Fall Dieter Behring: Bundesanwaltschaft reicht Anklage ein

Anlagebetrug und Geldwäsche wirft die Bundesanwaltschaft dem Financier vor. Seit elf Jahren laufen dazu Ermittlungen. Nun kam es zur Einreichung der Anklage.

Dieter Behring.

Bildlegende: Gegen den Financier Dieter Behring wurde jetzt eine Anzeige eingereicht. Keystone

Bereits seit Oktober 2004 stehen Behring sowie zehn weitere Personen im Visier der Strafverfolgungsbehörden, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Die lange Verfahrensdauer erklärte Bundesanwaltssprecher André Marty im Juli mit der Komplexität des Verfahrens. Im Zentrum stehen nach seinen Angaben Anlagebetrug und Geldwäsche. Daneben hätten verschiedene Nebensachverhalte untersucht werden müssen.

Behring wird verdächtigt, zwischen 1998 und 2004 Anleger mit hohen Zinsversprechungen gelockt und um mehrere hundert Millionen Franken betrogen zu haben.

Die Investorengelder, die Behring entgegennahm, sollen in eine Art Schneeballsystem geflossen sein. Nachdem dieses zusammenbrach, nahm die Bundesanwaltschaft Ermittlungen auf. Behring sass für einige Monate in Untersuchungshaft. Rund 2000 Investoren sind betroffen.

Verfahren beschleunigt

Die Bundesanwaltschaft beschleunigte angesichts der drohenden Verjährung das Verfahren. Die Anklage konzentrierte sich auf die zwei Hauptanklagepunkte und stellte das Verfahren gegen die wichtigsten Vertreiber der Behring-Finanzvehikel ein.

So wurden elf teilweise oder vollständige Einstellungen gegen mehrere der ursprünglich elf Beschuldigten verfügt. Vier der Einstellungen sind rechtskräftig.

Eine Beschwerde Behrings wegen Verfahrensverschleppung wurde vom Bundesstrafgericht am 3. Februar abgewiesen. Wirtschaftsdelikte, wie sie Behring vorgeworfen werden, verjähren nach 15 Jahren. Die Strafanträge stellt die Bundesanwaltschaft an der Hauptverhandlung vor Bundesstrafgericht in Bellinzona.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Bundesanwalt unter Druck

    Aus Rundschau vom 26.3.2014

    Seit zehn Jahren untersucht die Bundesanwaltschaft wegen Anlagebetrugs, ohne dass es bisher zu einem Urteil gekommen wäre. Neben langwieriger Untersuchungen und einer Gesetzesänderung gelang es dem früheren Hedge-Funds-Manager aber auch den Prozess hinauszuzögern. Wird der Fall Behring zu eine neuen Fisako für die Bundesanwaltschaft? Sandro Brotz diskutiert darüber mit Bundesanwalt Michael Lauber an der Rundschau-Theke.

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