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Schweiz «Es reicht!»: Katholiken verlangen Absetzung von Bischof Huonder

Im Bistum Chur rumort es. Die katholische Basis fordert die Bischofskonferenz auf, in Chur für eine neue Bistumsleitung zu sorgen. Am 9. März wird in St. Gallen demonstriert.

Legende: Video Umfrage der Schweizer Katholiken abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.02.2014.

Eine breite Allianz von katholischen Verbänden fordert von der Bischofskonferenz die Absetzung von Bischof Vitus Huonder. Daneben sollten auch Schritte in Richtung einer glaubwürdigen, befreienden, ökumenischen und offenen Kirche in der Schweiz unternommen werden.

«Es reicht!»

Auf Initiative des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) haben sich zahlreiche katholische Organisationen zur grossen Kundgebung am 9. März in St. Gallen zusammengeschlossen. «Es reicht!» heisst die Demonstration. Die Gläubigen kämpfen dabei «für eine glaubwürdige und befreiende katholische Kirche Schweiz».

In den vergangenen Monaten hatten Huonders Verlautbarungen im Bistum Chur immer wieder für grosse Unruhen gesorgt. Dabei wurden grosse Gruppen von Gläubigen diskriminiert, etwa homosexuelle, geschiedene wiederverheiratete, im Konkubinat lebende sowie die Pille und Kondome verwendende Katholikinnen und Katholiken.

Kritik an kirchlicher Lehre

Um der Kirchengemeinde auf den Zahn zu fühlen, hat die katholische Kirche bereits eine Umfrage durchgeführt. Insgesamt 25'000 Schweizer Katholiken haben sich bei der sogenannten Pastoralumfrage beteiligt. Mit den Rückmeldungen der Basis will Rom den verlorengegangenen Kontakt zu den Gläubigen wiederherstellen.

Diese Ergebnisse der Umfrage wurden heute von der Bischofskonferenz vorgestellt. Die Idee zu dieser Umfrage kommt von ganz oben: Papst Franziskus selbst wollte wissen, wie Katholiken zu Themen wie Familie, Partnerschaft und Sexualmoral denken.

Porträt von Bischof Huonder
Legende: «Es reicht!»: Bischof Huonder wird von den Basiskatholiken hart kritisiert. Keystone

Der Wunsch nach einer christlichen Erziehung der Kinder bildet den höchsten Zustimmungswert der gesamten Umfrage (97 Prozent). Auch die kirchliche Eheschliessung ist den Befragten wichtig. 80 Prozent gaben an, die eigene Paarbeziehung religiös gestalten zu wollen.

Die grundsätzliche Offenheit für Religion und Glaube gehe nicht mit einer kritiklosen Zustimmung zur Lehre über die Familie, Ehe und Sexualität einher, heisst es von der Bischofskonferenz.

Einstimmiges Unverständnis herrscht vor allem in der Haltung der Kirche gegenüber Wiederverheirateten. Diese nicht zu den Sakramenten zuzulassen, wird als unchristlich und unbarmherzig empfunden. Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) teilt den Wunsch nach einer kirchlichen Anerkennung und Segnung dieser Partnerschaften.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Sevi Arnold, Sursee
    Es gibt sehr wohl eine Wahrheit und die wird nicht nach der jeweiligen Laune der Menschen festgesetzt. Sonst könnte man ja leben wie man will. Es ist traurig, dass sich heute viele Leute selber eine Kirche zusammensetzen möchten, nach ihrer Laune und ihrem Gutdünken. Der Relativismus und die Verwirrung hat leider überall Einzug gehalten, deshalb ist es umso wichtiger dass es noch Bischöfe wie V. Huonder gibt, die für die Wahrheit einstehen und die Gläubigen nicht noch mehr verwirren.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Was Jesus eingesetzt hat,muss erhalten bleiben. Dies gilt vor allem für die wichtigsten Teile der Eucharistiefeier: Opferung, Wandlung, Kommunen. Was die Kirchenfürsten beigefügt und ergänzt haben,soll der Moderne angepasst Weden. Jesus sagte selber. Was ihr auf Erden binden/lösen werdet, wird auch im Himmel gebunden/gelöst sein.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist für Bürgerinnen und Bürger eines direkt-demokratischen Landes schmerzhaft, einem Bistum unterstellt zu sein, welches von einem extrem romtreuen Bischof, der gewisse Gläubige diskriminiert, sie gar vom Sakramentenempfang ausschliesst, regiert, respektive diktiert werden, und sie stillschweigend Kirchensteuer entrichten müssen, ohne ein Wort mitreden zu dürfen. Deshalb ist es zwingend, dass Bischof Huonder endlich den Hut, respektive sein Käppi nehmen muss..
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    1. Antwort von Karl Suter, 9533 Kirchberg
      Frau Marlene Ziegler Für Sie ist es auch schmerhaft dem lieben Gott unterstellt zu sein, obwohl Sie es trotzdem sein müssen. Sie und alle die gegen die wahre Kirche Jesus christus und Bischof Huonder sich entrüsten und seinen Rücktritt fordern, müssen einmal Rechenschaft ablegen vor dem Richterstuhl Gottes. Es wäre besser Sie würden täglich den Rosenkranz beten und Gott um Verzeihung bitten, für die Ungerechtigkeiten, die der katholischen Kirche und Bischof Huonder angetan werden!
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    2. Antwort von B. Küng, Seeland
      @ Karl Suter: wenn ich Stuss wie den Ihrigen lese, kann ich nur froh sein, ein überzeugter Atheist zu sein. Ich war zwei Jahre auf eine kath. Schule und musste mir diesen Sch..... täglich anhören. Von da an war mir klar, dass ich mit diesem Verein nichts mehr zu tun haben will und meine erste "Amtshandlung" nach Erreichen der Volljährigkeit war der Austritt aus der Kirche. Für diesen unsäglichen Verein noch Steuern zu zahlen wäre wirklich das Allerletzte.
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    3. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      @ Karl SUTER.. Sollte es Gott geben und ich ihm wirklich persoenlich entgegen treten muessen... ich taete das mit hoch erhobenem Haupte. Weil das Unrecht der katholischen Kirche anzuprangern ist mE Christenpflicht. Fromme Worte daher plappern allerdings hilft nicht ins Paradies... Was die kath.Kirche (und andere Religionen) an Unrecht getan hat, kann nicht mit Rosenkranzbeten gelaeutert werden.
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