Sterbehilfe in der Schweiz «Exit» verzeichnet starken Mitgliederzuwachs

Mit der Sterbehilfeorganisation Exit schieden vergangenes Jahr weniger Menschen aus dem Leben.

Bildlegende: Mit der Sterbehilfeorganisation Exit schieden vergangenes Jahr weniger Menschen aus dem Leben. Keystone

  • Mit Unterstützung der Sterbehilfeorganisation Exit (Deutsche Schweiz) sind letztes Jahr 722 Menschen aus dem Leben geschieden. Im Vorjahr waren es 782 Personen gewesen.
  • Die Zahl der Exit-Mitglieder ist dagegen angestiegen. Über 12'000 Menschen sind dem Verein neu beigetreten. Damit zählte er zum Jahresende in der Deutschschweiz und im Tessin insgesamt 104'278 Mitglieder.
  • Diese Tendenz setzte sich zu Beginn des Jahres fort: Allein im Januar und Februar traten 3000 Personen Exit bei.

Die Zahl der Anfragen für Sterbehilfe blieb bei rund 3500. Bei 991 Mitgliedern wurden «Abklärungen für eine mitmenschliche Begleitung beim Freitod» getroffen. 722 entschieden sich dann für eine «Leidenszeitverkürzung mit Exit», heisst es in der Mitteilung. 57 Prozent davon waren Frauen und 43 Prozent Männer. Die meisten Sterbebegleitungen fanden im Kanton Zürich statt – gefolgt von den Kantonen Bern, Aargau, St. Gallen, Basel-Stadt und Baselland.

Gründe für die anhaltend starke Nachfrage nach Freitodbegleitungen seien neben dem stetigen Mitgliederzuwachs die deutliche Alterung der Gesellschaft. So liegt das Durchschnittsalter der begleiteten Menschen bei 76,7 Jahren. Die häufigsten Grunddiagnosen waren wie in den Vorjahren Krebs im Endstadium, altersbedingte Mehrfacherkrankungen und chronische Schmerzen.

Insgesamt bleiben Freitodbegleitungen laut Exit jedoch selten in der Schweiz: Sie betreffen nur rund 1,5 Prozent der jährlich rund 65'000 Todesfälle.