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Exklusivparkplätze für E-Autos Zwei Stunden gratis in der Blauen Zone

Basel will Elektroautos mit exklusiven Parkplätzen fördern. ACS-Präsident Hurter findet das diskriminierend.

Legende: Audio Basel fördert E-Autos mit gelben Parkplätzen abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
01:58 min, aus HeuteMorgen vom 30.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht einmal einer von 400 Personenwagen in der Schweiz ist ein reines Elektrofahrzeug.
  • Um die Elektromobilität zu fördern, lanciert der Kanton Basel-Stadt in den nächsten Tagen nun ein Pilotprojekt mit öffentlichen Ladestationen.
  • Nicht erfreut ist ACS-Präsident und SVP-Verkehrspolitiker Thomas Hurter. Er meint, die Elektroautofahrer hätten schon genügend Privilegien.

Eine grüne Parkzone mit Exklusivparkplätzen und Ladestationen, die für Elektroautos reserviert sind: Diese Idee skizziert die junge Denkfabrik der Grünliberalen, in einem noch unveröffentlichten Ideenpapier.

Nicht zuletzt ein Mangel an Ladestationen halte viele Autofahrerinnen und Autofahrer davon ab, ein Elektrofahrzeug zu kaufen, sagt Anna Boffo vom GLP Lab.

Viele Leute haben keinen privaten Parkplatz.
Autor: Anna BoffoGLP Lab

«Sie haben Angst davor, dass sie mit einer leeren Batterie auf der Strasse stehen bleiben. Andererseits haben auch viele Leute keinen privaten Parkplatz, wo sie zu Hause über Nacht ihr Auto aufladen könnten.»

Zwei Stunden gratis in Blauer Zone

Der Kanton Basel-Stadt setzt ein ähnliches Projekt bereits um. Versuchsweise sollen dort demnächst zehn Parkplätze in der Blauen Zone auf der Allmend zu gelben Parkplätzen umgepinselt werden. Sie sind ausschliesslich für Elektroautos gedacht, die dort geladen werden können.

Das Angebot richtet sich an Personen, die in Basel wohnen, sich ein Elektroauto anschaffen wollen, aber keine eigene Garage haben und ihr Auto auf der Allmend in der Blauen Zone abstellen müssen, wie Dominik Keller vom Basler Amt für Umwelt und Energie sagt. «Das ist die Zielgruppe.»

Tagsüber dürfen Elektroautos auf diesen Plätzen zwei Stunden lang gratis parkiert werden – länger als andere Autos in der Blauen Zone.

Keine weiteren Privilegien für E-Autofahrer

Doch Projekte wie dieses provozieren auch Kritik. ACS-Präsident und SVP-Verkehrspolitiker Thomas Hurter etwa hält solche Exklusivparkplätze für keine gute Idee. «Man schafft eine Diskriminierung, indem man sagt, der, der dieses Fahrzeug besitzt, darf hier parkieren, und der andere nicht. Das ist völlig falsch.»

Man schafft eine Diskriminierung.
Autor: Thomas HurterACS-Präsident

Solange Elektroautofahrer für den Strassenbau nicht ähnlich zur Kasse gebeten würden, wie alle anderen Autofahrer mit der Mineralölsteuer, so lange sollten sie auch nicht privilegiert werden, sagt Hurter.

Basel startet diese Woche mit der Ausschreibung seines Projekts. Danach zeigt sich, ob die gelb markierten Ladestationen die Befürchtung, mit leerer Batterie stehen zu bleiben, zerstreuen können.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Ich empfehle allen gebüssten Parksündern/innen ohne E-Auto, ihre Busse aus Gründen der Rechtsungleichheit anzufechten.
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  • Kommentar von Bernhard Meile (bm)
    Förderung der Elektro-Autos ist übergangsmässig sinnvoll. Zu vermeiden sind jene leidigen Neid-Diskussionen um tatsächliche und vermeintliche Privilegien, die unserer Umwelt nichts bringen. Wichtiger ist die Erstellung ausgebauter Lade-Infrastrukturen, wo erneuerbare Energie einfach gegen Bargeld oder Kreditkarte getankt werden kann. Ob die Auto-Zukunft weiterhin in Batterien, Brennstoffzellen oder beidem liegt, wird sich weisen. Neben dem Energiesparen brauchen wir eine CO2- und Lärmvermeidung.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Zu vermerken ist, dass der Kanton Basel-Stadt links regiert ist und alles, was rechts von der linken Seite ist, diskriminiert. Das ist fürwahr nicht gerade förderlich und motivierend, auf umweltfreundliche Autos zu wechseln, im Gegenteil: die Trotzreaktion ist gewiss. . Also schiessen die Stadt-Basler somit ein scharfes Eigengoal.
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