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Schweiz EU will über Zinsbesteuerung verhandeln

Brüssel will Verhandlungen mit der Schweiz über eine Ausweitung des Zinsbesteuerungsabkommen aufnehmen. Die EU will damit Schlupflöcher im Steuersystem schliessen. EU-Steuerkommissar Semeta hat dies dem Bundesrat in einem Brief mitgeteilt.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat Post aus Brüssel erhalten: EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta will mit der Schweiz über eine Verschärfung des bestehenden Zinsbesteuerungsabkommens verhandeln.

Semeta zu Gesprächen in der Schweiz

Konkret: Die EU möchte auch Zahlungen, die über Trusts und Stiftungen laufen, in das Steuerabkommen aufnehmen. Zudem hat die Kommission von den EU-Finanzministern den Auftrag, mit der Schweiz und anderen Staaten über den automatischen Informationsaustausch zu verhandeln.

Bereits am kommenden Montag wird EU-Steuerkommissar Semeta der Schweiz einen Besuch abstatten.

«Das Schreiben ist letzte Woche eingetroffen», sagte Nadia Batzig, Leiterin Information und Medien beim eidgenössische Finanzdepartement (EFD). Zu dessen Inhalt wollte sie keine Angaben machen.

Schweizer Institute erheben Steuerrückbehalt

Das Zinsbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und der EU besteht seit 2005. Es sieht vor, dass Schweizer Zahlstellen – etwa Banken – auf in der Schweiz anfallende Zinserträge von EU-Steuerpflichtigen einen Steuerrückbehalt von 35 Prozent erheben.

Drei Viertel dieses Betrags gehen an den Staat des Steuerpflichtigen. Ein Viertel bleibt in der Schweiz. 2011 waren es insgesamt 506 Millionen Franken. Davon gingen nach Angaben der Bundesverwaltung 380 Millionen an die EU-Mitgliedstaaten, 127 Millionen blieben in der Schweiz.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Wie jetzt? Die EU will über ein Abkommen der Bilateralen verhandeln? Ja ich dachte die Bilateralen seien am Ende? Das die EU auch in Steuerbelangen nicht mehr verhandlen wolle? Sehen die EU-Turbos jetzt, wozu Ruhe und besonnenes Handeln führen? Noch etwas länger, und die EU macht aus dem ZBA eine echtes BI-laterales Abkommen! Die Handelszeitung hat die Fehler der "Steuerstreitereien" aufgeklärt: das Problem ist Gegenseitig. Aber hier muss gelten: keine Leistung ohne Gegenleistung.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Tornby
    Es ist sehr irritierend, dass die CH für Gelder, welche in der CH befinden, für die EU Steuern eintreibt. Wo ist da die Souveränität geblieben? Und treibt die EU umgekehrt auch für die CH in ihrem Gebiet (Zins-) Steuern ein und gibt diese an die CH weiter? Falls ja, wieviele Millionen pro Jahr?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Nur ein Viertel des Betrages bleibt also in der Schweiz. Ist es für die Schweiz noch lukrativ, über 1 Millionen Ausländer zu beherbergen, die den Mehrbetrag der Zinseinnahmen hres hier verdienten Geldes in ihren Herkunftsländer abliefern müssen? Das ist doch nichts als Gaunerei. Wehe, sollten wir dereinst Mitglied des EU Kolosses sein. Dann werde ich mein Geld unter der Matratze verstecken.
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