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Schweiz Fall Mörgeli: Staatsanwalt unter «Verdacht des Amtsmissbrauchs»

Staatsanwalt Andrej Gnehm überraschte das Ehepaar Ritzmann Wolff morgens um 6.30 Uhr mit sechs bewaffneten Polizisten. Was anschliessend geschah, lässt Fragen zur Verhältnismässigkeit aufkommen. Rechtsexperte Markus Mohler äussert in der «Rundschau» den «Verdacht des Amtsmissbrauchs».

Legende: Video Fall Mörgeli abspielen. Laufzeit 12:24 Minuten.
Aus Rundschau vom 16.04.2014.

Im Rahmen der Affäre um die Entlassung von Christoph Mörgeli beim Medizinhistorischen Institut liegen der «Rundschau» neue Dokumente vor. Daraus geht hervor: Staatsanwalt Andrej Gnehm (SVP) überraschte das Ehepaar Ritzmann Wolff morgens um 6.30 Uhr mit sechs bewaffneten Polizisten. Die beiden Kinder durften nicht von den Eltern geweckt werden. Eine Polizistin begleitete Iris Ritzmann ins Bad.

Rechtsexperte Markus Mohler hält das Verhalten des Staatsanwaltes für unverhältnismässig, es bestehe «der Verdacht des Amtsmissbrauchs».

Nach einer Nacht im Gefängnis stand für Staatsanwalt Gnehm fest: Mörgelis ehemalige Arbeitskollegen an der Uni Zürich, Iris Ritzmann und Eberhard Wolff, werden aus der Haft entlassen. Dennoch wurden beide Akademiker in Handschellen gefesselt Staatsanwalt Gnehm vorgeführt.

Rechtsexperte Mohler fordert «unabhängige Untersuchung»

Die «Rundschau» konfrontierte den Rechtsexperten Markus Mohler mit Kerndokumenten der Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung. «Wenn ein Staatsanwalt derart das Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt, dann könnte dies ein Amtsmissbrauch sein. Dann müsste die Zürcher Justiz eine entsprechende Untersuchung einleiten», so Mohler. Er arbeitete selber 13 Jahre lang als Staatsanwalt.

Der leitende Staatsanwalt Hans Maurer nimmt gegenüber der «Rundschau» Stellung. Angesprochen auf die Drohung Gnehms an Iris Ritzmann, ob sie eine Nacht in Haft verbringen und dabei ihre Kinder alleine lassen wolle, räumt Gnehms Vorgesetzter Maurer als Fehler ein: «Das war unglücklich und unnötig.»

2000 Seiten Strafuntersuchung: Kein Beleg nach 1 ½ Jahren

Ansonsten stellt sich Maurer hinter Gnehm – insbesondere sei auch die Hausdurchsuchung regelkonform abgelaufen: «Ich glaube, der Staatsanwalt hat sich in diesem Fall an die Verhältnismässigkeit gehalten.»

Trotz hunderter eingescannter E-Mails und Telefondaten findet sich in den der «Rundschau» vorliegenden über 2000 Seiten kein Beleg, dass Iris Ritzman oder Eberhard Wolff die fraglichen internen Berichte an die Medien weitergegeben haben.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Jeannine Aufdenblatten, Uster
    Ganz klar hat Staatsanwalt seine Kompetenzen in geradezu absurder krasser Weise missbraucht. Obwohl die Fakten klar auf dem Tisch liegen versuchen SVPler und SVP-Kampfblatt Weltwoche alles zu verdrehen. Dank an die unabhängigen Medien-Schweizer Fernsehen und andere die objektiv berichten. Wie sich heraussstellt sind 2 Personen in Büro von Frau Ritzmann eingedrungen, wurden vom Sicherheitsdienst überrascht. Bekanntlich war Mörgeli total unfähig das Museum zu führen. Entlassung gerechtfertigt.
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  • Kommentar von Peter Albrecht, Locarno
    Welcher Partei ist eigentlich diese Hr. Mohler nahestehend?
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Nun, es ist schon ein Unterschied, ob über einen "Fall" berichtet wird, oder ein Studiogast vor der Kamera brüskiert wird. Jetzt alles von SRF gesendete in Frage zu stellen finde ich persönlich total daneben. Also lieber SRF schauen, als diese am laufenden Band produzierten Sendungen zur Volksverdummung auf Privatsendern. Und betreffend Herr Mörgeli: Wenn alle Menschen, welche aus ihrem Job gemobbt einen solchen Aufstand machen würden, wären unsere Gerichte noch mehr überlastet.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Da sage ich nur Herr Waeden, wie würden Sie reagieren, wenn Sie gemobbt würden? Leider ist die ganze Sache ziemlich wirr. Man kann nur hoffen, dass das SRF auch die Verantwortlichen, so unter die Luppe nimmt. Dass auch hier tiefgreifende Abklärung betrieben wird, betreffend Funktion welche Frau Aeppli SP und Herr Brändli SP inne hatten.. Es sind leider noch sehr viele fragen offen, man kann nur hoffen, dass SRF jetzt neutral handelt, wie es sich gehört, für ein gebührenpflichtiges Fernsehen!
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      "Wie würden Sie reagieren, wenn Sie gemobbt würden?" Mir schleunigst einen neuen Job gesucht! Aber Herr Mörgeli benutzt seine Bekanntheit als Politiker für ein persönliches Problem & macht es zum Politikum. Und wenn sie die Nachrichten auf SRF verfolgen: Da wurde auch über die Rolle von Frau Aeppli & Co in diesem "Fall" berichtet. Und liebe Frau Artho: Eigentlich müssen WIR ja gar nichts wissen, weil es UNS nicht betrifft! Sind private Probleme des Herrn Mörgeli. Punkt.
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    3. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      E. Waeden und was meinen Sie betreffend Ablärungen von Frau Aeppli und Herr Brändli beide SP Diese frage können Sie mir doch sicher auch beantworten oder. Zumindest finde ich dies auch wichtig, diesen Teil zu verfolgen und nicht nur einseitig von Herr Mörgeli zu berichten. Für eine solche Art von Verwirrung ist sicher nicht nur einer beteiligt,. F. Condrau, hat bis jetzt keine Stellung genommen, aber er arbeitet ja wieder in der UNI. Meiner Meinung nach, sollte wirklich alles offen gelegt werden
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    4. Antwort von Jeannine Aufdenblatten, Uster
      @Marlies Artho: Sie schreiben Mörgeli wurde gemobbt ? Ich nehme an Sie haben total nicht mitbekommen um was es geht. Ich verrate es ihnen: Mörgeli wurde wegen totaler Unfähigkeit wg. Museum entlassen. Die Entlassung ist gerechtfertigt. Passiert auch anderen Leuten dass sie wg. Unfähigkeit entlassen werden. Und er hatte eine Probezeit nicht bestanden. Und ja es gibt kein Gesetz dass SVP-Mitglieder weg Unfähigkeit nicht entlassen werden dürfen
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    5. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      J. Aufdenblatten Wenn Sie dies ja so genau wissen, dann muss man ja auch nichts befürchten, wenn der Tatenhergang überprüft wird! Vielleicht könnte Herr Condrau auch einmal Stellung nehmen, der seit Beginn dieser Geschichte, nichts von sich hören lässt!!! Dies erweckt eben auch Misstrauen. Auf jeden fall ging Herr Mörgeli sicher nicht selber an die Presse! Also wer war es dann??? Betreffend Leistung Ch.M. kann ich nicht beurteilen, aber der ganze Vorgang, dieser Geschichte, ist sehr traurig!!
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