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Schweiz Fall Marie: Justizbehörden von Vorwürfen freigesprochen

Die Waadtländer Justizbehörden haben im Fall eines verurteilten Sexualstraftäters keine strafbare Handlung begangen. Der Mann hatte im Mai in Payerne (VD) eine 19-jährige Frau entführt und getötet.

Eine Administrativuntersuchung des früheren Solothurner Oberstaatsanwalts hat ergeben, dass die Justizbehörden im Fall Marie keine strafbare Handlung begangen haben. Er legte in Lausanne seinen Untersuchungsbericht vor.

In der Waadt soll überprüft werden, ob rechtskräftig verurteilte Mörder nochmals in Hausarrest überführt werden dürfen. Andere Kantone haben dies bereits nach Bekanntwerden der Tat aus eigenem Antrieb untersucht.

Täter mit Fussfessel

Der Tod der 19-jährigen Marie sorgte landesweit für Entsetzen: Die junge Frau war von einem 36-jährigen Mann, zu dem sie eine Beziehung hatte, gewaltsam ins Auto gezerrt und entführt worden. Der Entführer wurde verhaftet.

In der darauf folgenden Nacht führte er die Polizei zur Leiche der Frau. Der Täter war im Jahre 2000 bereits wegen Entführung, Vergewaltigung und Mord verurteilt worden. Er befand sich seit letztem Sommer mit einer elektronischen Fussfessel im Hausarrest.

«Es ist sehr unfair den Strafvollzug in Frage zu stellen. Die Waadtländer Behörden haben alles richtig gemacht», sagte Strafrechtsexperte Martin Killias nach dem Bekanntwerden des Falls. Für ihn war klar: «Die Justiz hat versagt.»

Richterin versetzt

Die Richterin, die für die Entlassung des Sexualstraftäters zuständig war, ist auf eigenen Wunsch versetzt worden. In dem Bericht zum Verhalten der Justizbehörde wird der Entscheid der Richterin, den Mann in den Hausarrest zu entlassen, als «vertretbar» bezeichnet. Aber ebenso vertretbar wäre der gegenteilige Entscheid gewesen, hiess es.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Während sich in der Deutschschweiz verschiedene Kantone zusammen geschlossen haben, um optimale Risikoeinschätzungen vorzunehmen was solche Straftäter anbelangt, wursten die welschen Kantone mit herkömmlichen Mitteln je für sich und ohne Systematik. Kein Wunder, geht das schief!
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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Ihr die Richter und Psychiater seid durch Euer Versagen die Komplizen zu diesem Mord! Wenn dieses tragische Fehlverhalten keine personnellen Konsequenzen hat, dann ist es mit der Rechtstaatlichkeit nicht mehr weit. Ja, wenn Richter über Richter richten, dann ist das Unrecht nicht mehr weit. Die extrem teuren Experimente mit den Straftätern werden doch nur gemacht weil es für die Justiz und die Psychiater ein Gescäft ist. Herzliches Beileid an die Familie des Kindes.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Das bedeutet ja wohl, dass die Strafverfolgungsbehörden zwar den Tod von Marie nicht direkt verursacht haben, aber ... so inkompetent gehandelt haben, wie man es sich nur vorstellen kann? Oder habe ich das etwa völlig missberstanden? Konnten die einfachen Ermittler ihre Arbeit ungestört machen? Wurden sie dabei vielleicht sogar - z.B. durch ihre Vorgesetzten und andere wichtige Staatsstellen unterstützt? Oder kam es hier zu dem üblichen Hierarchie- und Interpolizeilichem Hickhack?
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Die Waatlaender Behoerden haben alles richtig gemacht, weil sie die Anordnung der Richterin befolgt haben welche ihrerseits wiederum vermutlich ein psychiatrisches Gutachten zur Hand hatte... Haette ich das Sagen: Vergewaltigung mit folgendem Mord gleich Lebenslang UND verwahrt biis zum Ableben! Und irrende Psychiater gleich dazu!
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