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Vorentscheidung im Bahnstreit Fällt bald das SBB-Monopol im Fernverkehr?

SBB/BLS.
Legende: Hochspannung: Besonders attraktiv beim Konzessionsgerangel ist die Hauptlinie Bern-Zürich. Keystone/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor einem halben Jahr stellte der Bund die Verhandlungen zwischen SBB, BLS und SOB um die künftige Fernverkehrskonzession im Personenverkehr wegen zu grosser Differenzen ein.
  • Während sich SBB und SOB im Sommer auf eine Kooperation einigten, blieben die Gespräche mit der BLS schwierig. Heute informieren die Bahnen über ihre weiteren Pläne.

Die SBB-Spitze informiert am Vormittag, die BLS-Spitze am Nachmittag. Das sieht nicht nach Minne und einer gemeinsamen Lösung aus. Harte Worte und Indiskretionen haben denn auch die letzten Wochen die Gespräche zwischen den beiden Bahnen begleitet. Von verhärteten Fronten, Druckversuchen und Kuhhandel war die Rede.

Dabei wollte die SBB Kontinuität – eine einzige Fernverkehrskonzession in ihrer Hand und Kooperationen, wie sie zusammen mit der SOB beim Betrieb der Gotthard-Bergstrecke im Sommer zu Stande gekommen ist.

Zwischen SBB und BLS «funkte» es nicht

Das sei im Sinne eines guten Angebots für die Bahn-Reisenden und im Sinne der gesamten Kosten des Bahnverkehrs, argumentierte die SBB. Denn ein Aufsplitten der Konzession verlange zusätzliche Investitionen.

Die BLS ihrerseits wollte nicht unter dem Konzessionsdach der SBB mitfahren. Sie, die die S-Bahn im Raum Bern betreibt, wollte eine eigene Konzession für verschiedene Fernverkehrsstrecken.

Die Motivation der BLS: Im Fernverkehr kann ein Unternehmen Gewinn machen, während im Regionalverkehr finanziell reinkommt, was rausgeht – weil die Kantone das Angebot bestellen und bezahlen.

Kanton Bern und Gewerkschaft appellierten

Es solle doch alles unternommen werden, damit sich BLS und SBB einigen, forderten der Kanton Bern und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals in den letzten Wochen. Ob das genutzt hat, wird sich heute zeigen.

Interessierte Bahnen reichen jetzt ihr Gesuch für eine Fernverkehrskonzession ein. Das Bundesamt für Verkehr muss dann bis zum Fahrplanwechsel im Dezember entscheiden, wer welche Konzession erhält.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Die einzigen die wirklich von dieser Liberalisierung im öffentlichen Verkehrs profitieren sind die Beratungsfirmen, die mit Ihren übertriebenen Honoraren sich schamlos bereichern. Wenn man all die Liberalisierungen betrachtet, wie zum Beispiel bei der Post erkennen auch Laien das unbrauchbare Ergebnis der ganzen Misere: Abbau des Service Public an allen Ecken und Enden. Wenn dass das Ziel der eidgenössischen Politik ist, blasen wir lieber alle Liberalisierungen sofort ab.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Konkurrenz täte dem zu mächtigen SBB-"Management" gut - Preisfairness...
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Die SBB fährt nicht kostendeckend. Fallen dann profitable Strecken weg, welche die unprofitablen Strecken subventionieren, steigen die Preise oder es muss mit mehr Steuergeldern ausgeholfen werden. Bevor nun die Autofahrer wieder nörgeln... auch diese Mobilität ist nicht selbsttragend.
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Übernimmt die BLS dann auch einen Teil der nicht gewinnbringenden Grundversorgung oder nur die profitablen Filetstücke? Bei Letzterem blutet die SBB irgendwann aus.
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