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Schweiz Fall Mörgeli: Falschmeldung durch die «Weltwoche»

Die Diskussion um Doktorarbeiten unter der Aufsicht von Titular-Professor Christoph Mörgeli geht in eine weitere Runde: Nun behauptet die «Weltwoche», die «Rundschau» habe eine Informantin falsch zitiert. Ein weiterer Informant sei unglaubwürdig. Alles falsch, sagt die «Rundschau».

Vor zwei Wochen hat die «Rundschau» über Dissertationen berichtet, die unter der Aufsicht von SVP-Nationalrat und Titular-Professor Christoph Mörgeli entstanden sind. Dabei ging es um mindestens ein Dutzend Doktorarbeiten, die hauptsächlich auf der Transkription von alten Texten bestehen. Die Studenten haben vor allem buchstabengenau abgeschrieben, statt sich mit dem Inhalt wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Der Beitrag der «Rundschau» hat eine nationale Diskussion um die Qualitätsstandards von Dissertationen ausgelöst.

Ausschnitt der Weltwoche
Legende: Falschmeldung: Die «Weltwoche» behauptet, den anonymen Informanten der «Rundschau» ausfindig gemacht zu haben. SRF

Im Beitrag der Sendung kamen zwei ehemalige Doktoranden Mörgelis zu Wort, welche die Recherchen der «Rundschau» erhärten. Einer dieser Informanten berichtete, er habe seine Doktorarbeit übersetzen lassen. Wissenschaftliche Arbeit habe er dabei nicht geleistet. Die zweite Informantin sagte, sie habe lediglich Texte aus dem Bulgarischen ins Deutsche übersetzen müssen. Christoph Mörgeli wehrte sich in der Sendung vehement gegen die Vorwürfe.

«Weltwoche» erwischt falsche Person

Nun mischt sich die «Weltwoche» ein: In einer Vorabmeldung zu ihrer Ausgabe vom Donnerstag behauptet sie, der Informant der «Rundschau» habe die Doktorprüfung bei Mörgeli nicht bestanden und sei deshalb unglaubwürdig.

Weiter schreibt die «Weltwoche», die zweite Informantin sei in der «Rundschau» falsch zitiert worden. Sie hätte auch wissenschaftlich gearbeitet und nicht nur eine Transkription als Doktorarbeit abgeliefert.

Beides ist falsch: Die «Rundschau» hält fest, die «Weltwoche» habe im ersten Fall den falschen Informanten erwischt. Es handle sich bei der beschriebenen Person nicht um den Informanten, der in der Sendung vom 27. März anonymisiert belastende Aussagen gemacht habe.

In dem anderen Fall hält die «Rundschau» fest, dass die Zeugin korrekt zitiert wurde. Die «Rundschau» weist diese und alle weiteren Unterstellungen in aller Form zurück und hält an ihrer Berichterstattung fest.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Widmer, Seengen
    Diese Debatten rund um das Berufsleben des Herrn Mörgeli gleichen einem Effekthascher-Journalismus, welcher bislang von Blick und Weltwoche geprägt worden sind. Sagen Sie, was hat denn der Wissenschaftler Mörgeli an Positivem geleistet? Haben die Medien auch Platz für solche Beiträge? Ich war politisch nie auf der Linie von Herrn Mörgeli, aber die Art dieses Tumults darf von mir aus gerne den beiden vorgenannten Medien vorenthalten bleiben. Herr Mörgeli wäre doch mal etwas für den Aeschbacher...
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  • Kommentar von Stefan Martinovitsch, Bern
    Welche 'absolute Fehlleistung'? Haben sie gelesen, wer die journalistische Fehlleistung erbracht hat? Die SVP-Parteizeitung, nicht das SRF.
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  • Kommentar von Barbara Schumacher, Fribourg
    Die Debatte um eine fehlerhafte Berichterstattung der Rundschau entbehrt jeglicher Grundlage, da sich das SRF hierbei nicht einzig auf eine mündliche Quellen stützt (welche das Recht auf Wahrung ihrer Anonymität hat). Die viel grössere Quellengrundlage für den Beitrag bilden die zwölf Dissertationen, welche trotz offensichtlicher wissenschaftlicher Mängel offenbar für die Erlagung des Doktortitels ausreichten und die keinerlei Falschmeldung unterliegen können.
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    1. Antwort von Arnold Ganz, Möhlin
      @Barbara Schumacher: Seriöse Journalisten stützen ihre Beiträge nicht nur auf eine Quelle ab, sondern suchen eine zweite als Bestätigung. Das anonyme Interview kann wohl kaum als glaubwürdig bezeichnet werden, da es sich angeblich um einen durchgefallenen Doktoranden handelt, welcher seine so "leicht zu habende" Promotion nicht schaffte. Im Übrigen liegt Aussage gegen Aussage vor und die einschlägigen Untersuchungen bringen vielleicht Licht ins Dunkel. Keine Superleistung von Uni Z. und SRF.
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    2. Antwort von Arnold Ganz, Möhlin
      @Stefan Martinovitsch: Fauler gehts wohl kaum noch Herr Martinovitsch! Ich bin nicht Journalist und äussere hier nur meine Meinung, wie das jeder Kommentator tut. Ich nütze dabei die zur Verfügung stehende Zeichenzahl und begnüge mich nicht mit zwei inhaltslosen Zeilen. Ein paar eigenen Worten zur eigenverursachten SRF-Fehlleistung wären wesentlich interessanter Herr Martinovitsch. :-)
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