Fall Céline: Bayer hat Schaffhauser Spitäler verklagt

Der Pharmakonzern Bayer Schweiz hat gegen die Spitäler Schaffhausen schon im Frühling 2011 eine Haftungsklage eingereicht. Es geht um den Fall der schwer behinderten Céline – die näheren Umstände sind unklar.

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Anti-Baby-Pille: USA erhöhen Druck auf Bayer

6:22 min, aus 10vor10 vom 9.12.2011

Im Zusammenhang mit dem Fall der schwer behinderten 22-Jährigen Céline hat der Pharmakonzern Bayer Schweiz gegen die Spitäler Schaffhausen eine Haftungsklage eingereicht. Zur Begründung wollten weder Bayer noch die Spitäler Stellung nehmen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Eine Sprecherin der Spitäler bestätigte auf Anfrage das Vorliegen der Haftungsklage, über welche die «Schaffhauser Nachrichten» mit Berufung auf die «Handelszeitung» berichteten. Es handelt sich um eine sogenannte Staatshaftungsklage. Eingereicht wurde sie offenbar bereits im März 2011. Die Nachrichtensendung «10vor10» hat im Dezember 2011 darüber berichtet.

Céline im Kantonsspital Schaffhausen eingeliefert

Der Vorgang steht im Zusammenhang mit dem Fall der heute schwer behinderten Céline aus dem Kanton Schaffhausen. Sie hatte vor gut fünf Jahren die Antibabypille Yasmin von Bayer wenige Wochen eingenommen und eine Lungenembolie erlitten. Die damals 16-Jährige wurde notfallmässig ins Kantonsspital Schaffhausen gebracht. Sie musste reanimiert und in ein künstliches Koma versetzt werden.

Ihre Familie hatte von Bayer 5,3 Millionen Franken Schadenersatz und 400'000 Franken Genugtuung gefordert. Das Bezirksgericht Zürich wies die Klage im August ab. Stattdessen soll die Familie 120'000 Franken Prozessentschädigung an Bayer bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Familie hat es ans Obergericht weiter gezogen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Pillenstreit: Jetzt redet Bayer

    Aus Rundschau vom 13.11.2013

    Mit dem Fall der schwerstbehinderten Céline geraten der Pharmakonzern Bayer und auch die Medikamenten-Zulassungsbehörde Swissmedic unter zunehmenden Druck. Die Öffentlichkeit ist empört, Schweizer Politikerinnen und Politiker fordern strengere Richtlinien. Die Zulassung der Antibabypille Yasmin soll neu überprüft werden.

  • Kampf gegen Pharmariese

    Aus Rundschau vom 6.11.2013

    Ihr Fall erschütterte die Schweiz: die 22jährige Céline Pfleger ist seit einer Lungenembolie vor 5 Jahren schwerstbehindert. Sie hatte erst seit wenigen Wochen die Anti-Baby-Pille Yasmin von Bayer eingenommen. Jetzt hat das Bezirksgericht Zürich die Klage von Céline gegen den Hersteller Bayer abgewiesen. Die mittellose Familie von Céline muss dem Pharmakonzern 120‘000 Franken Prozessentschädigung zahlen.

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