Briefe sollen teurer werden. Der Preisaufschlag ab 2019 werde «massvoll» sein. Die Ankündigung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Eben erst hat die Post die Schliessung hunderter Poststellen bekannt gegeben.

Weniger Service und gleichzeitig höhere Preise? «Das ist unlogisch», sagt Mathias Reynard, SP-Nationalrat aus dem Wallis. Man könne doch nicht beim Service abbauen zulasten der Randregionen, der Angestellten und der Konsumenten – und das nur, um jedes Jahr mehr Gewinn zu machen. Reynard: «Selbst wenn der Bund davon profitiert. Das geht schlicht nicht. Es ist Zeit, ‹Stopp› zu sagen.»

Tatsache ist jeodch, dass die Post immer weniger Briefe befördert. Zwei Milliarden waren es im letzten Jahr – 3,8 Prozent weniger als 2015. Die Post muss sparen.

Für Konsumentschützer ist es jedoch nicht aber akzeptabel, dass die Post dafür ihre Kunden zur Kasse bittet. «Die Briefpost ist Teil des allgemeinen Services. Wenn es Probleme gibt, muss anderweitig finanziert werden», sagt die Chefredaktorin des Konsumentenmagazins «Bon à savoir», Zeynep Ersan Berdoz.

Ein Kunde wirft einer Poststelle in Massagno (TI) einen Brief in den Briefkasten. (keystone)
Legende: Die letzte Preiserhöhung bei den Briefen liegt 13 Jahre zurück. Keystone

Die Post mache jedes Jahr Gewinn, davon gingen jährlich rund 200 Millionen Franken an den Bund. Zeynep Ersan Berdoz: «Eine Art versteckte Steuer. Es liegt auf der Hand, dass diese Erträge in jene Bereich reinvestiert werden müssen, die nicht rentabel sind.»

Die letzte Preiserhöhung bei den Briefen liegt 13 Jahre zurück. Die anstehenden Verhandlungen zwischen Post und Preisüberwacher dürften hart werden.

43 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Noch einmal: Enschuldigung, aber wir verdienen es, dass das jetzt passiert. Wir HATTEN die Gelegenheit, mit der Service-Public-Initiative Stopp zu sagen. Wir taten es nicht. Alles in bester Ordnung. Was jetzt passiert, hat den Segen des (dummen?) Volkes.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (Andrea Esslinger)
    Es ist Zeit, "Stopp" zu sagen? Dazu hatten alle mündigen, erwachsenen Schweizer und Schweizerinnen vor ziemlich genau einem Jahr die Gelegenheit gehabt. Aber sie haben "Weiter-so" gestimmt. Darum jetzt schön still sein und nicht rummotzen. Graubünden hat übrigens mit 80% die Initiative abgeschmettert.
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  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Wenn die Post weiter solche Frechheiten durchboxt, gibt es nur eine Antwort und der Bundesrat sollte für einmal solche Abschaffungen des Service-Public mit einer Massnahme bestrafen : nämlich Abschaffung des Monopols und des Postregals.
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