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Schweiz Fall Ammann: Berner Finanzdirektion will nun die Details

Die bernische Finanzdirektion will das Steuerdossier der Ammann-Gruppe nun doch genauer unter die Lupe nehmen – die Eidgenössische Steuerverwaltung soll dabei helfen. Ist auch dringend nötig, sagt der bernische Steuerverwalter Bruno Knüsel, der mitten in der Auseinandersetzung steht.

Schriftzug Ammann an der Fassade der Firma.
Legende: Die bernische Regierung will das Steuerdossier der Ammann-Gruppe genauer unter die Lupe nehmen. Keystone

Die Firmen-Vermögen, welche die Ammann-Gruppe nach Jersey und Luxemburg ausgelagert hatten, wurden vom Sitz des Unternehmens in Langenthal (BE) aus bewirtschaftet. Dies belegte die Sendung «Rundschau» mit einem Dokument der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Damit hätte das Vermögen in der Schweiz versteuert werden müssen.

Einheitliche Meinung gefordert

Die Finanzdirektion des Kantons Bern fordert nun die ESTV auf, bei der Klärung der offenen Fragen zu helfen. Angesichts des medialen und politischen Interesses am Steuerdossier erscheine es angebracht, dass Bund und Kanton zu einer einheitlichen und klaren Meinung kommen. Der Finanzdirektion sei daran gelegen, dass verfahrensrechtlich alles korrekt abgelaufen ist

Die Berner Steuerverwaltung war anfangs zur Überzeugung gelangt, dass sich die Ammann-Gruppe an die geltenden Regeln gehalten habe. Die ESTV war dabei anderer Meinung.

ESTV wollte keine kantonalen Aufgaben übernehmen

Legende: Video Steuerclinch bei Ammann-Gruppe abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.09.2014.

Im Juli hatte die Finanzkommission des Berner Kantonsparlaments den Fall wegen «unkooperativen Verhaltens» der ESTV ad acta legen wollen. Die ESTV spielte den Ball damals zurück: Die gewünschte Untersuchung übersteige ihre Möglichkeiten und sei in den gesetzlichen Bestimmungen nicht vorgesehen. Die ESTV wolle nicht Aufgaben der kantonalen Aufsichtsbehörden übernehmen.

Zusätzlich zur anberaumten Untersuchung sei im Berner Kantonsparlament in der abgelaufenen Septembersession eine Anfrage zur Veranlagungspraxis der Ammann-Gruppe eingereicht worden, sagte die Finanzdirektorin. Dabei geht es um die Besteuerung von Offshore-Gesellschaften.

Kontroverse Anfang Jahr entbrannt

Die Kontroverse um Steueroptimierungen bernischer Unternehmungen war Anfang Jahr entbrannt, als Medien über Offshore-Konstrukte der Langenthaler Ammann-Gruppe berichteten. Das Unternehmen wurde einst vom heutigen Bundesrat Johann Schneider-Ammann geleitet.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Sam Müller, Thurgau
    Ans SRF: Hört auf diese Akte zu einem Elefanten aufzublasen!!! Im Mittelmeer ertrinken KINDER und in Westafrika sterben täglich Menschen an einer Krankheit deren Erforschung "im Westen" bisher keine Priorität hatte. Und wir enervieren uns an einer Firma eines Bundesrats und diskutieren im vollen Ernst und mit vollem Verstand über ein neues Produkt einer kalifornischen Design-Computer-Firma. Hört auf mit Tittytainment und kommt eurem Auftrag als öffentlich-rechtliches Unternehmen nach!!
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  • Kommentar von Marco Jaiza, Rüfenacht
    Es ist für den normalen Durchschnittsbürger nicht verständlich, weshalb die ESTV der kantonalen Steuerverwaltung aus Gründen des Steuergeheimnisses nicht Akteneinsicht gewähren wollte. Hier bricht für mich der Horizont des Verstehbaren ein und wird zur Realsatire. Es kann nicht sein, dass die eine Hand nicht weiss, was die andere tut. Es muss hier eindeutig mehr Transparenz her, zumindest im gleichen Land. Ansonsten wird das immer mehr zur Bananenrepublik.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Als Folge der lächerlichen "Gerigate" werden dem Müller alle Dossiers entzogen. Im Kanton Bern scheint man seit der Finanzaffäre von 1989 absolut nichts gelernt zu haben. Hier wursteln die gleichen Parteien wie damals nach eigenem Ermessen weiter und niemand zieht personelle Konsequenzen. Erste einzuleitende Massnahmen sind: fristlose Entlassung des Steuerverwalters, der Finanzdirektorin ist das Dossier zu entziehen, eine PUK ist ein- und Neuwahlen sind anzusetzen!
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    1. Antwort von Robert Mathis, Küssnacht
      Es ist eine Tatsache,die schon schon lange Gültigkeit hat : wenn Zwei das Selbe tun,ist es trotzdem nicht das Selbe !!!!!
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